Agri-Photovoltaik: Doppelnutzung von Landwirtschaftsflächen zur Stromproduktion

Während Agri-Photovoltaik (Agri-PV) in der Schweiz bisher fast ausschliesslich bei Spezialkulturen wie Beeren und Obst getestet wurde, untersucht dieses Projekt die Machbarkeit auf Acker- und Grünlandflächen sowie im Weinbau. Ziel ist es, die wirtschaftlichen, technischen und agronomischen Grundlagen für skalierbare Lösungen in der landwirtschaftlichen Praxis zu schaffen.

Wirkungsbereich
Energieerzeugung
Branche
Energiewirtschaft
Projektstand
abgeschlossen
Projektart
Machbarkeitsstudie
Projektpartner
ZHAW

Ausgangslage

  • Agri-PV verbindet Landwirtschaft und Solarstromproduktion. In der Schweiz gibt es bisher nur wenige Versuchsanlagen, fast ausschliesslich über Spezialkulturen.
  • Über 95% des theoretischen Potenzials liegt bei Acker- und Grünlandflächen. Für Acker- und Grünland fehlen Praxisbeispiele.
  • Rechtliche Grundlage für die Bewilligung solcher Anlagen sind seit Juni 2024 vorhanden; ein Nachweis landwirtschaftlicher Vorteile ist erforderlich.

Die Machbarkeitsstudie analysierte acht Standorte auf drei Betrieben (Gemüsebau, Weinbau, Grünland) hinsichtlich technischer, agronomischer und wirtschaftlicher Realisierbarkeit. Es wurden Konzepte für drei Pilotanlagen erstellt, inklusive Netzanschluss- und Vermarktungsstrategien (Eigenverbrauch, lokale Elektrizitätsgemeinschaft, Volleinspeisung). Begleitend wurden Ertragssimulationen, Investitionskosten und Stromgestehungskosten berechnet sowie agronomische Effekte (Beschattung, Biodiversität) bewertet.

Projektziele

  • Entwicklung von drei bewilligungsfähigen Agri-PV-Projekten auf verschiedenen Nutzungstypen (Baueingabereife)
  • Analyse der technischen, wirtschaftlichen und agronomischen Machbarkeit
  • Erarbeitung von Vermarktungsmodellen (Eigenverbrauch, lokale Elektrizitätsgemeinschaft)
  • Identifikation von Hürden und Empfehlungen für Bewilligungsprozesse

Die Machbarkeitsstudie zeigt, dass Agri-PV im Kanton Zürich technisch und wirtschaftlich umsetzbar ist, jedoch stark von Standort und Anlagentyp abhängt. Wirtschaftlich tragfähig sind vor allem Modelle mit Eigenverbrauch oder lokalen Elektrizitätsgemeinschaften (LEG), während Volleinspeisung meist nicht rentabel ist. Die Investitionskosten variieren erheblich (1’100–4’000 CHF/kWp), und die Stromgestehungskosten liegen vor Förderung zwischen 9 und 13 Rp./kWh. Agronomische Vorteile, wie Schutz vor Extremwetter und Ressourcenschonung sind möglich, erfordern aber sorgfältige Planung und angepasste Kulturen. Die Studie empfiehlt den Aufbau von Beratungsangeboten und Referenzanlagen, um Erfahrungen zu sammeln und Vertrauen bei Bewirtschaftenden und Behörden zu schaffen.

Ausblick

Die Erkenntnisse aus der Studie werden in Folgeprojekten weiterverwendet. Erste Baueingaben sind in Vorbereitung. Es besteht Interesse an einer wissenschaftlichen Begleitung und an der Entwicklung von Referenzanlagen im Kanton Zürich. Die ZHAW plant, die Ergebnisse in weiteren Regionen zu validieren.

Projektpartner

  • ZHAW Forschungsgruppe Erneuerbare Energien: Prof. Jürg Rohrer
  • ZHAW Forschungsgruppe Regenerative Landwirtschaftssysteme: Mareike Jäger

Kontakt

Pilotprojekte Energie – Energie

Adresse

Stampfenbachstrasse 12
8090 Zürich
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Telefon

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+41 43 259 30 13

Beat Lehmann

E-Mail

pilotprojekte@bd.zh.ch

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