B-ONE: Die erste Sattelzugmaschine mit einem vollständigen Energienetzwerk
Schwere Nutzfahrzeuge verursachen rund 30 Prozent der CO2-Emissionen im Strassenverkehr. Im Projekt B-ONE wird zum ersten Mal eine elektrische Sattelzugmaschine gebaut, bei der der Auflieger ins Energienetzwerk integriert wird.
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Ausgangslage
- Schwere Nutzfahrzeuge verursachen rund 30 Prozent der CO2-Emissionen im Strassenverkehr; die EU schreibt vor, diese bei Neuzulassungen bis 2040 um 90 Prozent gegenüber 2019 zu senken.
- Sattelzugmaschinen sind die meistverbreitete Bauform schwerer Nutzfahrzeuge, rund 3 Millionen sind gemäss ACEA in der EU im Einsatz.
- Bei heutigen elektrischen Sattelzügen endet das Hochvolt-Energienetzwerk an der Zugmaschine; der Auflieger bleibt energietechnisch ungenutzt.
- Ein vollständiges Energienetzwerk über die ganze Fahrzeugkombination würde Reichweite und Ladeplanung verbessern und zusätzliche Routen elektrifizieren, die heute nur mit Diesel-Fahrzeugen befahren werden.
Projektbeschrieb
Die Alligator AG hat die Anforderungen gemeinsam mit der Dreier AG definiert und baut nun mit der E-Force One AG und der Kinell GmbH im Rahmen dieses Pilot- und Demonstrationsprojekts ein vollständiges Fahrzeug-Gespann mit einem Auflieger, der ins Hochvolt-Netzwerk der Zugmaschine integriert wird. Herzstück ist die von Alligator entwickelte Planardurchführung, eine in die Sattelkupplung integrierte Schnittstelle, die erstmals eine Stromverbindung während der Fahrt ermöglicht. Die Kerntechnologie dafür wird in einem separaten Forschungsprojekt mit der HSLU und der BFH vorbereitet. Auf dem Auflieger werden zwei Batterien der Firma E-Force verbaut, die zusätzlich über eine Technologie der Kinell GmbH ans Hochvolt-Bordnetz der Zugmaschine gekoppelt werden können. Sodass das Gespann bei kurzem Radstand und zweiachsiger Zugmaschine rund 680 kWh Batteriekapazität erreicht. Gebaut wird das Fahrzeug in Fehraltorf und Kaufbeuren, getestet auf der TCS-Teststrecke «Betzholz» in Hinwil.
Projektziele
- Kontinuierliche Energieübertragung während der Fahrt: 200 kW bidirektional
- Automatische Hochvolt-Kopplung beim Auf-/Absatteln
- Systemvalidierung bis Technologiereifegrad 6: 100–150 km Testfahrten, 80–120 Kopplungszyklen
- Testen unter Extrembedingungen: Regen, Vollbremsungen, Kurvenfahrt mit Neigung, Fahrt mit beladenem Container
Ausblick
Gemäss Projektplan wird das Gespann ab Oktober 2027 auf dem Gelände der TCS-Strecke in Hinwil getestet, der Projektabschluss ist für Dezember 2027 vorgesehen. Als Folgeprojekt sind die Strassenzulassung (Einzelzulassungsverfahren) sowie die anschliessende Validierung im Realbetrieb geplant.
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