Energy & Environment Accelerator: Unterstützung für Startups im Energie- und Umweltbereich

Der Energy & Environment Accelerator begleitet Jungunternehmen aus dem Energie- und Umweltbereich von der Idee zur Marktreife. Der Kanton Zürich unterstützt das Programm als einer der öffentlichen Partner. In der ersten Durchführung von Oktober 2025 bis März 2026 haben acht Startups teilgenommen.

Wirkungsbereich
Dekarbonisierung
Projektstand
laufend
Projektpartner
Startup Campus

Ausgangslage

Mehrere Windräder in dunstigem Blau, im Vordergrund das Logo des Energy & Environment Accelerators.
Accelerator für Startups im Energie- und Umweltbereich. Quelle: Startup Campus
  • Um die Klimaziele zu erreichen, braucht es neue Technologien für die Dekarbonisierung, die Elektrifizierung und die Flexibilisierung des Energiesystems.
  • Viele dieser Technologien entstehen in jungen Unternehmen, denen das Netzwerk, die Finanzierung und die Erfahrung mit dem Markteintritt fehlen.
  • Ohne gezielte Unterstützung erreichen ihre Lösungen den Markt nicht oder erst spät, und das Potenzial bleibt ungenutzt.
  • Der Kanton Zürich beteiligt sich am Accelerator, weil marktfähige Innovationen und nachhaltige Geschäftsmodelle im Energie- und Umweltbereich eine Voraussetzung sind, um die Klimaziele des Kantons zu erreichen.

Startup Campus

Startup Campus unterstützt Jungunternehmen seit über 10 Jahren und hat in dieser Zeit mehr als 7'000 angehende Unternehmer:innen unterstützt. Es wurde am Institut für Innovation & Entrepreneurship an der ZHAW ins Leben gerufen und hat mittlerweile über 35 Partner - insbesondere an unterschiedlichen Universitäten, Technoparks und Innovationsparks - und bietet Programme in allen Phasen einer Firmengründung. Der Energy & Environment Accelerator ist eines dieser Programme.

Das Programm

Der Accelerator dauert ein halbes Jahr, ist für die Teilnehmenden kostenlos und richtet sich an Startups mit einer skalierbaren Lösung im Energie- und Umweltbereich. Die Teams werden in einem Bewerbungs- und Auswahlverfahren bestimmt, das unter anderem ein tragfähiges Geschäftsmodell, einen ersten Prototypen und ein messbares Wirkungspotenzial voraussetzt.
Das Programm besteht aus zwei Teilen. Die «Startup Space Incubation» umfasst Coaching, Webinare, Netzwerkanlässe und den Zugang zu einem Co-Working-Space rund um die Uhr. Die «Investment Readiness» bereitet mit Workshops, mehreren Coaches und individueller Beratung auf die erste Finanzierungsrunde vor. Dazu kommt der Zugang zu Branchenanlässen der Partner. Das Programm endet mit einem Pitch-Event, an dem die Startups ihre Lösungen einem breiten Kreis von Investorinnen und Investoren präsentieren und eine Jury die überzeugendsten Auftritte auszeichnet.

Programmziele

  • Nachhaltige Innovationen fördern: Aufgenommen werden nur Startups, die mindestens eines der Sustainable Development Goals (SDGs) adressieren, etwa erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft oder Klimaschutz.
  • Marktreife beschleunigen: Coaching, Mentoring und Trainings bereiten die Teams auf ihre nächste Finanzierungsrunde vor und bringen ihre Lösungen schneller zur Anwendung.
  • Innovationsstandort stärken: Der Zugang zu Fachleuten, Investorinnen und Investoren, Unternehmen und Behörden verbessert die Marktchancen und stärkt das Fachwissen im Energiebereich.

Die acht Startups der Durchführung 2025/26

Die acht Teams der ersten Durchführung decken ein breites Spektrum ab, von der Stromübertragung über Wärmenetze und Ladeinfrastruktur bis zur Emissionsmessung und zur Kohlenstoffentnahme.

  • Hivoduct: Strom übertragen mit Druckluft. Die Kabel für die Mittel- und Hochspannungsübertragung nutzen Druckluft als Isoliermedium statt klimaschädlicher Gase. Sie benötigen wenig Platz, weisen deutlich geringere Übertragungsverluste auf als herkömmliche Erdkabel und schirmen elektrische und magnetische Felder ab. Erste Anlagen sind in Betrieb, ein Pilotprojekt mit Swissgrid befindet sich im Bau. Produziert wird in Hedingen im Kanton Zürich.
  • MOOST: Gebäudedaten werden zu Energiespartipps. Die Software wertet die Daten von Wärmepumpen, Ladestationen, Smart Metern und Photovoltaikanlagen laufend aus und meldet den Bewohnerinnen und Bewohnern, wann sich das Verschieben eines Verbrauchs lohnt oder wo unnötig Energie verbraucht wird. Energieversorger und Anbieter von Gebäudetechnik binden die Lösung in ihre eigenen Anwendungen ein.
  • AMP IT: Ladeinfrastruktur für Mehrfamilienhäuser und Areale. Das Genfer Unternehmen plant, baut und betreibt Ladestationen für Elektrofahrzeuge und übernimmt mit seiner Software auch Steuerung, Zugang und Abrechnung. Ladestationen, Batteriespeicher und Photovoltaikanlagen werden zusammengeführt, damit möglichst viel Solarstrom im Gebäude selbst genutzt wird und das Netz weniger belastet wird.
  • Zählerfreunde: Aus Zählerdaten wird Transparenz. Die Plattform macht die Daten intelligenter Stromzähler für Endkundinnen und Endkunden nutzbar und zeigt den Verbrauch in Echtzeit, empfiehlt günstige Ladezeitpunkte für Elektroautos und stellt dynamische Tarife verständlich dar. Energieversorger und Messstellenbetreiber in Deutschland binden sie herstellerunabhängig in ihr eigenes Angebot ein.
  • Yuon Control: Wärmenetze effizienter betreiben. Eine selbstlernende Software bildet das Netz und die angeschlossenen Gebäude digital ab und berechnet aus Wetterprognosen und Verbrauchsdaten den künftigen Wärmebedarf voraus. So sinken Lastspitzen und Verluste, und es lassen sich zusätzliche Gebäude anschliessen, ohne dass die Infrastruktur ausgebaut werden muss.
  • SensorX Solutions: Treibhausgase messen und Leckagen finden. Die Sensoren des Obwaldner Unternehmens lassen sich auf Drohnen, auf Inspektionsfahrzeugen oder fest installiert einsetzen, die Auswertung im Hintergrund lokalisiert Leckagen und beziffert die austretende Menge. Eingesetzt wird das System bei Gasnetzen, in Biogasanlagen und in industriellen Prozessen.
  • Windworks: Windkraft für den Winterstrom. Das Spin-off der EPFL baut Windturbinen mit senkrechter Drehachse, deren patentierte Regelung jedes Rotorblatt während der Drehung laufend verstellt. Dadurch bleibt die Turbine auch bei böigem Wind effizient. Die Anlagen sind unter 30 Meter hoch und für Landwirtschaftsbetriebe, Gemeinden und Gewerbe gedacht, wo sie im Winter die Solarstromproduktion ergänzen.
  • BCHAR: Aus Reststoffen wird gespeicherter Kohlenstoff. Das Zürcher Unternehmen liefert modulare Anlagen, in denen organische Reststoffe aus der Landwirtschaft unter Luftabschluss zu Pflanzenkohle erhitzt werden. Der gebundene Kohlenstoff bleibt langfristig gespeichert, die Abwärme ist nutzbar. Eine integrierte Software erfasst die Betriebsdaten und schafft die Nachweisgrundlage für den Handel mit Zertifikaten zur Kohlenstoffentnahme.

Ausblick

Vorerst sind vier Durchführungen des Accelerators geplant. Die zweite startet am 15. September 2026 und dauert bis März 2027. Startups mit einer Lösung im Energie- oder Umweltbereich können sich bei Startup Campus für die kommenden Durchführungen bewerben.

Partner der ersten Kohorte

  • Hauptpartnerin: Bloom Foundation
  • Unternehmenspartner: BKW, Electrosuisse, Technopark Winterthur
  • Öffentliche Partner: Kanton Zürich, Stadt Winterthur, ZHAW sustainable
  • Unterstützende Partner: Crosstown H2R, Energie bewegt Winterthur, Energie Zukunft Schweiz, Energy Startup Day, Innovation Monitor, Start Up Energy Transition, Swisspower

Ansprechperson

Head of Startup Campus

Matthias Filser

matthias.filser@zhaw.ch

Program Manager, Energy & Environment Accelerator

Mélanie Binggeli

melanie.binggeli@zhaw.ch

Kontakt

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