Ökologische Aufwertungen

Kanton und Gemeinden sorgen mit ökologischen Aufwertungen dafür, dass Flüsse und Bäche wieder naturnaher werden. Die natürlichen Funktionen sollen gefördert und ökologische Defizite behoben werden. Je nach Gewässer und örtlichen Bedingungen sind unterschiedlich grosse und kleine bauliche Massnahmen zielführend.

Aktuelle Situation im Kanton Zürich

Viele Fliessgewässer im Kanton Zürich sind in einem schlechten ökologischen Zustand: Sie wurden verbaut, kanalisiert und haben zu wenig Raum, um ihre natürlichen Funktionen zu erfüllen. Über ein Fünftel der Gewässer sind heute eingedolt, verlaufen also unter dem Boden.

Ökomorphologische Zustände der Fliessgewässer

Kuchendiagramm: Übersicht ökomorphologischer Zustand der Fliessgewässer.  Eingedolt sind 22,1%; künstlich / natufremd sind 5,7%; stark beeinträchtigt sind 13,4%; wenig beeinträchtigt sind 21,2%; natürlich / naturnah sind 35,4% und nicht klassiert sind 1,8%
Die Übersicht der ökomorphologischen Zustände zeigt, dass rund 40% der Fliessgewässer im Kanton Zürich stark beeinträchtigt bis eingedolt sind.

Ökologische Aufwertungen sind wichtig, damit die Flüsse und Bäche ihre natürlichen Funktionen wieder erfüllen können. Naturnahe, dynamische Gewässer mit strukturreichen Uferzonen bieten Lebensräume für viele Tiere und Pflanzen und verbessern den Hochwasserschutz. Zudem sind sie attraktive Erholungsräume für die Bevölkerung. 

Revitalisierungen

Revitalisierungen zielen darauf ab, beeinträchtigte Gewässer wieder möglichst naturnah zu gestalten. Der Fluss oder Bach erhält dank einer Revitalisierung wieder mehr Raum und kann vielfältige Lebensräume gestalten. Revitalisierungen leisten deshalb den grössten Beitrag an die ökologische Vielfalt. Ihre Planung und Umsetzung nimmt aber Zeit in Anspruch und ist mit aufwändigeren Bauarbeiten verbunden.

Seit 2011 verlangt der Bund von den Kantonen, die Revitalisierung der Gewässer zu planen. Der Kanton Zürich hat daraufhin das Revitalisierungspotenzial aller Gewässer geprüft und rund 100 von 3600 Kilometern als vorrangig eingestuft. Diese Abschnitte sollen bis 2035 revitalisiert werden. Für grössere Gewässer ist der Kanton zuständig, für kleinere die Gemeinden.

Abgeschlossene Revitalisierungsprojekte

Balkendiagramm zeigt die Länge der abgeschlossenen kantonalen und kommunalen Revitalisierungsprojekten in Km.
Länge der abgeschlossenen kantonalen und kommunalen Revitalisierungsprojekte pro Jahr seit 2020. Durchschnittlich wurden durch den Kanton und die Gemeinden 2.2 km pro Jahr revitalisiert.

Strukturverbessernde Massnahmen

Bei grösseren Gewässern setzt der kantonale Gewässerunterhalt strukturverbessernde Massnahmen um. Mit dem Einbau von Wurzelstöcken, Pfählen und Lenkelementen entstehen abwechslungsreichere und dynamischere Gewässer. Diese Massnahmen schaffen neue Lebensräume für Fische und andere Wasserlebewesen und Pflanzen.

Mit dem Programm «Vielfältige Zürcher Gewässer» unterstützt der Kanton seit 2022 Gemeinden und Private, die ein Gewässer ökologisch aufwerten und pflegen wollen. 

Abgeschlossene strukturverbessernde Massnahmen

Balkendiagramm: Länge der abgeschlossenen Projekte (km) pro Jahr seit 2020. 2022 wurden mit über 8,5 km die meisten Projekte realisiert, hauptsächlich durch VZG.
Länge der abgeschlossenen strukturverbessernden Massnahmen pro Jahr seit 2020. Durchschnittlich wurden durch den kantonalen Gewässerunterhalt und im Rahmen des Projektes Vielfältige Zürcher Gewässer 3,8 km pro Jahr revitalisiert.

Offenlegungen bei
Hochwasserschutz-Projekten

Bei kommunalen Hochwasserschutzprojekten werden eingedolte Fliessgewässer wo möglich wieder offengelegt und – wie bei Revitalisierungsprojekten – ökologisch aufgewertet. Diese Abschnitte werden als «indirekte Revitalisierungen» bezeichnet, weil sie nicht an die Revitalisierungsvorgabe des Bundes angerechnet werden. Sie sorgen aber für eine deutliche ökologische Verbesserung.
 

Abgeschlossene Offenlegungen

Balkendiagramm zeigt die Länge der abgeschlossenen Offenlegungsprojekte in km. In den Jahren 2022, 2023, 2024 und 2025
Länge der abgeschlossenen Offenlegungen im Rahmen von Hochwasserschutz-Projekten pro Jahr seit 2022. Durchschnittlich wurden durch die Gemeinden 810 m pro Jahr offengelegt und revitalisiert.

Kontakt

Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft – Abteilung Wasserbau

Adresse

Walcheplatz 2
8090 Zürich
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E-Mail

wasserbau@bd.zh.ch

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