CombiSound – Schallschutz & Komfort für nachhaltige Altbausanierung
Die Machbarkeitsstudie untersucht, wie sich Trittschallschutz und thermischer Komfort in älteren Mehrfamilienhäusern durch kombinierte Massnahmen verbessern lassen. Ziel ist es, funktionelle Einbaumodule zu entwerfen, welche durch Vorfertigung und einfache Montage eine kosteneffiziente Lösung bei der Altbausanierung bieten.
Ausgangslage
- Viele ältere Mehrfamilienhäuser in der Schweiz sind ringhörig und energetisch ineffizient. Hohe Vorlauftemperaturen mindern die Effizienz von Wärmepumpen.
- Mangelnder Schallschutz ist ein häufiges Grundargument für Abriss und Ersatzneubau.
- Ersatzneubauten benötigen viel graue Energie und verursachen hohe CO₂-Emissionen.
- Kombinierte Sanierungsmassnahmen sollen den Komfort steigern, den Energiebedarf senken und die Nutzungsdauer von Gebäuden verlängern.
Projektbeschrieb
CombiSound ist eine Machbarkeitsstudie, die von SPF OST, Empa und FHNW durchgeführt wird. Untersucht werden kombinierte Lösungen für Schallschutz und Flächenheizung/-kühlung in typischen Altbaukonstruktionen (Holzbalken- und Stahlbetondecken). Die Konzepte sollen einen hohen Vorfertigungsgrad aufweisen, um schnelle Montage und kreislaufgerechte Materialwahl zu ermöglichen. Simulationen und Analysen bewerten Schallschutz, thermischen Komfort, Kosten und Umweltwirkung. Es werden Lösungen für konkrete Objekte in Zürich und Basel-Stadt entwickelt.
Projektziele
- Entwicklung kombinierter Sanierungsmassnahmen für Schallschutz und thermische Behaglichkeit anhand von Mustergebäuden
- Quantitative Bewertung von Schallschutz, Komfort, Kosten und Umweltwirkung
- Bereitstellung von Grundlagen für serielle Sanierung und Produktentwicklung
Erkenntnisse
Die abgehängten, thermisch aktivierten Decken verbessern die Luft- und Trittschalldämmung in beiden Modellzimmern deutlich, wobei die Flankenübertragung über die angrenzenden Bauteile die Gesamtwirkung begrenzt und beim Trittschall moderate Zusatzmassnahmen am Bodenaufbau nötig bleiben. Die Simulationen mit Klimadaten für das Jahr 2060 zeigen, dass die aktivierte Decke den thermischen Komfort im Sommer wie im Winter sicherstellt, selbst wenn nur die Hälfte der Deckenfläche aktiviert wird und die Gebäudehülle unsaniert bleibt. In der Gesamtbewertung schneiden die Varianten mit Lehm-Klimaelementen am besten ab, weil sie die Treibhausgasemissionen gegenüber der Ausführung mit Gipsfaserplatte und Wärmeleitblech um 65 bis 68 Prozent senken und Feuchtigkeit aufnehmen. Die günstigste Variante kostet rund 340 Franken pro Quadratmeter Deckenfläche und damit etwa gleich viel wie eine Fussbodenheizung, die Lösungen mit Lehm zwischen 530 und 570 Franken.
Ausblick
Da zur Schallschutzwirkung von Lehmbauteilen kaum Messdaten vorliegen, sollen die berechneten Werte im Schalllabor überprüft und die Deckensysteme gemeinsam mit Herstellern und Installateuren für den Einsatz in Sanierungen optimiert werden. Anschliessend ist die Umsetzung in einem wissenschaftlich begleiteten Sanierungsprojekt vorgesehen, das die Situation vor und nach dem Einbau dokumentiert und den Feuchtehaushalt der Decke verfolgt.
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