Winterstromspitzen brechen mit Wärmespeichern

Das Projekt untersucht, wie grosse thermische Wasserspeicher in Kombination mit Wärmepumpen zur Reduktion winterlicher Stromspitzen beitragen können. Simulationen zeigen, dass durch geeignete Regelstrategien Stromspitzen um bis zu 12 % auf Gebäudeebene und bis zu 30 % auf Quartiersebene reduziert werden können. Zusätzlich lassen sich die dynamischen CO₂-Emissionen um bis zu 20 % senken.

Wirkungsbereich
Energiespeicherung
Branche
Bauwirtschaft
Projektstand
abgeschlossen
Projektart
Machbarkeitsstudie
Projektbudget
130'000 CHF
Projektpartner
OST, Hochschule Luzern, Die Werke Wallisellen
Drei zylindrische, weiss isolierte thermische Wasserspeicher verschiedener Höhe stehen nebeneinander. Jeder Speicher besitzt mehrere seitlich angeordnete Anschluss- und Messöffnungen in unterschiedlichen Höhen sowie schwarze Deckel oben und unten. Die Speicher unterscheiden sich in Durchmesser, Höhe und Anzahl der Anschlüsse.
Thermische Wasserspeicher unterschiedlicher Baugrössen mit mehreren Anschluss- und Sensorbuchsen. Quelle: OST

Ausgangslage

  • Wärmepumpen werden künftig in rund zwei Drittel aller Gebäude eingesetzt.
  • An kalten Tagen entstehen durch Wärmepumpen zusätzliche Lastspitzen von bis zu 10 GW, die das Stromnetz belasten.
  • Grosse thermische Wasserspeicher können helfen, Lastspitzen zu glätten.

Projektbeschrieb

3D-Modell eines rechteckigen Mehrfamilienhauses mit drei Geschossen. Die Fassade ist gelb, die Fensterflächen sind gross und blau dargestellt. Das Dach ist flach und rot eingefärbt. Auf beiden Längsseiten befinden sich violette Balkone, jeweils zwei pro Geschoss. Das Modell ist stark vereinfacht und zeigt die Grundstruktur des Gebäudes ohne detaillierte Oberflächen oder Umgebung.
3D-Modell des Mehrfamilienhauses (Referenzgebäude). Quelle: OST

Das Projekt wird vom Institut für Solartechnik (OST) gemeinsam mit der Hochschule Luzern (HSLU) durchgeführt. Es untersucht mittels dynamischer Gebäudesimulationen, wie grosse Wasserspeicher in Kombination mit Wärmepumpen zur Reduktion von Winterstromspitzen beitragen können. Neben Einzelstrategien wird auch das Potenzial einer übergeordneten Schwarmregelung analysiert. Die Ergebnisse sollen Empfehlungen für Speichergrössen, Regelstrategien und Tarifsysteme liefern.

Projektziele

  • Potenzial grosser Wasserspeicher zur Reduktion winterlicher Stromspitzen quantifizieren
  • Ausgestaltung optimaler Regelstrategien zur Reduktion von Leistungsspitzen und CO2-Bilanzen
  • techno-ökonomische Analyse der Investitionskosten für verschiedene Systemkonfigurationen
  • Ermittlung der erforderlichen Anreizinstrumente und Tarifmodelle zur praktischen Umsetzung des Konzepts

Erkenntnisse

Diagramm mit Balken und Linie zur CO₂-Belastung von Wärmepumpen über die Monate Januar bis Dezember. Drei Regelstrategien werden verglichen: Standard (schwarze Balken), PV-Eigenverbrauchsmaximierung (schraffierte Balken) und CO₂-Minimierung (graue Balken). Zusätzlich zeigt eine rote Linie die durchschnittliche CO₂-Belastung des Stromnetzes in g/kWh. Im Februar sind die höchsten Werte sichtbar, mit Reduktionshinweisen von −30 % und −38 % gegenüber dem Standard. Jahreswerte: Standard 1420 kg/a, PV-Eigenmax 991 kg/a, CO₂min 984 kg/a.
Reduktion der CO₂-Belastung durch intelligente Steuerung von Wärmepumpen und Speichern. Quelle: OST

Die Ergebnisse der Simulationen an Einzelgebäuden zeigen, dass die maximalen elektrischen Stromspitzen und die CO2-Belastung der Wärmepumpen im Durchschnitt um -12 % beziehungsweise -20 % reduziert werden können. Auf Quartiersebene kann mittels Schwarmregelung und thermischer Wasserspeicher mit einer Überbrückungszeit von ca. 8 Stunden das Potenzial zur Leistungsspitzenreduktion auf etwa 30% gesteigert werden. Auf nationaler Ebene liegt das technisch erschliessbare Potenzial zur Spitzenlastreduktion zwar nur bei etwa 10–15 %, dennoch können durch den Ausbau grosser thermischer Energiespeicher jährliche Netzkosteneinsparungen von rund 2 Mrd. CHF erzielt werden.

Projektpartner

OST Institut für Solartechnik SPF

Toni Calabrese

toni.calabrese@ost.ch
+41 58 257 48 27

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OST Institut für Solartechnik SPF

Florian Ruesch

florian.ruesch@ost.ch

Hochschule Luzern

Reto Hendry

reto.hendry@hslu.ch
+41 41 349 34 36

die werke versorgung wallisellen ag

Igor Bosshard

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ASGAL Informatik GmbH

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