Kanton Zürich will Zahl der Berufsabschlüsse erhöhen

Jugendliche und Erwachsene sollen beim Erwerb eines Lehrabschlusses unterstützt werden. Dazu schlägt der Regierungsrat dem Kantonsrat nach Abschluss der Vernehmlassung verschiedene Massnahmen vor.

Eine abgeschlossene Lehre ist ein starkes Fundament für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn. Ausserdem ist der Kanton Zürich auf ausgebildete Fachkräfte angewiesen. Darum sollen nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene unterstützt werden, eine berufliche Grundbildung erfolgreich abzuschliessen. Der Regierungsrat schlägt dem Kantonsrat dazu mehrere Massnahmen vor, die eine Änderung des Einführungsgesetzes zum Berufsbildungsgesetz (EG BBG) bedingen.

Chancen auf Lehrabschluss erhöhen
Lernende, die das Qualifikationsverfahren nicht bestanden haben und deren Lehrverhältnis nicht verlängert wurde, sollen bei der Vorbereitung zur Wiederholung der Abschlussprüfungen unterstützt werden. Für diese Personen soll künftig der Besuch der Berufsfachschule sowie der überbetrieblichen Kurse kostenlos sein.

Zudem sollen Erwachsene gefördert werden, die ein EBA (eidgenössisches Berufsattest) oder ein EFZ (eidgenössisches Fähigkeitszeugnis) erwerben wollen. Dafür soll der Kanton künftig die Kosten für den Besuch des Berufsfachschulunterrichts und der ergänzenden Bildung vollständig, jene der überbetrieblichen Kurse mehrheitlich übernehmen. Mit diesen Massnahmen wird das Anliegen der Motion «Chancen auf erfolgreichen Berufsabschluss erhöhen» umgesetzt.

Angebote zur Lehrvorbereitung bündeln

Darüber hinaus schlägt der Regierungsrat Massnahmen vor, die bei der Vorbereitung auf eine Berufslehre ansetzen: Die bestehenden Angebote Vorlehre und Integrationsvorlehre (INVOL) sollen ab dem Schuljahr 2028/2029 in Bezug auf Aufbau und Anforderungen vereinheitlicht werden. Damit sollen für alle Lernenden im selben Berufsfeld vergleichbare schulische Anforderungen und Lernziele geschaffen werden.

Die Vorlehre ist ein kantonales Angebot, das Jugendliche und Erwachsene auf den Einstieg in eine Berufslehre vorbereitet. Der praktische Teil findet im Vorlehrbetrieb im gewählten Berufsfeld, der schulische Teil an einer Berufsfachschule statt. Die INVOL ist ähnlich strukturiert und richtet sich an spät zugewanderte Personen und Geflüchtete. Der Bund hat die Verstetigung des Bundesprogramms INVOL beschlossen. Deshalb soll dieses Angebot auch auf kantonaler Ebene beibehalten und mit der Vorlehre harmonisiert werden.

Vorlage nun beim Kantonsrat

Die Vernehmlassung zur Vorlage wurde im Jahr 2025 durchgeführt (siehe Medienmitteilung vom 17. April 2025). Die Teilnehmenden haben dem Entwurf mehrheitlich zugestimmt. Die Rückmeldungen sind in die Ausarbeitung der definitiven Gesetzesvorlage eingeflossen. Die vom Regierungsrat verabschiedete Vorlage geht nun zur Beratung an den Kantonsrat.

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