Internationale Auszeichnung für die Bewährungshilfe des Zürcher Justizvollzugs

Die Zürcher Lernprogramme der Bewährungs- und Vollzugsdienste im Amt für Justizvollzug erhielten am letzten Donnerstag von Prinzessin Anne in London den «International Community Justice Award» für besondere Verdienste in der Bewährungshilfe.

«Rückfälle vermindern und die Kriminalitätsrate senken» waren die Schwerpunkte einer von der Nationalen Bewährungshilfe von England und Wales vom 28. bis 30. Januar 2004 in London durchgeführten internationalen Konferenz. Im Rahmen dieser Konferenz fand die Verleihung der internationalen Auszeichnungen für besondere Verdienste in der Bewährungshilfe statt (International Community Justice Awards). Es wurden Auszeichnungen in zehn verschiedenen Kategorien verliehen.

Die Jury, Expertinnen und Experten aus sechs Ländern, hatte insgesamt rund 80 Eingaben aus 21 Ländern zu beurteilen. Das von den Bewährungs- und Vollzugsdiensten des Kantons Zürich eingereichte Projekt «Lernprogramme als neue Interventionsform in der Strafjustiz» wurde als bestes Projekt der Kategorie «Neuland erschliessen» ausgezeichnet und Prinzessin Anne gratulierte der Projektleiterin Heidi Hollenweger persönlich.

Neue Interventionsform

Lernprogramme sind eine noch relativ neue Interventionsform in der Schweizer Strafjustiz. Sie wurden vom Bundesamt für Justiz als Modellversuch anerkannt und finanziell unterstützt. Der von Oktober 1999 bis September 2003 durchgeführte Modellversuch wurde wissenschaftlich begleitet. Bis im Herbst 2005 soll dessen Evaluation abgeschlossen sein. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bewährungsdienstes Zürich II des Amtes für Justizvollzug waren unter der Leitung von Heidi Hollenweger für die Umsetzung des Modellversuches verantwortlich.

Die Zürcher Lernprogramme sind Gruppentrainings für Straffällige. Ziel ist es, das Risiko erneuter Straffälligkeit zu verringern. Die Lernprogramme werden in der Regel bei Verurteilungen zu bedingten Freiheitsstrafen angeordnet und erweitern damit den Sanktionenkatalog der Strafverfolgung.

An den Gruppentrainings nehmen sechs bis zwölf Personen teil. Je nach Programm umfasst ein Lernprogramm 10 bis 14 zweistündige wöchentliche Gruppensitzungen. Die darauf folgenden Nachgespräche dienen der Vertiefung des Gelernten. Im Amt für Justizvollzug werden Lernprogramme mit folgenden Schwerpunkten angeboten: «Alkoholauffällige oder risikobereite Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer», «Partnerschaft ohne Gewalt» und «junge Erwachsene, die Vermögens- oder Gewaltdelikte verübt haben».

(Medienmitteilung der Direktion der Justiz und des Innern)

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