Lokale erneuerbare Energie nutzen für den Klimaschutz und weniger Auslandabhängigkeit
Medienmitteilung 03.11.2026
Der Regierungsrat hat die Energiestrategie und die Energieplanung 2026 verabschiedet. Ziel ist es, die Energieeffizienz weiter zu steigern, mehr erneuerbare Energie und Abwärme zu nutzen und den CO2-Ausstoss möglichst rasch zu senken. Während der Gebäudebereich bezüglich der Klimaziele auf Kurs ist, sind die Emissionen im Verkehr bisher zu wenig gesunken. Auch die Anpassung an den Klimawandel erfordert weitere Anstrengungen. Dies zeigt der Bericht zur Umsetzung der Klimastrategie, von dem der Regierungsrat Kenntnis genommen hat.
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- Wärme: Komplette Selbstversorgung bis 2050 möglich
- Strom: Hoher Selbstversorgungsgrad im Sommer, Importe vor allem im Winter nötig
- Nationale Klimaziele sind für den Kanton massgebend
- Gebäude und Industrie/Gewerbe auf Zielkurs im Klimaschutz
- Anpassung an den Klimawandel erfordert weitere Anstrengungen
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In einem Umfeld, das von geopolitischen Krisen und vom Klimawandel geprägt ist, hält der Regierungsrat mit der Energiestrategie und Energieplanung 2026 an seiner bisherigen Energiepolitik fest und entwickelt sie weiter. Er will einen möglichst hohen Anteil des Energiebedarfs mit lokalen, erneuerbaren Energiequellen decken. Dies ist sowohl im Sinne des Klimaschutzes als auch im Sinne der Versorgungssicherheit. Die Abhängigkeit von fossilen Energien aus dem Ausland zieht auch nach sich, dass Bevölkerung und Wirtschaft im Kanton Zürich globalen Mangellagen und Schwankungen der Energiepreise ausgeliefert sind.
Wärme: Komplette Selbstversorgung bis 2050 möglich
Rund ein Drittel des Wärmebedarfs im Kanton Zürich wird derzeit mit lokaler erneuerbarer Energie gedeckt, in erster Linie mit Luft- und Erdsonden-Wärmepumpen, Biomasse sowie Abwärme aus der Kehrichtverwertung. Wenn das Potenzial der Umweltwärme, darunter auch die tiefe Geothermie, weiter erschlossen und alle geeigneten Abwärmequellen konsequent genutzt werden, wird der Kanton 2050 im Wärmebereich vollständig auf fossile Energien verzichten können. Der Wärmebedarf wird dabei dank Effizienzsteigerungen um rund 20 Prozent sinken.
Strom: Hoher Selbstversorgungsgrad im Sommer, Importe vor allem im Winter nötig
Heute wird knapp ein Viertel des Gesamtbedarfs an Strom im Kanton selbst erzeugt. Die Photovoltaik leistet aufgrund des starken Wachstums in den letzten Jahren den grössten Beitrag am selbst erzeugten Strom. Mit dem Ersatz von fossilen Heizungen durch Wärmepumpen sowie von Benzin- und Dieselfahrzeugen durch Elektroautos wird der Strombedarf bis 2050 voraussichtlich um rund einen Drittel steigen. Im Sommer wird der Kanton Zürich 2050 über 80 Prozent des benötigten Stroms lokal und erneuerbar erzeugen können, zum grössten Teil mit Photovoltaik. Auch im Winter kann Solarenergie einen bedeutenden Beitrag leisten, gefolgt von der Windkraft. Rund zwei Drittel des im Winter benötigten Stroms wird der Kanton aber auch 2050 importieren müssen.
Die Kombination verschiedener Energiequellen macht die Energieversorgung resilienter. Eine wichtige Rolle spielen auch Speicher: Kurzfristige Speicher wie Batterien erhöhen die Netzstabilität, Langzeitspeicher können überschüssige Energie aus dem Sommer für den Winter nutzbar machen.
Nationale Klimaziele sind für den Kanton massgebend
Gemäss der langfristigen Klimastrategie des Regierungsrates von 2020 soll das Netto-Null-Ziel bis 2040 angestrebt und spätestens bis 2050 erreicht werden. Die Zürcher Stimmbevölkerung hat im September 2025 eine gesetzliche Verankerung dieser Klimaziele abgelehnt. Der Regierungsrat wird die Klimastrategie überarbeiten, wenn eine neue Gesetzesvorlage vom Kantonsrat beschlossen ist. Grundsätzlich sind die nationalen Klimaziele für den Kanton Zürich massgebend. Diese sehen für 2050 das Netto-Null-Ziel vor und für 2030 eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 50 Prozent gegenüber 1990. Dies ist vergleichbar mit dem Zwischenziel von minus 48 Prozent bis 2030, das die Klimastrategie des Regierungsrats vorsieht.
Gebäude und Industrie/Gewerbe auf Zielkurs im Klimaschutz
Der Bericht zur Umsetzung der langfristigen Klimastrategie zeigt, dass die Sektoren Gebäude und Industrie/Gewerbe für 2030 auf Zielkurs sind. Im Gebäudebereich sinken die Emissionen seit rund 20 Jahren kontinuierlich, und der Kanton Zürich verfügt mit den im September 2022 eingeführten Vorgaben für den Heizungsersatz über ein wirkungsvolles Instrument: Seither verwenden mindestens 95 Prozent der bewilligten Heizungen erneuerbare Energien. In Industrie und Gewerbe haben Effizienzsteigerungen, unter anderem dank Zielvereinbarungen mit den Energie-Grossverbrauchern, eine wesentliche Reduktion der Emissionen bewirkt. Insbesondere im Verkehr, aber auch in Landwirtschaft sowie Abfall- und Abwasserbehandlung sinken die Emissionen hingegen bisher zu wenig stark. In diesen Sektoren braucht es verstärkte Massnahmen, um die Klimaziele zu erreichen.
Anpassung an den Klimawandel erfordert weitere Anstrengungen
Der Sommer 2026 hat gezeigt, dass Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel Hand in Hand gehen müssen. Der Bericht zur Umsetzung der Klimastrategie legt dar, dass das Ziel, die Hitzebelastung für die Bevölkerung zu minimieren, trotz vielfältiger Bestrebungen von Kanton und Gemeinden erst teilweise erreicht ist. Trockenperioden wie in diesem Sommer verursachen grosse Schäden in der Natur und verändern die Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Um die Folgen zu begrenzen und die Biodiversität zu erhalten, sind weitere Anstrengungen nötig. Die Trinkwasserversorgung ist im Kanton Zürich dank der Vernetzung der Wasserversorgungen grundsätzlich gewährleistet. Auch der Schutz der Bevölkerung vor Naturgefahren wie Hochwasser, Starkniederschläge oder Stürme wurde intensiv vorangetrieben.
Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat, die Energiestrategie 2026 zu genehmigen und legt ihm die Energieplanung 2026 zur Kenntnisnahme vor. Vom Bericht zur Umsetzung der langfristigen Klimastrategie hat er Kenntnis genommen. Die Direktionen prüfen nun, wo weitere Massnahmen nötig sind, um die Ziele der Klimastrategie zu erreichen.