Praxistest: PV-Blendsanierung mittels Klebefolien

Blendungen von Photovoltaikanlagen sind ein wachsendes Akzeptanzproblem. Das Projekt testet neue Folien und Beschichtungen zur Blendreduktion an zwei Pilotanlagen sowie im Labor, um Empfehlungen für Behörden und Installationsfirmen zu erarbeiten.

Wirkungsbereich
Energieerzeugung
Branche
Bauwirtschaft
Projektstand
abgeschlossen
Projektart
Pilot- und Demonstrationsanlage
Projektbudget
20'000 CHF
Projektpartner
Berner Fachhochschule
Dach eines Wohnhauses mit zwei Reihen Photovoltaikmodulen. Links mehrere helle Module, rechts dunkle Module. Im Hintergrund grüne Bäume und Dächer.
Pilotprojekt zur Blendreduktion bei PV-Anlagen. Quelle: Berner Fachhochschule

Ausgangslage

  • Fachverbände und Behörden verzeichnen eine zunehmende Zahl von Anfragen zu Blendung und Reflexion durch PV-Anlagen.
  • Blendungen gefährden die Akzeptanz der Photovoltaik in Hanglagen wie dem nördlichen Ufer des Zürichsee. Technische Lösungen sind nötig, um Reputationsrisiken zu vermeiden.
  • Bisherige Produkte (satiniertes Glas, Deflect-Beschichtung) sind teuer, chemisch problematisch und nicht nachrüstbar.
  • Neue Folien bieten eine potenziell kostengünstige und nachträglich applizierbare Lösung.

Das Projekt untersucht die Wirksamkeit und Dauerhaftigkeit von fünf blendungsreduzierenden Lösungen (u. a. Folien von PV-Print und Phytonics) im Labor und an zwei Pilotanlagen in Uetikon am See und Hittnau. Ziel ist es, Handlungssicherheit für Behörden und Installationsfirmen zu schaffen und Empfehlungen für Blendsanierungen zu formulieren.

Projektziele

  • Vergleich von fünf Lösungen zur Blendreduktion mit Standardmodulen
  • Erhebung der Akzeptanz bei Anwohnenden
  • Empfehlungen für Behörden und Fachbetriebe
  • Dokumentation der Wirksamkeit und Dauerhaftigkeit

Erkenntnisse

Grafik zum Vergleich von Leuchtdichte und Ein- und Ausfallswinkel verschiedener Solarmaterialien, in Bereiche «störend» (rot), «blendarm» (grün) und «Doppelblendung» (dunkelgrün) unterteilt.
Der grüne Bereich markiert die Zone, innerhalb der ein Produkt als blendfrei gelten soll. Der rote Bereich markiert die Zone, bei der in einem Produkt eine störende Blendung geltend gemacht werden können soll. Quelle: Berner Fachhochschule

Während herkömmliche Solarmodule eine sehr starke Blendwirkung aufweisen, können spezielle Schutzfolien oder Beschichtungen dieses störende Licht massiv reduzieren. In den durchgeführten Praxistests erzielte besonders die Folie der Firma Phytonics hervorragende Ergebnisse, da sie die Blendung am effektivsten verringerte und stets unter den kritischen Grenzwerten blieb. Die Verwendung solcher Folien führt zudem nur zu einem geringen Verlust bei der Stromerzeugung und zeigt selbst nach einem Jahr im Ausseneinsatz keinerlei wetterbedingte Schäden oder Abnutzungserscheinungen.

Ausblick

Zukünftig sind weitere Messungen erforderlich, da Outdoormessungen einer erheblichen Unsicherheit unterliegen und die Ergebnisse je nach Zeitpunkt und Wetterlage variieren können. Zudem fehlen bislang fundierte Langzeiterfahrungen darüber, wie sich die PV-Folien über einen längeren Zeitraum hinweg verhalten und verändern.

Projektpartner

Berner Fachhochschule

Prof. Dr. Christof Bucher

christof.bucher@bfh.ch

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