Rund 210 Personen aus Exekutive und Verwaltung von Gemeinden und Kanton Zürich hatten sich für den siebten Zürcher Klimadialog angemeldet – ein neuer Rekord. Sie trafen sich am 20. Oktober 2026 im Volkshaus Zürich. Unter dem Titel «Update Klima: Wo wir stehen und wie es weitergeht» zogen sie Bilanz und diskutierten nächste Schritte für Klimaschutz und Klimaanpassung.
Der Anlass
Der Sommer 2026 mit seiner langen Hitzebelastung und ausgeprägten Trockenheit hat die Folgen des Klimawandels spürbar gemacht. Was müssen Kanton und Gemeinden tun, um die Bevölkerung besser zu schützen? Wie kommen sie beim Klimaschutz voran? Und wie steht die Bevölkerung zu denMassnahmen?
Diese Fragen standen im Zentrum des diesjährigen Klimadialogs. Als erster Hauptanlass der kommunalen Legislatur 2026–2030 und letzter der kantonalen Legislatur 2023–2027 bot er Gelegenheit für eine Standortbestimmung und einen Blick nach vorne. Die hohe Beteiligung – ein neuer Besucherrekord – zeigte das grosse Interesse am Austausch zwischen Kanton und Gemeinden.
Auftakt
Regierungsrat Martin Neukom und Monika Keller, Präsidentindes Verbands der Gemeindepräsidien Kanton Zürich, begrüssten die Teilnehmenden.
In seinem Inputreferat «Update Klima: Wo wir stehen und wie es weitergeht» gab Baudirektor Martin Neukom einen Überblick über den Stand von Klimaschutz und Klimaanpassung im Kanton Zürich. Er präsentierte die Entwicklung der Treibhausgasemissionen und zeigte auf, welche Herausforderungen der Hitze- und Trockenheitssommer für Mensch und Umwelt mit sich brachte.
Dabei wurde deutlich: Klimaschutz und Klimaanpassung müssen gleichzeitig vorankommen. Während abnehmende Sommerniederschläge und der Rückgang der Gletscher etwa ein vorausschauendes Wassermanagement erfordert, stehen für rund 80 Prozent der Treibhausgasemissionen bereits technische Lösungen zur Verfügung. Entscheidend ist nun, diese konsequent umzusetzen.
Die Haltung der Bevölkerung
Wie die Zürcher Bevölkerung den Hitzesommer erlebt hat und welche Massnahmen sie unterstützt, zeigte Michael Hermann, Geschäftsführer des Forschungsinstituts Sotomo, anhand einer aktuellen Umfrage.
Fast zwei Drittel der Befragten nehmen den Klimawandel nach diesem Sommer stärker als Belastung wahr. Die Zustimmung zu Massnahmen ist hoch: 74 Prozent unterstützen Klimaschutzmassnahmen, 80 Prozent Massnahmen zur Klimaanpassung. Eine knappe Mehrheit ist der Ansicht, dass insbesondere Bund und Kanton noch zu wenig unternehmen.
Unterschiede zeigten sich zwischen den politischen Ebenen: Während Klimafragen auf Bundesebene stärker polarisieren, werden sie in den Gemeinden etwas pragmatischer diskutiert. Zugleich zeigte die Umfrage auf, dass die Bevölkerung Klimamassnahmen auf Gemeindeebene sehr stark bis überwiegend unterstützt.
Podium
In der anschliessenden Diskussion vertieften Regierungsrätin Jacqueline Fehr, Regierungsrat Martin Neukom, GPV-Präsidentin Monika Keller, VZGV-Co-Präsident Thomas Ziltener und Michael Hermann von Sotomo die Fragen aus den Referaten.
Der Austausch machte deutlich, dass neben dem Klimaschutz insbesondere die Anpassung an den Klimawandel für die Gemeinden immer dringlicher wird. Sie verfügen über zahlreiche Handlungsmöglichkeiten – von der Gestaltung ihrer Siedlungsräume bis zum Unterhalt der Grünflächen. Der Hitzesommer hat den Bedarf an wirksamen Massnahmen nochmals unterstrichen.
Gemeinsam nächste Schritte entwerfen
In fünf Workshops vertieften die Teilnehmenden zentrale Handlungsfelder für Gemeinden. Fachinputs vermittelten den aktuellen Wissensstand und zeigten Möglichkeiten für die kommunale Praxis auf. Anschliessend tauschten sich die Teilnehmenden in Tischgruppen aus und entwickelten eigene Projektideen.
Dabei wagten sie auch ein Gedankenexperiment: Sie versetzten sich ins Jahr 2031 und stellten sich vor, dass ihre Projektidee von 2026 inzwischen erfolgreich umgesetzt worden ist. Was hatte zum Erfolg beigetragen? Welche Hindernisse waren überwunden worden? Und welcher erste Schritt hatte das Projekt auf den Weg gebracht?
Die Ergebnisse der fünf Workshops werden derzeit ausgewertet und zu einem späteren Zeitpunkt auf dieser Seite veröffentlicht.
Impressionen
-
In seinem Inputreferat «Update Klima: Wo wir stehen und wie es weitergeht» gab Baudirektor Martin Neukom einen Überblick über den Stand von Klimaschutz und Klimaanpassung im Kanton Zürich. Quelle: Sabina Bobst -
Die Teilnehmenden aus Exekutive und Verwaltung von Gemeinden und Kanton Zürich hörten am siebten Zürcher Klimadialog aufmerksam zu. Quelle: Sabina Bobst -
Michael Hermann, Geschäftsführer des Forschungsinstituts Sotomo, stellt die neue Umfrage vor: Wie hat die Zürcher Bevölkerung den Hitzesommer erlebt? Quelle: Sabina Bobst -
In fünf Workshops entwickelten die Teilnehmenden gemeinsam Ideen für konkrete nächste Schritte bei Klimaschutz und Klimaanpassung. Quelle: Sabina Bobst
-
Rund 210 Personen aus Exekutive und Verwaltung von Gemeinden und Kanton Zürich hatten sich für den siebten Zürcher Klimadialog angemeldet – ein neuer Rekord. Quelle: Sabina Bobst -
In fünf Workshops vertieften die Teilnehmenden zentrale Handlungsfelder für Gemeinden. Quelle: Sabina Bobst -
Regierungsrätin Jacqueline Fehr hatte den Klimadialog im Jahr 2020 gemeinsam mit der Baudirektion ins Leben gerufen. In ihrem persönlichen Schlusswort blickte sie darauf zurück, wie sich der Klimadialog in sechs Jahren zu einer Institution mit Ausstrahlung entwickelt hat. Quelle: Sabina Bobst -
Beim abschliessenden Stehlunch gab es Gelegenheit, das Gehörte zu vertiefen und sich mit anderen Verwaltungs- und Behördenmitgliedern auszutauschen. Quelle: Sabina Bobst
Die Gastgebenden
Seit Anfang 2023 gehört der Klimadialog zum Programm «Gemeinden 2030». Dieses wird getragen von der Baudirektion und der Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich sowie vom Verband der Gemeindepräsidien des Kantons Zürich (GPV), dem Verein Zürcher Gemeindeschreiber und Verwaltungsfachleute (VZGV) sowie dem Verband der Zürcher Schulpräsidien.
Gastgeberinnen und Gastgeber des Klimadialogs 2026 waren:
- Regierungsrat Martin Neukom, Baudirektor
- Regierungsrätin Jacqueline Fehr, Vorsteherin der Direktion der Justiz und des Innern
- Monika Keller, Gemeindepräsidentin Greifensee, Präsidentin des Verbands der Gemeindepräsidien Kanton Zürich (GVP)
- Thomas Ziltener, Co-Präsident Verein Zürcher Gemeinde- und Verwaltungsfachleute (VZG)
- Theo Meier, Präsident Verband Zürcher Schulpräsidien (VZS)
Bitte geben Sie uns Feedback
Ist diese Seite verständlich?
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Kontakt
Baudirektion / Direktion der Justiz und des Innern – Projektteam Klimadialog