Lärmschutz bei Neuanlagen

Kleinere neue oder geänderte Anlagen für die Parkierung oder zur Wärmegewinnung dürfen keinen vermeidbaren Lärm erzeugen, soweit dies technisch und wirtschaftlich machbar ist. Die Einhaltung der Planungswerte ist das Minimum an Lärmschutz hierin.

Inhaltsverzeichnis

Wärmepumpen

Wärmepumpen erzeugen auf verschiedene Weise Schall. Hauptquellen sind Verdichter, Ventilatoren und Rohrleitungen. Grundsätzlich ist bei der Abstrahlung zwischen Luft- und Körperschall zu unterscheiden. Bei im Freien aufgestellten Wärmepumpen ist in der Regel der abgestrahlte Luftschall von Bedeutung, während bei Wärmepumpen im Innern von Gebäuden sowohl der Luft- als auch der Körperschall beachtet werden muss.

Analoges gilt für andere Anlagen und Geräte mit Ventilatoren und deren Antriebsmotoren.

Arten von Wärmepumpen und Beurteilung

Es gibt grosse Unterschiede bei den verschiedenen Wärmepumpen. Diese hängen sowohl vom Typ als auch vom verwendeten Gerät ab.

  • Luft-Wasser-Wärmepumpen
    erzeugen Schall, der Gebäudeinnern (innenaufgestellte Geräte) und in der Umgebung, beim eigenen Gebäude oder bei Nachbarsgebäuden störend sein kann. innen aufgestellte Geräte aus Sicht des Lärmschutzes i.d.R. trotzdem zu bevorzugen, Mit einer aussen installierten Luft-Wasser-Wärmepumpe kann zwar der Innenlärm vermieden werden, bezüglich Aussenlärm sind aber tendenziell heikler als innen aufgestellte Geräte.
  • Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdwärmesonden) haben den Vorteil, dass in der Regel nur die unmittelbare Umgebung betroffen ist. Für eine innen montierte Erdsonde muss also nur der Innenlärm berücksichtigt werden, für aussen montierte dementsprechend nur der Aussenlärm. Für die Installation wird eine Genehmigung des AWEL benötigt; es ist nicht überall möglich, eine Sole-Wasser-Wärmepumpe zu installieren.
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpen
    erfordern eine Beurteilung durch das AWEL.
  • Grossanlagen
    erfordern eine Beurteilung durch das AWA.

Der Luftschall von Wärmepumpen kann relativ einfach gemessen und berechnet werden, im Gegensatz zum Körperschall. Die Körperschallabstrahlung wird nicht bei jedem Bauprojekt berechnet, muss aber immer durch bauliche Massnahmen unterdrückt werden.

Aussenlärm

Je nach Art und Typ der Anlage spielt der Aussenlärm eine mehr oder weniger wichtige Rolle bei der Beurteilung.

Auch Luft-Wasser-Wärmepumpen die im Hausinneren aufgestellt sind können Aussenlärm erzeugen. Dies liegt daran, dass der Schall durch die Zu- und Abluftschächte nach aussen dringt. Mit leisen Geräten und allenfalls zusätzlichen schallreduzierenden Massnahmen an den Luftkanälen und Lichtschächten lassen sich Lärmprobleme bei fachgerechter Planung in den meisten Fällen aber vermeiden.

Die Ausseninstallation einer Wärmepumpe ist aus lärmschützerischer Sicht tendenziell ungünstiger als die Installation im Gebäudeinnern, insbesondere wenn das Gerät nahe der Grenze zum Nachbargrundstück aufgestellt wird.

Rechtliche Grundlage und Grenzwerte

Die Grenzwerte für nach dem 1. 1. 1985 installierte Wärmepumpen richten sich nach Art. 7 Abs. 1 Lärmschutz-Verordnung (LSV). Für lärmempfindliche Räume sind gemäss Art. 7 Abs. 1 lit. b LSV die Planungswerte nach Anhang 6 LSV einzuhalten. Die Grenzwerte am Immissionsort sind abhängig von der Empfindlichkeitsstufe (ES).

Für die Immissionsberechnung sind in der Regel die Grenzwerte für die Nacht relevant. Für Wärmepumpen, die nicht zur Beheizung von Gebäuden eingesetzt werden, sondern beispielsweise für die Beheizung von Schwimmbädern, kann die Beurteilung aufgrund des Grenzwerts für den Tag erfolgen, wenn der Betrieb in der Nacht ausgeschlossen wird, z.B. durch eine herstellerseitige Codierung der Anlage und Verfugung entsprechender Betriebszeiten. Das Vorsorgeprinzip ist aber auf jeden Fall zu berücksichtigen, was auch den Einsatz lärmarmer Modelle beinhaltet.

Bei Doppelanlagen oder mehr Wärmepumpen mit demselben Einflussperimeter, welche im gleichen Zusammenhang (z.B. bei Ersatz einer Grossanlage oder eines Wärmeverbunds) erstellt werden, sind die Planungswerte in der Summe der einzelnen Anlagen einzuhalten. Neu- und Altanlagen, welche zu einer Überschreitung der massgebenden Grenzwerte führen, tragen in Abhängigkeit ihres Anteils an der Überschreitung zur Sanierung bei.

Ermittlungsort der Lärmbelastung

Auf den umliegenden Grundstücken ist beim nächstgelegenen Fenster eines lärmempfindlichen Raumes mindestens der Grenzwert (in der Regel der Planungswert) einzuhalten.

Bei den mit Luft-Wasser-Wärmepumpen zu beheizenden lärmempfindlichen Räumen (EFH/MFH) ist das nächstgelegene Lüftungsfenster (LF) der massgebende Beurteilungsort. Das LF ist das am wenigsten belastete Fenster eines lärmempfindlichen Raumes.
An Fenstern am eigenen Gebäude, die gegenüber der Wärmepumpe ausreichend abgeschirmt sind (z.B. an anderer Fassade als die Wärmepumpe) werden die Anforderungen gemäss Lärmschutzverordnung in der Regel eingehalten. Solche Fenster müssen im Nachweis nicht speziell nachgewiesen werden.

Für benachbarte, unüberbaute Grundstücke in einer Bauzone gelten die Grenzwerte auf der Baulinie.

Vorsorgeprinzip und Massnahmen

Gemäss Art. 7 Abs. 1 lit. b LSV ist dem Vorsorgeprinzip grundsätzlich und unabhängig von der Einhaltung der Belastungsgrenzwerte der LSV und der bestehenden Lärmbelastung (z.B. durch Strasse etc.) Rechnung zu tragen.
Dies bedeutet insbesondere, dass der Heizbedarf möglichst zu reduzieren, ein möglichst lärmarmes Produkt auszuwählen und ein geeigneter Aufstellungsort zu wählen ist. So ist z.B. zu prüfen, ob eine innen aufgestellte Wärmepumpe eingesetzt werden kann.

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Als heikelste Anlagenart bezüglich Aussenlärm sind Luft-Wasser-Wärmepumpen einzustufen. Bei einer innen installierten Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdsonde) kann Aussenlärm in der Regel vermieden werden. Es ist allerdings nicht überall gestattet, eine Erdsonde zu installieren. Ob an einem bestimmten Standort die Wärmenutzung mittels einer solchen Wärmepumpenanlage erlaubt ist, lässt sich anhand des Wärmenutzungsatlas im kantonalen GIS-Browser überprüfen.

Innen aufgestellte Geräte sind bezüglich Aussenlärm grundsätzlich weniger heikel als Aussen- oder Split-Anlagen.

Es gibt sehr grosse Unterschiede beim Schallleistungspegel der Geräte. Bei aussen aufgestellten Wärmepumpen mit einer Heizleistung bis 10 kW ist beispielsweise ist eine Spannweite zwischen 53 und 70 dB(A) bekannt.

Da es solch grosse Unterschiede gibt, werden maximale Schallleistungspegel in Abhängigkeit der Aufstellungsart sowie der erforderlichen Heizleistung gemäss untenstehender Tabelle empfohlen. Sie basieren auf der «50%-Regel», wonach die Hälfte der aktuellen Produkte diese Werte einhalten kann.

Empfohlene maximale Schallleistungspegel LW,A (Stand Mai 2017): Kenngrösse ist der Schallleistungspegel (Quellenwert, unabhängig von der Situation), nicht der Schalldruckpegel (abhängig vom Abstand und der Situation).

Innenanlagen
Heizleistung (A2/W35) ≤ 10 kW ≤ 15 kW ≤ 20 kW > 20kW
max. Schallleistungspegel*   59     59   60   66
Aussen-/Splitanlagen
Heizleistung (A2/W35) ≤ 10 kW ≤ 15 kW ≤ 20 kW > 20kW
max. Schallleistungspegel*   59     61   63   66

[* Schallleistungspegel LW,A in dB(A)]

Diese Empfehlungen basieren auf zwischen 2011 bis 2016 gesammelten Daten neu eingesetzter Luft-Wasser-Wärmepumpen. Sie werden entsprechend der technischen Entwicklung aktualisiert.

Die Empfehlungen beziehen sich auf die maximalen Schallleistungspegel, also die Schalleistungspegel im Volllastbetrieb.
Emissionsseitige Massnahmen, also Massnahmen die den Aussenlärm nicht nur an einem bestimmten Empfangsort sondern in der gesamten Umgebung permanent reduzieren, wie z.B. schalldämpfende Luftkanäle bei innenaufgestellten Wärmepumpen, oder eine nachweislich permanente und für den Nutzer unveränderliche Herabsetzung der Geräteleistung bei entsprechend tieferem Schallleistungspegel, können für den Vergleich mit den empfohlenen maximalen Schallleistungspegeln berücksichtigt werden.

Dem optimalen Standort der Wärmepumpe bei aussen aufgestellten Anlagen bzw. dem Standort der Lüftungsschächte bei innen aufgestellten Anlagen ist möglichst frühzeitig grösste Beachtung zu schenken. Der Standort ist möglichst abgewandt und in möglichst grosser Distanz von Nachbarliegenschaften zu wählen. Wenn möglich ist die Wärmepumpe im Hausinnern (Keller, ...) aufzustellen und der Abluftschacht an einer von den Nachbargebäuden abgewandten Fassade zu platzieren.

Massnahmen zur nachträglichen Sanierung von zu lauten Wärmepumpen sind oft aufwendig und kostspielig. Die Wirkung von technischen Massnahmen zur Reduktion der Schallabstrahlung wird hingegen oft überschätzt. Massnahmen in der Planungsphase sind deshalb technischen Massnahmen vorzuziehen. Wo einfache Massnahmen in der Planungsphase nicht ausreichen oder bei bereits installierten Geräten, können jedoch technische Massnahmen zur Reduktion der Schallausbreitung notwendig werden. Sämtliche technischen Massnahmen sind grundsätzlich frequenzbezogen auszulegen. Prinzipiell gilt: Je tieffrequenter die Geräuschzusammensetzung ist, umso schwieriger ist es wirkungsvolle Massnahmen zu realisieren. Schalldämpfer und andere technische Massnahmen sind im Anhang der Vollzugshilfe 6.21 «Lärmtechnische Beurteilung von Luft/Wasser-Wärmepumpen» (siehe «Literatur») beschrieben. Da durch die baulichen und technischen Massnahmen Einfluss auf die Luftströmungswege genommen wird, sind diese von Vorteil durch spezialisierte Firmen vorzunehmen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass neue störende Geräusche entstehen oder die Effizienz der Wärmepumpe verringert wird (thermischer Kurzschluss).

Betriebliche Massnahmen sind nur dann zulässig, wenn sie nachweislich so betrieben und belassen werden. Hierzu müssen z.B. der Flüsterbetrieb und eingeschränkte Betriebszeiten werkseitig so eingestellt werden, dass benutzerseitig keine Änderungen möglich sind. Der entsprechende Betrieb ist zudem in der Bewilligung festzuhalten.

Bei Wärmepumpen mit mehreren Betriebsstufen oder modulierenden Wärmepumpen mit stufenlos variablem Betrieb (Invertergeräte) hängt der Schalleistungspegel vom Betrieb ab. Wenn eine Wärmepumpe auf höchster Betriebsstufe bzw. unter Volllast läuft, ist auch der Schallleistungspegel am höchsten. Für die Lärmbeurteilung ist grundsätzlich der maximale Schallleistungspegel (Volllastbetrieb) massgebend. Häufig verfügen Luft/Wasser-Wärmepumpen auch über einen abgesenkten Betriebsmodus («Flüstermodus» oder «Nachtmodus»). Dabei handelt es sich um einen Teillastbetrieb mit tieferem Schalleistungspegel, aber auch reduzierter Heizleistung. Der Betrieb kann deshalb nicht beliebig reduziert werden, da ansonsten der Wärmebedarf insbesondere bei tiefen Aussentemperaturen nicht mehr gedeckt werden kann. Abgesenkte Betriebsmodi mit mehr als 4 dB Reduktion gegenüber dem maximalen Schalleistungspegel sind deshalb nur dann zulässig, wenn die Plausibilität konkret aufgezeigt wird.

Lärmschutznachweis

Mit Hilfe des Lärmschutznachweises Wärmepumpe kann die Lärmbelastung am Immissionsort genauer abgeschätzt und die Einhaltung der Planungswerte der massgebenden Empfindlichkeitsstufe überprüft werden.

Bei der Berechnung ist ein Sicherheits- und Vorsorgezuschlag von 3 dB (unter anderem aufgrund der Gerätealterung) zu berücksichtigen.

Der Lärmschutznachweis kann in einfach beurteilbaren Fällen von Befugten zur Privaten Kontrolle aus dem Fachbereich «Heizungsanlagen», in komplexen Fällen von Befugten aus dem Fachbereich «Schutz vor Lärm» erbracht werden.

Messungen

Lärmmessungen vor Ort sind in geeigneter Form zu dokumentieren (Nachvollziehbarkeit, Reproduzierbarkeit). Die Verwendung des Formulars «Lärmschutznachweis Wärmepumpe» als Messprotokoll ist nicht zweckmässig. Grundsätzlich und nach Möglichkeit ist bei den relevanten nächstgelegenen Empfangspunkten (Lüftungsfenster beim zu beheizenden Gebäude sowie beim nächstgelegenen lärmempfindlichen Raum auf benachbarten Grundstücken) zu messen. Abweichungen für andere Messorte sind zu begründen.

Die Geräteeigentümer stellen sicher, dass bei der Messung ein Wärmepumpentechniker vor Ort ist, der die nötigen geräteseitigen Einstellungen vornimmt und dokumentiert. Der Schalldruckpegel ist im maximalen Betriebszustand zu messen, sowie allenfalls im Flüstermodus (falls dieser als Massnahme berücksichtigt wurde).

Weitere Informationen zum Thema sind im Anhang 3 der Vollzugshilfe 6.21 «Lärmtechnische Beurteilung von Luft/Wasser-Wärmepumpen» zu finden (siehe «Literatur»).

Innenlärm

Aussen montierte Wärmepumpen erzeugen keinen Innenlärm, wohl aber Aussenlärm. Dadurch werden Anwohner belästig und aufwändige, teure Lärmschutzmassnahmen nötig. Aus Lärmschutzgründen sollte daher auf die Aussenmontage von Wärmepumpen verzichtet werden, wodurch jedoch ein Problem mit Innenlärm auftreten kann.

Grenzwerte

Die Norm SIA 181:2006 legt den maximalen zulässigen Schallpegel LH von haustechnischen Anlagen in Wohnräumen fest. Dieser richtet sich nach der Lärmempfindlichkeit der Räume sowie nach der Anforderungsstufe. Dabei wird nicht zwischen Luft- und Körperschallübertragung unterschieden.
Für Innenlärm innerhalb der gleichen Nutzungseinheit gibt die Norm nur Empfehlungen ab. Messungen für Innenlärm werden bei geschlossenem Fenster durchgeführt.

Lärmschutzmassnahmen

Innenlärm entsteht bei allen innen installierten Wärmepumpentypen, wobei sowohl Körper- als auch Luftschall auftreten. Störender ist meist der Körperschall. Mit geeigneten Massnahmen können Körperschall- und Luftschall stark reduziert werden.

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Bezüglich Lärm gibt sehr grosse Unterschiede zwischen den verschiedenen Geräten, sowohl bei Luft-Wasser- als auch bei Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen (Erdsonden). Der Schallleistungspegel einer lauten Wärmepumpe kann bis zu 80 dB betragen, während leisere Geräte nur 45-60 dB erreichen.
Es ist daher bei der Wahl einer Wärmepumpe unbedingt auf den Schallleistungspegel für Innen und Aussen zu achten.
Der Schallleistungspegel innen einiger Modelle findet sich auf der Website des Wärmepumpen-Testzentrums.
Ansonsten empfiehlt es sich, beim Hersteller nachzufragen. Bei Herstellerangaben ist darauf zu achten, ob es sich bei der Angabe um einen Schallleistungspegel oder einen Schalldruckpegel in einem bestimmten Abstand handelt.

Eine einfache und sehr effektive Lärmschutzmassnahme ist die geeignete Positionierung des Gerätes. Die Gebäudefundamentplatte (Kellerboden) ist für die Lagerung wesentlich günstiger als eine Geschossdecke, da letztere zum Schwingen angeregt werden kann. Die unmittelbare Nähe von Büro-, Wohn- und Schlafräumen ist zu meiden.

Eine wirksame Massnahme gegen Körperschall ist die elastische Lagerung. Dazu wird die Wärmepumpe auf eine Platte mit Gummifüssen gestellt. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, müssen sowohl Platte als auch Füsse richtig dimensioniert werden.

Wenn die Wärmepumpe elastisch gelagert ist, kann Körperschall immer noch durch die abgehenden Leitungen übertragen werden. Um das zu verhindern, lassen sich so genannte Kompensatoren in die Leitungen einsetzen, also flexible Schläuche, welche um 90 bis 360 Grad gebogen sind.
Weiter ist auf eine elastische Lagerung oder Aufhängung der Leitungen zu achten. Es empfiehlt sich, die Installation durch einen Fachmann ausführen zu lassen, denn die Wirkung einer Entkoppelung kann schon durch kleine Fehler (z.B. zu fest angezogene Schrauben) zunichte gemacht werden.

Der von der Wärmepumpe abgegebene Luftschall kann durch Kapselung beschränkt werden. Bei innen installierten Luft-Wasser-Wärmepumpen können die Luftkanäle leicht in Schwingung versetzt werden. Es ist deshalb darauf zu achten, dass die Luftkanäle von den Körperschallquellen entkoppelt montiert werden.

Lärmschutznachweis - Private Kontrolle

Die Überprüfung der von Luft-Wasser-Wärmepumpen ausgehenden Lärmbelastung ist der privaten Kontrolle unterstellt. Sie kann sowohl von Befugten zur Privaten Kontrolle aus dem Fachbereich «Schutz vor Lärm» (mit beiden Lärmschutznachweisen) sowie in einfach beurteilbaren Fällen auch von Befugten zur Privaten Kontrolle aus dem Fachbereich «Heizungsanlagen» (mit Lärmschutznachweis LN-1a) durchgeführt werden.

LN-1a (einfach zu beurteilende Fälle): Befugte aus dem Bereich Heizungsanlagen und aus dem Bereich Schutz vor Lärm sind zur Unterschrift «Private Kontrolle» berechtigt:

LN-1b (komplexe Fälle): nur Befugte aus dem Bereich Schutz vor Lärm sind zur Unterschrift «Private Kontrolle» berechtigt:

Die Anleitung zum Ausfüllen des Lärmschutznachweises ist direkt in das Formular integriert.

Der Lärmschutznachweis ist i.d.R. zusammen mit den weiteren für die Bewilligung erforderlichen Unterlagen an die kommunale Baubehörde einzureichen.

Wärmepumpen zur Beheizung von Swimmingpools

Die Lärmschutznachweise LN-1a und LN-1b sind für Luft-Wasser-Wärmepumpen zur Beheizung von Gebäuden konzipiert. Bei Wärmepumpen zur Beheizung von Swimmingpools können andere Zuschläge für die Impuls- und Tonhaltigkeit angebracht sein. Meistens handelt es sich um aussen aufgestellte Geräte, und die im Formular LN-1a aufgeführten Massnahmen sind nicht möglich. Bei manchen Geräten treten verschiedene zu beurteilende Betriebs- bzw. Lärmphasen auf. Zudem ist die Festlegung von Sperrzeiten bei Poolheizungen in der Regel eine plausible und betrieblich mögliche Massnahme. Die Betriebszeit (und damit auch die Beurteilung) kann z.B. auf den Tag beschränkt werden. Die Beurteilung in den Formularen LN-1a und LN-1b bezieht sich jedoch auf die Nacht. Im Nachweis LN-1a dürfen keine Modifikationen vorgenommen werden, d.h. das Formular ist für Poolheizungen in der Regel nicht geeignet. Auch das Formular LN-1b ist für solche Fälle somit nur bedingt geeignet. Fachleute mit der Befugnis zur privaten Kontrolle im Bereich «Schutz vor Lärm» können auch einen separaten Nachweis erstellen, und auf dem Formular LN-1b lediglich einen entsprechenden Hinweis und die Unterschrift private Kontrolle anbringen. Die Anpassungen können auch direkt im Formular LN-1b erfolgen, müssen aber nachvollziehbar dokumentiert werden.

Das Vorsorgeprinzip ist auch bei Wärmepumpen zur Beheizung von Swimmingpools unbedingt zu beachten (insbesondere die Wahl eines leisen Geräts und eines geeigneten Aufstellungsorts).

Klima- und Lüftungsanlagen

Der Vollzug im Lärmbereich bezüglich Klima- und Lüftungsanlagen und auch anderen Heizungs- und Kälteanlagen, untersteht nicht der privaten Kontrolle. Informationen zur lärmtechnischen Beurteilung und ein Lärmschutznachweisformular für die Beurteilung einfacher Situationen werden vom cercle bruit zur Verfügung gestellt.

Parkierungsanlagen

Parkierungsanlagen können zu störenden Lärmbelastungen führen. Die durch ruhenden Verkehr verursachten Lärmauswirkungen auf die lärmempfindlichen Räume naher Wohnbauten gilt es im Rahmen von Baugesuchen oder Umweltverträglichkeitsprüfungen zu beurteilen. 

Die gesetzlichen Beschränkungen von Lärmimmissionen aus Parkierungsanlagen und ihre Beurteilung sind im Umweltschutzgesetz (USG) und in der Lärmschutzverordnung (LSV) sowie in der VSS-Norm «Lärmimmissionen von Parkierungsanlagen» (SN 640 578) festgehalten.

In diesem Sinn ist über die Einhaltung der Planungswerte hinaus die Entstehung und Verursachung von vermeidbarem Lärm immer zu verhindern oder zumindest einzuschränken, soweit dies möglich und verhältnismässig ist.

Neuanlagen mit UVP

Im Anhang der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) sind alle Anlagen aufgeführt, welche einer UVP unterstellt sind. Darunter fallen z. B. grössere Verkehrsanlagen wie Autobahnen, Hauptstrassen und Bahnlinien, grosse Parkhäuser, Fabriken, Sportstadien, Einkaufszentren und Vergnügungsparks. Im Sinne der Vorsorge können durch eine UVP frühzeitig Probleme erkannt, die geeigneten Umweltschutzmassnahmen gesucht und ins Projekt integriert werden. Im Umweltbereich Lärm spielt der von einer Anlage erzeugte Mehrverkehr eine wichtige Rolle. Aber auch die Lärmemissionen, die von der Anlage selber ausgehen, müssen betrachtet werden.

Einhaltung der Planungswerte 

Die Emissionen einer neuen Anlage müssen soweit begrenzt werden, als dies technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist. Zumindest aber dürfen bei den Lärmbetroffenen die Planungswerte (PW) nicht überschritten werden. Wird eine bestehende Anlage wesentlich geändert, so müssen zumindest die Immissionsgrenzwerte (IGW) eingehalten werden. Als Änderungen gelten Umbauten, Erweiterungen und Betriebsänderungen, wenn zu erwarten ist, dass die Anlage selbst oder die Mehrbeanspruchung bestehender Verkehrsanlagen wahrnehmbar stärkere Lärmimmissionen erzeugen. Der Wiederaufbau von Anlagen gilt in jedem Fall als wesentliche Änderung.

Die Vollzugsbehörde gewährt auf Antrag der Fachstelle Lärmschutz Erleichterungen, soweit die Einhaltung der PW zu einer unverhältnismässigen Belastung für die Anlage führen würde und ein überwiegendes öffentliches Interesse an der Anlage besteht. Die IGW dürfen jedoch nicht überschritten werden.

Der induzierte Verkehr ist gezielt zu führen, sodass eine möglichst geringe Lärmauswirkung auf das Siedlungsgebiet erfolgt.

Lärmerzeugung  Autobahn
Nationalstrassen und andere grosse Anlagen laufen dank UVP-Pflicht weniger Gefahr, gegen die Lärmvorschriften zu verstossen und nachträglich zu Recht geflickt werden zu müssen - Verspätungen und Mehrkosten inbegriffen.

Induzierter Verkehr

Zudem darf der Betrieb einer Anlage nicht dazu führen, dass im angrenzenden Verkehrsnetz die IGW überschritten werden oder dass eine bereits sanierungsbedürftige Verkehrsanlage wahrnehmbar lauter wird.

Einkaufszentren in der Agglomeration sind auf den Privatverkehr ausgerichtet. Gratisparkplätze, eine ungenügende Erschliessung mit öffentlichen Verkehrsmitteln und fehlende Hauslieferdienste sind die Regel. Lärm macht denn auch nicht das Einkaufszentrum, sondern der induzierte Verkehr.

Gezielte Führung des induzierten Verkehrs

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Tiefbauamt – Fachstelle Lärmschutz, Lärmschutz bei Neuanlagen

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