Praxistest: PV-Blendsanierung mittels Klebefolien
Blendungen von Photovoltaikanlagen sind ein wachsendes Akzeptanzproblem. Das Projekt testet neue Folien und Beschichtungen zur Blendreduktion an zwei Pilotanlagen sowie im Labor, um Empfehlungen für Behörden und Installationsfirmen zu erarbeiten.
Ausgangslage
- Fachverbände und Behörden verzeichnen eine zunehmende Zahl von Anfragen zu Blendung und Reflexion durch PV-Anlagen.
- Blendungen gefährden die Akzeptanz der Photovoltaik in Hanglagen wie dem nördlichen Ufer des Zürichsee. Technische Lösungen sind nötig, um Reputationsrisiken zu vermeiden.
- Bisherige Produkte (satiniertes Glas, Deflect-Beschichtung) sind teuer, chemisch problematisch und nicht nachrüstbar.
- Neue Folien bieten eine potenziell kostengünstige und nachträglich applizierbare Lösung.
Das Projekt untersucht die Wirksamkeit und Dauerhaftigkeit von fünf blendungsreduzierenden Lösungen (u. a. Folien von PV-Print und Phytonics) im Labor und an zwei Pilotanlagen in Uetikon am See und Hittnau. Ziel ist es, Handlungssicherheit für Behörden und Installationsfirmen zu schaffen und Empfehlungen für Blendsanierungen zu formulieren.
Projektziele
- Vergleich von fünf Lösungen zur Blendreduktion mit Standardmodulen
- Erhebung der Akzeptanz bei Anwohnenden
- Empfehlungen für Behörden und Fachbetriebe
- Dokumentation der Wirksamkeit und Dauerhaftigkeit
Erkenntnisse
Während herkömmliche Solarmodule eine sehr starke Blendwirkung aufweisen, können spezielle Schutzfolien oder Beschichtungen dieses störende Licht massiv reduzieren. In den durchgeführten Praxistests erzielte besonders die Folie der Firma Phytonics hervorragende Ergebnisse, da sie die Blendung am effektivsten verringerte und stets unter den kritischen Grenzwerten blieb. Die Verwendung solcher Folien führt zudem nur zu einem geringen Verlust bei der Stromerzeugung und zeigt selbst nach einem Jahr im Ausseneinsatz keinerlei wetterbedingte Schäden oder Abnutzungserscheinungen.
Ausblick
Zukünftig sind weitere Messungen erforderlich, da Outdoormessungen einer erheblichen Unsicherheit unterliegen und die Ergebnisse je nach Zeitpunkt und Wetterlage variieren können. Zudem fehlen bislang fundierte Langzeiterfahrungen darüber, wie sich die PV-Folien über einen längeren Zeitraum hinweg verhalten und verändern.
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