Die Polizeikorps der Kantone sind bei Cybercrime gefordert

Die Kriminalität insgesamt befindet sich im digitalen Wandel. Polizei und Justiz müssen daher ihre Arbeit neu erfinden. Primär braucht es eine enge Vernetzung aller Polizeikorps, die von den grossen Korps aktiv gefördert werden muss. Hier engagieren wir uns.

Die kantonale Polizei- und Vollzugshoheit ist ein schweizerischer Erfolgsfaktor. Der realistische Weg gegen Cyberkriminelle ist der einer vertieften, gescheit abgesprochenen Kooperation über alle Kantonsgrenzen hinweg. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass es nicht möglich ist, dass alle Kantone miteinander sich auf wenige Zentren einigen. Die beste Ersatzlösung heisst: Vernetzung! Genau dies ist die aktuelle Strategie der Schweizer Polizei mit dem neuen Netzwerk für die Ermittlungsunterstützung in der digitalen Kriminalität (Nedik).

Heute verfügt die Kantonspolizei Zürich über das schweizweit grösste Ermittlungspotential in der digitalisierten Kriminalität. Regierungs- und Kantonsrat haben mit der Genehmigung der entsprechenden Mittel diese Weiterentwicklung möglich gemacht. In der Kantonspolizei Zürich haben wir diesen Ansatz mit aller Kraft umzusetzen begonnen. So haben die Zürcher Cybercrime-Spezialisten nicht nur selber hochkomplexe Ermittlungen geführt, sie haben auch für einen Wissenstransfer in der ganzen Organisation gesorgt. Im Jahr 2017 wurden so intern hunderte Polizeiangehörige weitergebildet.

Doch das Problem der neuen, von Cyber beherrschten Kriminalität insgesamt ist damit nicht gelöst. Einerseits muss die Kantonspolizei selber auf dem eingeschlagenen Weg weitergehen. Anderseits sind weitaus nicht alle Kantone in der Lage, im gleichen Mass Mittel einzusetzen.

Als Kantonspolizei Zürich wollen wir nicht nur die eigenen Kapazitäten weiter steigern, indem wir rasch das nötige Knowhow aufbauen, sondern wir wollen auch der Motor einer gesamtschweizerischen Weiterentwicklung sein. Denn als Polizei des grossen Wirtschaftskantons sind wir gefordert. Doch die digitalisierte Kriminalität findet nicht einfach nur im Kanton Zürich statt, sie ist vielmehr grenzenlos, und darum müssen sich alle Kantone engagieren.

Die Einsicht ist vorhanden, dass nicht alle Korps alles können. So stellen wir unsere Weiterbildungsunterlagen und auch das E-Learning zur Verfügung und produzieren im Rahmen von Nedik für die andern Korps Lagebulletins und Präventionstipps. Mit diesen konkreten Produkten entsteht insgesamt ein Mehrwert für die Strafverfolgung – und damit ein Netzwerk. Es geht darum, das Bewährte zu stärken und eben weiterzuentwickeln. Das Internet verändert die Kriminalität insgesamt, und damit müssen wir Strafverfolgung neu denken.

Kommandant Thomas Würgler
 

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