Kulturelle Teilhabe: Anerkennungsbeiträge 2021

Bereits zum fünften Mal zeichnet der Kanton Zürich Kulturschaffende und Institutionen aus, die sich für die Teilhabe möglichst breiter Bevölkerungskreise am kulturellen Leben engagieren. Je einen Anerkennungsbeitrag erhalten in diesem Jahr Artasfoundation (Zürich), Froh Ussicht (Samstagern) und LAB Junges Theater Zürich.

Inhaltsverzeichnis

Die Förderung der kulturellen Teilhabe ist einer der Schwerpunkte, die der Kanton bei der Ausrichtung seiner Kulturpolitik festgelegt hat. Damit reagiert er auf die gesellschaftlichen Entwicklungen und die Forderung seitens der Politik nach mehr Durchlässigkeit im Kulturbetrieb. Mit der Vergabe der Anerkennungsbeiträge für kulturelle Teilhabe setzt der Kanton Zürich ein starkes Zeichen und rückt die Bedeutung der Teilhabe möglichst vieler am Kulturleben ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

Eine Stiftung und zwei Vereine werden mit den diesjährigen Anerkennungsbeiträgen von je 10’000 Franken ausgezeichnet. Mit ihrem Engagement verfolgen sie das Ziel, ganz unterschiedlichen Zielgruppen den Zugang zum kulturellen Leben zu ermöglichen, diese am künstlerischen Prozess teilhaben zu lassen und zu animieren, selbst kreativ tätig zu sein. Die drei Auszeichnungen beleuchten exemplarisch das vielfältige Spektrum kultureller Teilhabe.

Die diesjährigen Anerkennungsbeiträge gehen an:

Artasfoundation

Artasfoundation, eine Stiftung für Kunst in Konfliktregionen, initiiert in Prozessen gesellschaftlichen Wiederaufbaus nach Kriegen oder gewaltvollen Konflikten Kunstprojekte und begleitet diese in der Umsetzung. Sie stützt sich dabei auf langfristige Zusammenarbeit mit lokalen Kulturschaffenden und bezieht Künstlerinnen und Künstler aus privilegierten Kontexten ein. Die Projekte ermöglichen Menschen in festgefahrenen politischen Konflikten Begegnung mit Kultur. Sie schaffen Räume, in denen Menschen, die sich politischen Entscheiden ausgeliefert fühlen, Eigeninitiative erfahren und neue Visionen entwickeln können. Dabei führen sie junge Menschen aus verfeindeten Gruppen in künstlerischer Tätigkeit zusammen. Der Ausgangspunkt des Schaffens der Stiftung ist dabei Kunst als grundlegendes menschliches Bedürfnis, dem bei humanitären Einsätzen nach gewaltvollen Konflikten Bedeutung eingeräumt werden sollte. 2020 hat Artasfoundation zusammen mit der ZHdK das Zentrum für Kunst und Friedensförderung gegründet.

Froh Ussicht

Auf dem Hof Blum in Samstagern werden nicht nur Bio-Lebensmittel hergestellt, sondern auch Installationen und Kunstprojekte realisiert. Martin Blum, Hofbesitzer und Initiator von Froh Ussicht, ist selber Künstler und schafft es immer wieder, qualitativ herausragende Kunst zu zeigen. Die Projekte fügen sich dabei natürlich-künstlich in die Umgebung ein: Sie unterstreichen Vorhandenes und ergänzen um Irritierendes. In der Froh Ussicht wird professionelles Kunstschaffen niederschwellig erleb- und nahbar gemacht. Ein Fachpublikum genauso wie zufällig vorbeikommende Spaziergängerinnen und Spaziergänger werden hier angesprochen und durch die Mittel der Kunst mit relevanten gesellschaftlichen Fragen konfrontiert.

LAB Junges Theater Zürich

Im Theaterlabor LAB erarbeiten Jugendliche zwischen 14 und 24 Jahren gemeinsam mit einem professionellen künstlerischen Team Projekte, die zusammen mit Theaterinstitutionen wie beispielsweise der Gessnerallee realisiert werden. Das LAB ermöglicht den Jugendlichen unter professioneller Anleitung Zugänge zum Theater, zum Spielen, zur Welt sowie zu den Mitspielenden und sich selbst. Es bilden sich junge Ensembles auf Zeit, in verschiedenen Formaten begegnen sich Jugendliche mit unterschiedlichem schulischem, sozialem und kulturellem Hintergrund. In den sechs Jahren entstanden im Rahmen des LAB über ein Dutzend Produktionen, an denen sich weit über 100 Jugendliche beteiligten. So wurde das LAB zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Jugendtheaterszene von Zürich und Umgebung. Die Initiatorinnen und der Initiator – Deborah Imhof, Elina Wunderle und Lukas Schmocker – haben mit ihrer Initiative auf kulturpolitischer Ebene zudem hartnäckig auf die Wichtigkeit des Theaters mit Jugendlichen aufmerksam gemacht.
 

Die Vergabe erfolgte durch eine sechsköpfige Jury: Dr. Madeleine Herzog, Leiterin Fachstelle Kultur (Vorsitz); Rahel Bains, Journalistin Tsüri.ch; Céline Colombo, Projektleiterin Teilhabe Direktion der Justiz und des Innern; Franziska Gabriel, Projektleiterin Kultur Stadt Winterthur; Prisca Passigatti, Regionale Kulturförderung, Fachstelle Kultur; Gunda Zeeb, Theaterkuratorin.

Regierungspräsidentin Jacqueline Fehr übergibt die Anerkennungsbeiträge am 29. November 2021 in der Gessnerallee.

Kontakt

Direktion der Justiz und des Innern – Medienstelle

Mehr erfahren

Adresse

Neumühlequai 10
Postfach
8090 Zürich
Route (Google Maps)

Für dieses Thema zuständig: