Pilotprojekt zur Einspeisung von CO₂ in Trüllikon

Das Projekt untersucht erstmals in der Schweiz die Einspeisung von CO₂ in einen tiefen geologischen Speicher. Ziel ist es, die technische Machbarkeit, die Sicherheit und die gesellschaftliche Akzeptanz dieser Schlüsseltechnologie für die Klimastrategie zu prüfen.

Wirkungsbereich
Dekarbonisierung
Branche
Energiewirtschaft
Projektstand
laufend
Projektart
Pilot- und Demonstrationsanlage
Projektbudget
2'140'000 CHF (Phase 1)
Projektpartner
ETH Zürich, Universität Bern, Universität Neuchâtel, Eawag, Stiftung Risiko-Dialog

Ausgangslage

  • Die Schweiz strebt Netto-Null bis 2050 an; schwer vermeidbare Emissionen erfordern CO₂-Speicherung.
  • Geologische Formationen im Schweizer Untergrund bieten potenziellen Speicherraum.
  • Bisher keine Pilotprojekte zur CO₂-Injektion in der Schweiz

Projektbeschrieb

Aufnahme einer nächtlichen Messkampagne auf einer befestigten Fläche. Ein Dreibein-Stativ mit Messgerät steht im Vordergrund, im Hintergrund sind mehrere Personen und ein Fahrzeug mit Beleuchtung sichtbar.
Messkampagne für Untergrundanalyse bei Nacht. Quelle: ETH Zürich

Das Projekt prüft die Anforderungen zur Nutzung eines durch die Nagra erstellten Bohrlochs in Trüllikon (ZH), um rund 10'000 Tonnen CO₂ in 1'000 m Tiefe einzuspeisen und das Verhalten des CO₂ im Untergrund zu überwachen. Die ETH Zürich leitet das Konsortium, unterstützt von den Universitäten Bern und Neuenburg, Eawag, Stiftung Risiko-Dialog sowie weiteren Partnern. Die Bundesämter für Energie, Umwelt und Landestopografie swisstopo begleiten das Projekt. Die Arbeiten erfolgen in zwei Phasen:

  • detaillierte Planung und Tests am Bohrloch (2024–2026)
  • potentielle Durchführung inklusive Einspeisung und Monitoring (2026–2030)

Projektziele

  • Nachweis der Machbarkeit und Sicherheit einer CO₂-Einspeisung in den Schweizer Untergrund
  • Entwicklung und Test von Überwachungs- und Risikomanagementkonzepten
  • Untersuchung gesellschaftlicher Akzeptanz und regulatorischer Rahmenbedingungen

Ausblick

Schematische Darstellung des Untergrunds in Trüllikon mit Tiefenangaben und geologischen Schichten. Ein Bohrloch führt von der Oberfläche durch verschiedene Formationen bis zum Speicherhorizont im Oberen Muschelkalk in 1160 m Tiefe.
Geologisches Profil mit Speicherhorizont Oberer Muschelkalk. Quelle: ETH Zürich

Die Hauptergebnisse werden nach Abschluss der angestrebten Piloteinspeisung veröffentlicht. Die Erkenntnisse sollen als Grundlage für zukünftige CO₂-Speicherprojekte dienen und regulatorische sowie technische Standards in der Schweiz etablieren.

Projektpartner

ETH Zürich

Prof. Stefan Wiemer

citru@ethz.ch

Weitere Projektpartner

  • Universität Bern: Prof. em. Dr. Larryn W. Diamond, Projektpartner
  • Universität Neuchâtel: Prof. Dr. Benoit Valley, Projektpartner
  • Stiftung Risiko-Dialog: Dr. Samuel Eberenz, Projektpartner
  • Bundesamt für Energie
  • Bundesamt für Umwelt
  • Bundesamt für Landestopografie

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