Regierungsrat bewilligt Objektkredit für Rochadebau «PORTAL UZH» auf dem Campus Irchel

Ab Mitte der 2030er-Jahre muss die Universität Zürich etappenweise zahlreiche Gebäude des Campus Irchel instand setzen. Damit der Betrieb für die rund 12’000 Studierenden und Mitarbeitenden trotz Bauarbeiten aufrechterhalten werden kann, braucht es einen Rochadebau. Die Kosten dafür belaufen sich auf 655 Mio. Franken. 112 Mio. Franken davon beantragt der Regierungsrat dem Kantonsrat als neue Ausgaben.

Seit 1978 bildet der Campus Irchel neben dem Hochschulgebiet Zürich Zentrum den zweiten Hauptstandort der Universität Zürich (UZH). Rund 8600 Studierende werden dort in naturwissenschaftlichen und medizinischen Fächern unterrichtet. Zudem ist er Arbeitsort für über 3000 Mitarbeitende. Nach rund 50 Betriebsjahren müssen zahlreiche Gebäude und die Infrastruktur, welche den Campus mit Wärme, Kälte, Strom, Luft und Wasser versorgt, instand gesetzt werden. Dies ist in mehreren Etappen ab Mitte der 2030er-Jahre geplant.

Hörsäle, Labore und Technikanlagen

Um die umfassenden Instandsetzungen zu ermöglichen, plant der Kanton mit dem «PORTAL UZH» einen Rochadebau. Damit werden über die mehrjährigen Bauetappen die nötigen Flächen bereitgestellt, um die einzelnen Gebäude für die jeweiligen Arbeiten räumen zu können. Gleichzeitig werden die gebäudetechnischen Anlagen für den ganzen Campus im Rochadebau verortet. Diese befinden sich heute in der Etappe «UZI1» von 1979 und sind erneuerungsbedürftig. Das Gebäude heisst «PORTAL UZH», weil es den Zugangsbereich zum Campus Irchel Mitte bildet. Der Holz-Beton-Hybridbau besteht aus einem sechsgeschossigen Kopfbau und einem fünfstöckigen Labortrakt. Der Kopfbau beinhaltet Hörsäle, Seminarräume sowie Lehr- und Arbeitsplätze für Studierende und Mitarbeitende. Der direkt anschliessende Labortrakt enthält neben den Laboren auch Büros und Begegnungszonen. Technik- und Logistikanlagen sind in den Untergeschossen untergebracht.

Rücksicht auf Ortsbild und Natur

Das Gebäude fügt sich harmonisch in die Gesamtanlage auf dem Irchel ein, die als Schutzobjekt im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder ISOS figuriert. Zudem werden in Absprache mit der Stadt Zürich umfangreiche ökologische Ersatzmassnahmen im Irchelpark umgesetzt – eine Weiheranlage wurde bereits verlegt und ökologisch aufgewertet. Der Rochadebau wird den Standard Minergie-P-ECO erfüllen und strebt die Zertifizierung auf Stufe Gold der Schweizer Gesellschaft für nachhaltige Immobilienwirtschaft (SGNI) an. Für die Kühlung werden rund 90 Prozent natürliche Kälte (Nachtauskühlung und Erdsonden) verwendet. Auf den Dächern und Fassaden werden Photovoltaikanlagen installiert. Der Kanton Zürich berücksichtigt bei der Realisierung die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft – insbesondere, was die modulare Bauweise angeht, die eine künftige Umnutzung, eine Erweiterung oder den Rückbau vereinfacht.

Der Gesamtkredit beträgt 655 Mio. Franken. Der Grossteil der Ausgaben ist gebunden (543 Mio. Franken), die restlichen Investitionen in Höhe von 112 Mio. Franken sind neue Ausgaben, die dem Kantonsrat als Objektkredit beantragt werden. Die Mehrfachnutzung des Gebäudes während der Bauetappen durch Infrastruktur, Forschung und Lehre erhöht die Auslastung und reduziert die Investitions- und Betriebskosten.

Verläuft die Umsetzung gemäss der aktuellen Planung, kann der Bau im Jahr 2035 bezogen werden. Der Rochadebau ist bezüglich der Fläche für die Universität Zürich saldoneutral und bietet langfristig die Möglichkeit, Mietverträge von ausgelagerten Bereichen aufzulösen und die entsprechenden Nutzungen auf dem Campus Irchel zu konzentrieren.
 

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