Kanton Zürich sucht mit SBB Synergien für neue Velo- und Businfrastruktur

Der Bund und die SBB wollen bis 2035 mit dem Projekt Brüttenertunnel den Kapazitätsengpass zwischen Zürich und Winterthur beheben. Zeitgleich bietet sich für den Kanton Zürich die Chance, zwei wichtige Massnahmen des kantonalen Velonetzplans umzusetzen sowie eine neue Busspur zu ermöglichen. Der Regierungsrat beantragt beim Kantonsrat deshalb einen Objektkredit in der Höhe von rund 73 Millionen Franken zur Realisierung einer Veloschnellroute in Wallisellen, einer Velohauptverbindung in Dietlikon und Wangen-Brüttisellen und einer neuen Busspur in Bassersdorf.

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Aufzeichnung der Medienkonferenz vom 8. September 2020. Aufzeichnung der Medienkonferenz vom 8. September 2020

Wo das Bahnprojekt Brüttenertunnel kantonale Infrastrukturen und Interessen tangiert, arbeitet das Amt für Verkehr des Kantons Zürich intensiv mit den SBB zusammen. Dabei hat sich gezeigt, dass es sinnvoll ist, die drei kantonalen Vorhaben ins Grossprojekt Brüttenertunnel zu integrieren und als Gemeinschaftsprojekt weiterzubearbeiten. Auf diese Weise können in der Planungs- und Bauphase Synergien genutzt werden. Dies ermöglicht eine optimale Abstimmung der Vorhaben, spart Kosten und Ressourcen und vereinfacht das Verfahren.

«Das Projekt Brüttenertunnel bietet die Chance, in der Region Glattal Hand in Hand das bis dato umfangreiste Veloprojekt im Kanton Zürich zu realisieren und den öffentlichen Verkehr auszubauen», sagt Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh. «Dieses Momentum sollte genutzt werden, denn dadurch wird eine optimale Abstimmung der Vorhaben ermöglicht, was wiederum die Kosten senkt.» Das Gesamtverkehrskonzept des Kantons Zürich legt das Ziel fest, den Anteil des Veloverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen kontinuierlich zu erhöhen. Bis 2030 sollen im Kanton 8 Prozent aller Wegetappen mit dem Velo zurückgelegt werden. Eine Erhöhung des Veloverkehrs erfolgt erst dann, wenn sichere und attraktive Veloinfrastruktur gebaut wird. 

Der nun für die Begleitprojekte beantragte Kredit von 73,1 Millionen Franken ist die Voraussetzung für die Weiterprojektierung und spätere Realisierung durch die SBB. Die Kosten wurden gemäss Vorgaben eines Vorprojektes mit einer Genauigkeit von +/- 20% ermittelt. Sie betragen für die Veloschnellroute Wallisellen 23,21 Millionen Franken, für die Velohauptverbindung Dietlikon / Wangen-Brüttisellen 48,52 Millionen Franken und für die Busspur Bassersdorf 1,37 Millionen Franken.

Veloschnellroute Wallisellen – ein Pilotprojekt

In Wallisellen soll entlang der Gleise zwischen der Personenunterführung Breite und der Brücke Opfikonstrasse auf dem Gebiet der Stadt Zürich der erste Abschnitt der Veloschnellroute von Zürich Oerlikon über Wallisellen und Dübendorf ins Zürcher Oberland realisiert werden. Als eine der ersten kantonalen Veloschnellrouten hat diese Strecke Pilotcharakter und trägt dazu bei, dass sich das Velo gegenüber anderen Verkehrsmitteln im Alltag etablieren kann. Veloschnellrouten verbinden Regionen untereinander, sind hindernisfrei, zusammenhängend, sicher und komfortabel. Das macht sie attraktiv als Verbindungen für Pendlerinnen und Pendler wie auch für alle anderen Velofahrenden unabhängig vom Tempo oder der Ausrüstung.

Velohauptverbindung in Dietlikon und Wangen-Brüttisellen behebt Schwachstellen

Vom Quartier «Im Lampitzäckern» in Dietlikon entlang des Bahnhofs und weiter in Richtung Baltenswil ist eine Velohauptverbindung entlang der SBB-Strecke geplant. Mit der Umgestaltung der Bahnhofstrasse soll die Strecke durchgehend zur Hauptverbindung ausgebaut und die Netzlücke Richtung Baltenswil geschlossen werden. Die Bahnhofstrasse stellt einerseits aus regionaler Sicht als Zubringer auf die Veloschnellroute wie auch lokal für die Gemeinden eine wichtige Verbindung dar. Zudem wird die langjährige und gefährliche Schwachstelle in der Unterführung Bahnhofstrasse in Dietlikon behoben.

Verlegung der Baltenswilerstrasse mit zusätzlicher Busspur

In Bassersdorf befindet sich das Portal des Brüttenertunnels im Bereich der heutigen Strassenunterführung der Kantonsstrasse zwischen Bassersdorf und Baltenswil. Aufgrund der Lage des Tunnelportals wird die Unterführung Baltenswilerstrasse aufgehoben. Die Kantonsstrasse wird vorgängig an die Lage des heutigen Husmattenweges verlegt. Da das Projekt Brüttenertunnel die Umlegung verursacht, übernimmt die SBB die Kosten. Als Ergänzung plant der Kanton eine Busspur, um den Busbetrieb von Baltenswil zum Bahnhof Bassersdorf bevorzugen zu können.

Das Plangenehmigungsverfahren für das Projekt Brüttenertunnel und somit auch für die drei Begleitprojekte läuft in den Jahren 2023 bis 2025. Mit dem Projekt Brüttenertunnel soll im 2026 begonnen werden. Die Inbetriebnahme ist frühestens im Dezember 2034 geplant. Die Begleitprojekte werden in Etappen früher den Nutzerinnen und Nutzern übergeben.

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