Bildung
Geschäftsbericht 2025 15.04.2026
Schwerpunkte waren 2025 Vorbereitungen für die Einführung der Schulsozialarbeit an Mittelschulen und Berufsfachschulen und für den Ausbau von Studienplätzen für Medizin. Zudem wurde das Angebot für eine bedarfsgerechte und hochwertige Unterstützung für Kinder, Jugendliche und Familien weiterentwickelt.
Auf dieser Seite
- Frühzeitige Unterstützung Jugendlicher durch flächendeckende Schulsozialarbeit
- Ausbau der Studienplätze für Medizin als Beitrag zu einer ausreichenden ärztlichen Versorgung
- Bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Unterstützung für Kinder, Jugendliche und Familien
- Legislaturziel
- Weitere Kapitel
- Kontakt
Frühzeitige Unterstützung Jugendlicher durch flächendeckende Schulsozialarbeit
Der Regierungsrat und der Kantonsrat haben im Berichtsjahr die gesetzliche Grundlage für die flächendeckende Einführung der Schulsozialarbeit an kantonalen Mittelschulen sowie an kantonalen und kantonal finanzierten Berufsfachschulen geschaffen (Vorlage 5935). Ziel ist ein niederschwelliges Beratungsangebot, das Schülerinnen, Schülern und Lernenden in Krisen frühzeitig Unterstützung bietet und damit Absenzen, Ausbildungsabbrüche sowie soziale Folgekosten reduziert. Gerade in der Pubertät können sich bereits bestehende psychische, soziale oder anderweitige Herausforderungen verstärken oder neue hinzukommen. Die Bereitstellung eines bedarfsgerechten Angebots an Schulsozialarbeit kann zur Bewältigung von Entwicklungskrisen beitragen, Chancengerechtigkeit fördern und die Schulen entlasten. In den Mittelschulen wird für jeweils 800 Schülerinnen und Schüler eine Vollzeitstelle für Schulsozialarbeit vorgesehen. In den Berufsfachschulen wird das bereits bestehende Unterstützungsangebot aufgestockt. Die Umsetzung erfolgt ab 1. April 2026.
Ausbau der Studienplätze für Medizin als Beitrag zu einer ausreichenden ärztlichen Versorgung
Die Schweiz und insbesondere der Kanton Zürich verfügen über ein sehr gutes Gesundheitssystem. Die hier ausgebildeten Ärztinnen und Ärzte können den Bedarf jedoch nicht abdecken. Gegenwärtig stammen rund 40% des ärztlichen Personals aus dem Ausland. Prognosen gehen zudem davon aus, dass bis 2040 rund 5500 bis 8700 Ärztinnen und Ärzte fehlen werden. Mit dem Projekt «Med500+» will der Kanton die Zahl der Studienplätze für Humanmedizin erhöhen und damit einen Beitrag zur Behebung des akuten Mangels an Ärztinnen und Ärzten leisten (Motion KR-Nr. 125/2021). Um einen Ausbau von heute 430 auf 700 Studienplätze zu ermöglichen, ist eine gleichzeitige Reform der Ausbildung und die Schaffung eines neuen Lernzentrums Medizin notwendig. Mit diesem Vorhaben würde die Universität Zürich den mit Abstand grössten Medizinstudiengang der Schweiz verantworten und könnte sich als Vorreiterin einer zeitgemässen und praxisnahen Medizinausbildung etablieren. Mehr Studierende führen auch zu einem grösseren Aufwand für die Lehre. Geplant sind zehn neue Professuren mit insgesamt rund 140 Vollzeitstellen sowie zusätzliche Ausbildungsfläche im Umfang von rund 24'000 m2. Der Regierungsrat beantragte dem Kantonsrat einen Objektkredit von 25 Mio. Franken für den Aufbau in den Jahren 2027 bis 2029 (Vorlage 6049). Die Erhöhung um 270 Studienplätze erfolgt gestaffelt und der Endausbau ist für 2037 vorgesehen.
Bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Unterstützung für Kinder, Jugendliche und Familien
Die Angebotslandschaft für sozialpädagogische Familienhilfe, Familienpflege, Dienstleistungsangebote in der Familienpflege und Heimpflege soll zielgerecht weiterentwickelt werden. Im Berichtsjahr wurde mit der Fertigstellung des Versorgungskonzepts 2026–2029 Ergänzende Hilfen zur Erziehung ein Meilenstein in der strategischen Steuerung dieses Bereichs gesetzt. Das Versorgungskonzept fokussiert auf fünf thematische Schwerpunkte: Ausbau vorhandener Stärken der stationären Hilfen, Profilierung der sozialpädagogischen Familienhilfe, optimierte Hilfe zur Hilfeinanspruchnahme, Stärkung von Careleavern und eine gezielte Qualitätsentwicklung des Systems. Es ist das Ergebnis eines breit angelegten, partizipativen Gesamtplanungsprozesses.