News GS Bezirke Hinwil, Meilen, Pfäffikon, Uster – 1/2019

Inhaltsverzeichnis

Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser

2019 wird das Amt für Jugend und Berufsberatung 100 Jahre alt. Im Jubiläumsjahr werden wir unter anderem eine Publikation veröffentlichen, welche unsere Kernthemen «Familie und Beruf» würdigt. In der Publikation, die voraussichtlich im Frühsommer gedruckt wie auch online erscheinen wird, kommen die Bevölkerung, Zusammenarbeitspartner, Fachpersonen und die Politik zu Wort. Gerne halten wir Sie darüber auf dem Laufenden.

Wir freuen uns, dieses Jubiläumsjahr in Angriff zu nehmen und wünschen Ihnen eine spannende Lektüre unseres Newsletters.

Sagen Sie uns Ihre Meinung, sei es zu diesem Newsletter oder unserer Arbeit im Allgemeinen. Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme.

Herzlich,
Katja Bluntschli

Katja Bluntschli

Geschäftsführerin

katja.bluntschli@ajb.zh.ch
+41 43 259 80 00

Katja Bluntschli, Geschäftsführerin GS Hinwil, Meilen, Pfäffikon, Uster, AJB

Unterstützung für Kinder psychisch beeinträchtigter Eltern

Welche Auswirkungen hat die Alkoholsucht einer Mutter auf ihre 3-jährige Tochter? Was muss ein Kind über die Depression seines Vaters wissen? Mit solchen Fragen können Fachpersonen im Umfeld von Kindern und Jugendlichen wie z. B. der Sozialbehörde konfrontiert werden. Orientierungshilfen für einen angemessenen Umgang mit solchen Fällen unterstützen Fachpersonen im Alltag. Eine Sensibilisierung für diese Themen war Kernanliegen einer Fachveranstaltung in Uster.

Im Wagerenhof Uster trafen sich Ende November rund 100 Fachpersonen des AJB aus den Bezirken Hinwil, Meilen, Pfäffikon und Uster. Nach thematischen Inputs von Experten stand die gemeinsame Reflexion von typischen Fallbeispielen im Zentrum. Die Veranstaltung ist Teil des Projektes «Kinder psychisch beeinträchtigter Eltern im Züri Oberland» kurz: KipbE.ZO.

In ihrem Referat erläutert Heidi Simoni, Institutsleiterin des Marie Meierhofer Instituts für das Kind, wie Kinder und Jugendliche den Alltag mit hoch belasteten oder psychisch kranken Eltern erleben und bewältigen können. Fachpersonen verschiedenster Disziplinen müssen sich stets neu fragen, wie sie Kinder in solchen Situationen bestmöglich unterstützen können. Jedoch gibt es für diese Fragestellungen kein allgemeingültiges Antwortschema.

Im zweiten Inputreferat teilte Benjamin Dubno hilfreiche Tipps für die Praxis mit den Anwesenden. Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und stv. Ärztlicher Direktor an der Integrierten Psychiatrie Winterthur vermittelte in Kürze die wichtigsten Störungsbilder aus der Erwachsenenpsychiatrie. Wissen darüber, was in Eltern mit Depression, Persönlichkeitsstörungen oder einer Suchterkrankung vorgeht, hilft Fachpersonen im Umgang mit betroffenen Familien. «Der Umgang mit der Krankheit ist vielmals entscheidender als die Störung selber», war denn auch eine der Hauptbotschaften, welche Dubno den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vermittelte.

Nicht nur ein feines Gespür ist im Umgang mit betroffenen Familien wichtig, sondern auch die Vernetzung verschiedener Disziplinen, Behörden und Institutionen sowie Kenntnis der verschiedenen Anlaufstellen. In dieser Hinsicht konnte der Anlass einen wichtigen Beitrag leisten, damit Kinder von psychisch beeinträchtigen Eltern die Unterstützung bekommen, die sie brauchen.

Über «KipbE.ZO»

Das Projekt Kinder psychisch beeinträchtigter Eltern im Züri Oberland (KipbE.ZO) wurde von der Geschäftsstelle der Bezirke Hinwil, Meilen, Pfäffikon und Uster in Zusammenarbeit mit der Regionalen Psychiatriekommission Zürcher Oberland (RPK.ZO) lanciert. Es verfolgt das Ziel Fachpersonen aus unterschiedlichsten Bereichen für die besonderen Bedürfnisse von Kindern mit psychisch beeinträchtigten Eltern zu sensibilisieren.

Projektleiterin Stephanie Ganz beantwortet gerne Fragen zum Thema oder bespricht mögliche Kooperationen: stephanie.ganz@ajb.zh.ch

Mehr zum Thema

Jugendsuizid darf kein Tabuthema sein

Mitte Januar besuchten rund 200 Fachpersonen aus der Kinder- und Jugendhilfe die Tagung «Jugend-Suizid-Prävention» in Uster. Mit dem Ziel zu informieren und zu sensibilisieren organisierte das Amt für Jugend und Berufsberatung der Bezirke Hinwil, Meilen, Pfäffikon und Uster diesen Anlass gemeinsam mit der Suizidprävention Kanton Zürich und der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich.

Die Tagung reiht sich in das Schwerpunktprogramm «Suizidprävention» des Kantons Zürich ein. Insgesamt 18 Projekte werden im Zuge dieses Programms umgesetzt. Ein wichtiger Fokus liegt in der aktuellen Phase auf der Aus- und Weiterbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.

Kurz zusammengefasst einige der wichtigsten Take Home Messages, welche die Teilnehmenden mit auf den Weg bekamen:

  • Reden kann retten!
  • Es geht nicht darum, die Probleme des Jugendlichen zu lösen, sondern darum zu entlasten. Also Unterstützung zu bieten, um suizidale Krisen zu überwinden.
  • Frühzeitig Hilfe holen bei den verschiedenen Anlaufstellen in der Region ist zentral.

Weiterführende Informationen

Eine Chance für Flüchtlinge, eine Chance für Betriebe

Es leuchtet ein: Wer die Sprache spricht und arbeitet, kann sich in einem fremden Land schneller integrieren. Durch die Arbeit haben wir eine Aufgabe, sind finanziell unabhängig und lernen Kolleginnen und Kollegen kennen. Noch besser gelingt die Integration ins Erwerbsleben mit einer Berufslehre. Diese Chance bietet ein Meilemer KMU einem vorläufig aufgenommenen Afghanen.

Die Integrationsvorlehre ermöglicht jungen Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen sich während einem Jahr auf den Einstieg in eine berufliche Grundbildung vorzubereiten. Sie arbeiten als Lernende im Vorlehrbetrieb und besuchen während anderthalb Tagen die Berufsfachschule. Dafür braucht es natürlich fähige und motivierte Flüchtlinge. Das Projekt steht und fällt aber mit dem Angebot an geeigneten Ausbildungsplätzen.

André Soltermann von SOLTERMANN BAUT in Meilen musste nicht lange überlegen, als das biz Meilen auf ihn zukam und ihm von der Integrationsvorlehre und einem Flüchtling namens Resa erzählte. Zwar kam auch dem vielbeschäftigen Unternehmer zuerst der zusätzliche Zeitaufwand in den Sinn. Doch schnell war ihm klar: «Das tönt spannend, Zeit hin oder her, Resa soll sich bei mir melden.» Nach einem ersten positiven Telefonkontakt sass der vorläufig aufgenommene Flüchtling dann bald im Büro von Herrn Soltermann, erzählte ihm seine Geschichte und dass er arbeiten will: 32 Jahre alt, aus Afghanistan aber im Iran aufgewachsen, seit nun 6 Jahren in der Schweiz, Vater eines 8-jährigen Kindes.

Soziales Engagement im Vordergrund

«Für mich hat das gleich gestimmt», meint André Soltermann. «Einfach hier zu sein, ohne Aufgabe, ohne etwas machen zu können, das ist doch furchtbar.» Man glaubt es dem Meilemer Bauunternehmer aufs Wort, wenn er sagt, dass seine Motivation zuallererst Sympathie und soziales Engagement ist: «Diese Menschen haben nicht so viel Glück gehabt wie ich und viele andere in Europa. Jetzt ist Resa da, wir geben ihm eine Chance und hoffen, dass er diese Chance nützt und das durchzieht.» Geschäftliche Interessen müssen deswegen nicht zu kurz kommen. «Bei uns Handwerkern an der Goldküste haben wir schon Probleme Lehrlinge zu finden, alle wollen ans Gymi», gibt er zu bedenken. Ein soziales Engagement kann zudem eine Referenz für eine Firma sein. Wenn Gemeinden Aufträge vergeben, wird z.T. auch darauf geschaut, welche Firmen sich sozial engagieren und beispielsweise Lehrlinge angestellt haben.

Lehrstelle als Maurer

Wichtig war für André Soltermann, dass Resa zuerst ein paar Tage auf dem Bau schnupperte: «Auf dem Bau herrscht ein raues Klima, mit Staub und Lärm. Unser Polier meinte dann aber, dass Resa ein guter Typ sei, der mitdenkt und anpackt.» Resa wurde eingestellt, die Einholung der Arbeitsbewilligung ging schlank und schnell über die Bühne. «Eine kurze Sache mit wenig Aufwand», freut sich Herr Soltermann über die unkomplizierten Formalitäten. Sein Fazit nach nun vier Monaten: «Es klappt super! Resa kommt immer und ist immer pünktlich. Er hat in den sechs Jahren gecheckt, wie es in der Schweiz läuft.» Und wenn doch mal Probleme auftauchen? «Wenn irgendetwas wäre, könnte ich mich an das biz Meilen wenden, da werde ich sehr gut betreut», ist André Soltermann überzeugt, «bis jetzt habe ich das jedoch nicht gebraucht.» Das Ziel des Unternehmers ist denn auch ganz klar: Er will dem jungen Mann nach der Integrationsvorlehre eine reguläre Lehrstelle als Maurer anbieten können. Und er ist zuversichtlich: «Bei Resa ist die Chance gross, dass er den Schritt in die reguläre Lehre schafft.»

Kontakt

Amt für Jugend und Berufsberatung – Geschäftstelle der Bezirke Hinwil, Meilen, Pfäffikon, Uster

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Guyer-Zeller-Strasse 6
8620 Wetzikon
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