3. Teilergänzung der S-Bahn: Kredit von 96 Millionen Franken ermöglicht Ausbau des Angebots im ganzen Kanton und löst Gesamtinvestitionen von 230,9 Millionen Franken aus
Medienmitteilung 13.03.2003
Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat einen Kredit von 95,8 Millionen Franken für die betrieblich notwendigen Doppelspur- und Bahnhofsausbauten auf Strecken der Zürcher S-Bahn und der Sihltal Zürich Uetliberg Bahn (SZU). Die Gesamtinvestitionen betragen 230,9 Millionen Franken. Die Ausbauten begegnen bestehenden Kapazitätsengpässen zum Beispiel im Oberland und im Knonaueramt und schliessen gleichzeitig Verbindungslücken zwischen Arbeitsplatz und Wohngebieten. Geplant sind unter anderem die neue Haltestelle Winterthur Hegi, der Halbstundentakt ins Furttal bis Buchs-Dällikon und die zusätzliche S-Bahn-Linie 15, die einen Viertelstundentakt ins Oberland und ins Knonaueramt ermöglicht. Mit den vorliegenden 3. Teilergänzungen wird die Zürcher S-Bahn im Sinne der Gesamtverkehrskonzeption gezielt dort gestärkt, wo sie eine gute Wettbewerbsposition im Verkehrsmarkt einnimmt.
Seit der Inbetriebnahme der S-Bahn Zürich im Jahr 1990 hat sich die Nachfrage sehr positiv entwickelt. Im Zeitraum von 1989 bis 2002 nahm die Zahl der S-Bahn-Reisenden um 82 Prozent von 159'000 auf 290'000 Personen pro Werktag zu. Auf Grund dieses grossen Erfolges stossen verschiedene S-Bahn-Linien an ihre Kapazitätsgrenzen, was die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs verringert. Zudem fehlen heute noch Durchmesserlinien in Winterthur sowie Direktverbindungen zwischen Wohnregionen und Arbeitsplatzgebieten, viele Reisende steigen deshalb auf den Individualverkehr um.
Beschränkung auf das betrieblich Notwendige
Der Zürcher Verkehrsverbund hat gemeinsam mit der SBB AG und den Nachbarkantonen ein breit abgestütztes Angebotskonzept entwickelt, das diesen Kapazitätsengpässen begegnen soll und gleichzeitig Verbindungslücken zwischen Arbeitsplatz- und Wohngebieten schliessen wird. Die Angebotselemente dieser 3. Teilergänzungen der S-Bahn umfassen praktisch alle S-Bahn-Achsen im Kernnetz, bringen Ausbauten für den Raum Winterthur und verlängern diverse Linien bis in die Nachbarkantone (siehe Grafik).
Im Zürcher Oberland erfordert dies den Bau eines neuen Doppelspurabschnitts bei Bubikon-Rüti. Im Knonaueramt wird eine neue Doppelspur bei Bonstetten-Wettswil und bei Hedingen sowie der Ausbau des Bahnhofs Bonstetten-Wettswil nötig. Im Furttal werden die Bahnhöfe Buchs-Dällikon und Otelfingen ausgebaut, in Winterthur entsteht die neue Haltestelle Hegi. Ein neuer Doppelspurabschnitt auf der SZU-Strecke Zürich Giesshübel – Saalsporthalle soll diese heute stark frequentierte Strecke entlasten. Mit dem Ausbau der SZU-Haltestelle Saalsporthalle schliesslich soll dem durch die Überbauung «Sihlcity» zu erwartenden Mehrverkehr begegnet werden.
Viertelstundentakt ins Oberland dank neuer S-Bahn-Linie 15 von Rapperswil nach Affoltern am Albis
Die verschiedenen Ausbauten ermöglichen unter anderem ab dem Fahrplanwechsel Dezember 2007 die neue S-Bahn-Linie 15. Sie bedient von Rapperswil alle Stationen bis nach Wetzikon und hält anschliessend wie die S5 nur noch in Uster, um dann ohne Halt bis Zürich Stadelhofen weiterzufahren. Zusammen mit der S5 erhält damit das Oberland den Viertelstundentakt und profitiert von einem Zeitgewinn von 15 Minuten auf den Anschluss an die Fernverbindungen. Von Zürich Hauptbahnhof fährt die S15 anschliessend weiter nach Affoltern am Albis. Das Knonaueramt wird damit zusammen mit der S9 mit einem 12/18-Minuten Intervall bedient. Für das Furttal wird der Halbstundentakt bis nach Buchs-Dällikon ausgeweitet (bisher nur bis Regensdorf). Die Region Winterthur profitiert von der neuen Haltestelle Winterthur Hegi, die vorerst halbstündlich von der S35 Winterthur – Wil bedient wird.
Im Rahmen der 3. Teilergänzung der S-Bahn sind ferner ohne weitere Investitionen in die Infrastruktur durch den Kanton Zürich unter anderem am linken Zürichseeufer grosse Verbesserungen zu erwarten. Dank der Verlängerung der S14 nach Horgen Oberdorf entsteht auf der Strecke Thalwil – Zürich der Viertelstundentakt. Zudem profitieren die grösseren Gemeinden wie zum Beispiel Richterswil und Horgen von der neu halbstündlichen Schnellverbindung mit der S2 nach Zürich. Am rechten Zürichseeufer soll das Angebot schrittweise so ausgebaut werden, dass die im Jahr 1999 in Betrieb genommene Angebotsverdichtung auch am Wochenende und am Abend angeboten werden kann. Verbesserungen sind zudem im Limmattal vorgesehen, wo mit der S3 eine stündliche Verbindung von Dietikon nach Aarau mit Anschluss an den Intercityzug Richtung Bern geplant ist. Weiter wird die S8 stündlich über Frauenfeld bis Weinfelden fahren.
Ausgewogene Finanzierung
Mit der SBB AG konnte ein fairer Kostenteiler gefunden werden. Finanziert werden die einzelnen Projekte durch die Kantone nach dem Territorialprinzip. Der Beitrag des Kantons Zürich beschränkt sich somit auf die Ausbauten auf Kantonsgebiet (siehe Grafik Ziffern 1 bis 5). Bei Gesamtinvestitionen von 230,9 Millionen Franken beläuft sich der Anteil des Kantons Zürich damit auf 95,8 Millionen Franken, einschliesslich der Investitionen bei der SZU. Der Regierungsrat ist überzeugt, dass mit der 3. Teilergänzung der S-Bahn ein nachfragegerechtes, betrieblich optimiertes und ausgewogenes Investitionspaket vorliegt.
(Medienmitteilung des Regierungsrates)
Hinweis
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