05 Volkswirtschaftsdirektion

Die Volkswirtschaftsdirektion setzt sich für attraktive und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für Unternehmen und Arbeitnehmende ein. Stellensuchende werden unterstützt und befähigt. Die Direktion ermöglicht eine vielfältige, vernetzte und zukunftsorientierte Mobilität im Wirtschafts-und Lebensraum Zürich. Ziele sind hohe Standortqualität, attraktive Arbeitsplätze und damit Wohlstand für alle.

Investition in Glattalbahn, Velohauptverbindung und Hochwasserschutz

Das Glattal mit der Flughafenregion gehört zu den entwicklungsstärksten Regionen im Kanton. Die Verlängerung der Glattalbahn bis ins Gebiet Steinacker in Kloten und die im kantonalen Velonetzplan vorgesehene Velohauptverbindung nach Bassersdorf sollen nachhaltige Lösungen für die zunehmenden Mobilitätsbedürfnisse in diesem Raum ermöglichen. Gleichzeitig sollen wichtige Hochwasserschutzmassnahmen am Altbach umgesetzt werden zum Schutz der Bevölkerung und der national bedeutenden Infrastrukturen am Flughafen. Der Regierungsrat beantragte dem Kantonsrat im Juli des Berichtsjahres einen Betrag von rund 543 Mio. Franken zur Realisierung des Gesamtprojekts (Vorlage 6031).

Kanton und Stadt Zürich wollen das Tram Affoltern ermöglichen

Das Tram Affoltern soll die Deckung der wachsenden Verkehrsnachfrage in Zürich Nord ermöglichen und zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Mobilität beitragen. Der Regierungsrat hat die notwendigen finanziellen Planungsmittel bewilligt, um das Projekt zur Baureife zu bringen (RRB Nr. 834/2025). Gleichzeitig hat der Zürcher Stadtrat beschlossen, das Projekt mit zusätzlichen 60 Mio. Franken zu unterstützen, was die Belastung des kantonalen Verkehrsfonds entsprechend reduziert.

Leichte Anpassung des ZVV-Tarifs

Die Ticketpreise wurden mit dem Fahrplanwechsel im Dezember des Berichtsjahres um durchschnittlich 2,1% erhöht. Die letzte Tarifanpassung fand im Dezember 2023 statt und lag unter dem nationalen Durchschnitt. Davor blieben die Preise während sieben Jahren stabil, obwohl das Angebot des öffentlichen Verkehrs laufend verbessert und ausgebaut wurde. Gemäss der ZVV-Strategie 2025–2029 soll der Kostendeckungsgrad des öffentlichen Verkehrs über 60% gehalten werden.

Aktionstag für Fairness im öffentlichen Verkehr

Mit dem Aktionstag «Billett bitte» setzen der ZVV und die Verkehrsunternehmen ein Zeichen für Fairness im öffentlichen Verkehr. Ziel der angekündigten Massnahme war, aufzuzeigen, weshalb Ticketkontrollen nötig sind und welchen Beitrag sie dazu leisten, dass das dichte Angebot im Raum Zürich weiterhin bezahlbar bleibt. Dem öffentlichen Verkehr im ZVV entstehen durch Reisende ohne gültigen Fahrausweis jährlich Einnahmeausfälle von mindestens 80 Mio. Franken, die von der Allgemeinheit getragen werden müssen.

Agglomerationsprogramme der fünften Generation beim Bund eingereicht

Im Berichtsjahr hat der Regierungsrat den Agglomerationsprogrammen der fünften Generation zugestimmt (RRB Nr. 232/2025). Sie enthalten knapp 350 Massnahmen des Kantons, der Unternehmen des öffentlichen Verkehrs und der Städte und Gemeinden mit Baubeginn zwischen 2028 und 2032, für deren Umsetzung Investitionen von rund 1,2 Mrd. Franken beantragt wurden. Damit will der Regierungsrat an den Erfolg der bisherigen Programme anknüpfen. Dank diesen konnten in der Vergangenheit zahlreiche wichtige Bauvorhaben im Kanton realisiert werden.

Start zu regionalen Gesamtverkehrskonzepten

Der Kanton hat im Berichtsjahr gemeinsam mit den zuständigen Planungsverbänden die Arbeiten an den regionalen Gesamtverkehrskonzepten für das Glattal, das Zürcher Oberland und zusammen mit dem Kanton Aargau für das Limmattal aufgenommen. In mehreren Phasen werden Zielbild, Strategien und Massnahmen erarbeitet. Mit deren Umsetzung soll eine möglichst langfristig funktionierende, bedürfnisgerechte und umweltverträgliche Balance zwischen Siedlungs- und Verkehrsentwicklung erreicht werden.

Automatisiertes Fahren im Furttal: ASTRA-Bewilligung liegt vor

Das Swiss Transit Lab, die Kantone Zürich und Aargau sowie die SBB testen im Furttal den Einsatz selbstfahrender Fahrzeuge zur Weiterentwicklung des lokalen Angebots des öffentlichen Verkehrs. Im Berichtsjahr wurde eine präzise digitale Karte der Pilotregion erstellt, die als Grundlage für den selbstfahrenden Modus dient. Zudem wurde die Technologie für das automatisierte Fahren umfassend geprüft. Das Bundesamt für Strassen begleitete diese Schritte eng und erteilte dem Projekt im Herbst des Berichtsjahres die Bewilligung. Seither verkehren zwei Fahrzeuge selbstfahrend im regulären Strassenverkehr. Vorerst sitzt noch ein Sicherheitsfahrer im Fahrzeug, der bei Bedarf eingreifen kann.

Kanton legt Grundstein für attraktivere Mountainbike-Infrastruktur

Um die Interessen der Mountainbikerinnen und Mountainbiker, anderer Waldnutzendenden und des Naturschutzes miteinander in Einklang zu bringen, hat der Regierungsrat ein Mountainbike-Konzept festgesetzt (RRB Nr. 1224/2025). Das Konzept definiert im gesamten Kanton 19 Fokusräume, in denen die Nachfrage besonders gross ist. Das Mountainbike-Angebot soll dort gezielt ausgebaut und so gelenkt werden, dass sensible Gebiete besser geschützt werden. Im Vordergrund steht die Koexistenz aller Wegnutzenden.

Taxigesetz: Übergang in den Regelbetrieb

Seit Inkrafttreten des neuen Gesetzes über den Personentransport mit Taxis und Limousinen (PTLG) benötigt eine kantonale Taxifahrzeugbewilligung und einen Taxiausweis, wer berufsmässig Binnenfahrten mit einem Taxi auf Kantonsgebiet durchführen möchte. Bis Ende des Berichtsjahres galt für Taxifahrerinnen und Taxifahrer, die über eine gültige altrechtliche kommunale Taxibewilligung verfügten, eine Übergangsfrist. Im Berichtsjahr stellte die Fachstelle Gewerbsmässige Personenbeförderung 1000 Taxifahrzeugbewilligungen, 1235 Taxiausweise und rund 1368 Plaketten für Limousinendienste aus.

Einhausung Schwamendingen feierlich eingeweiht

Nach fünfeinhalb Jahren Bauzeit konnte das von Bund, Kanton und der Stadt Zürich gemeinsam realisierte Bauprojekt Einhausung Schwamendingen erfolgreich abgeschlossen werden. Der Verkehr auf der A1 fliesst nun durch den sanierten und um rund einen Kilometer verlängerten Schöneichtunnel. Die Überdeckung verbessert die Lebensqualität, schützt das Quartier vor dem Lärm der Autobahn und hat mit dem neuen Überlandpark zusätzlichen Erholungsraum für die Bevölkerung geschaffen. Anfang Mai des Berichtsjahres wurde das Bauwerk mit einem Festakt offiziell eröffnet.

Flughafenbericht 2025

Der Regierungsrat hat den Flughafenbericht 2025 verabschiedet (RRB Nr. 1118/2025). Die Erwartungen des Kantons an die Flughafen Zürich AG gemäss Eigentümerstrategie wurden mehrheitlich erfüllt. Die Erreichbarkeit des Standortes Zürich im Vergleich mit ausländischen Wirtschaftsstandorten konnte gehalten werden. Weiterhin nicht erfüllt sind Erwartungen des Kantons zum Umweltschutz im Bereich der Begrenzung der Lärmimmissionen. Der ZFI-Monitoringwert des Jahres 2024 stieg insbesondere aufgrund der anhaltenden Erholung des Flugbetriebs gegenüber dem Vorjahr an und überschreitet mit 55'725 Personen den Richtwert um rund 8700 Personen (+17%). Erfreulicherweise gesunken ist hingegen die Anzahl Flugbewegungen in der Zeit des bewilligungsfreien Verspätungsabbaus von 23.00 bis 23.30 Uhr.

KI-Standort Zürich etabliert sich als attraktiver KI-Standort

Zusammen mit den Zürcher Hochschulen tragen im Kanton angesiedelte Forschungsstätten internationaler Unternehmen zur Weiterentwicklung der Künstlichen Intelligenz bei. Zur Etablierung des Kantons als Innovationsstandort für KI fokussiert die Volkswirtschaftsdirektion auf innovationsfördernde Rahmenbedingungen und Initiativen, welche die Weiterentwicklung der Technologie beschleunigen, deren Anwendung bei Unternehmen fördern und so die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts stärken. Im Berichtsjahr wurde die KI-Sandbox, die eine Verbindung von Technologie, Regulierung und gesellschaftlichem Nutzen schafft, mit dem Digital Economy Award ausgezeichnet. In Kooperation mit dem ETH AI Center lässt der Kanton die Bevölkerung überdies an neuen Entwicklungen teilhaben, im Berichtsjahr gehörten dazu der Schülerwettbewerb KI-Challenge sowie eine Veranstaltung am Zurich AI Festival.

Kanton festigt seine Rolle als grösster Stiftungsstandort der Schweiz

Die Offensive zur Steigerung der Attraktivität des Kantons für Stiftungen konnte mit ausgezeichneten Resultaten abgeschlossen werden. Im Mittelpunkt der Offensive stand eine Anpassung der Steuerpraxis. Der Regierungsrat würdigte im Anfang des Berichtsjahres veröffentlichten Schlussbericht die Resultate, darunter 44 Neugründungen von Stiftungen im Kanton (RRB Nr. 192/2025). Zur weiterführenden Stärkung des Stiftungsstandorts gründete die Volkswirtschaftsdirektion im Anschluss mit den Schweizer Verbänden SwissFoundations und proFonds, dem Zentrum für Stiftungsrecht an der Universität Zürich und der ZKB Philanthropie Stiftung den Verein Stiftungsstandort Zürich. Dieser führte am internationalen Tag der Stiftungen im Oktober des Berichtsjahres das erste Zürcher Stiftungsforum zum Thema Kollaboration schafft Wirkung durch. Zur Verbesserung der Sichtbarkeit der Stiftungsarbeit wurde ausserdem die Informationsplattform www.stiftungen.zuerich geschaffen.

Zürich stärkt Innovationsmöglichkeiten im Bereich Raumfahrt

Der Regierungsrat will unter dem Titel «Innovationsstandort 2030» die Standortattraktivität des Kantons stärken (RRB Nr. 372/2024). Im Themenfeld Raumfahrt sollen technologische Entwicklungen und Anwendungen im Raumfahrtsektor vorangebracht und interessierten Forschungseinrichtungen und Industrien ein geeigneter Zugang zum Thema ermöglicht werden.

Im Berichtsjahr kam es zu Partnerschaften zwischen dem Innovationspark Zürich und Space Florida sowie dem Voyager Technologies Institute for Space, Technology and Advancement (VISTA).

Das Amt für Arbeit stellt sich geografisch neu auf

Das Amt für Arbeit hat seine Strategie weiter vertieft und seine fünf Standorte für die Zukunft festgelegt. Bis spätestens 2030 wird das Amt in den Städten Zürich und Winterthur mit einem Kunden- und Servicecenter präsent sein. Hinzu kommen regionale Anlaufstellen in Thalwil, Bülach und Uster. Durch die Bündelung der Ressourcen kann das Amt seine Dienstleistungen effizienter erbringen und die Qualität weiter steigern. Der Auswahl der fünf Standorte liegt eine vertiefte Analyse zugrunde. Wichtige Kriterien waren dabei die Erreichbarkeit sowie die regionale Ausgewogenheit und Verankerung.

Jede zweite Person mit Schutzstatus S arbeitet

Die Erwerbsbeteiligung der Personen mit Schutzstatus S konnte im Kanton weiter erhöht werden. Sie betrug Ende Oktober 42%, was einem Anstieg von 7 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht. Betrachtet man die erwerbsfähigen Personen, die seit 2022 in der Schweiz sind, wird im Berichtsjahr die Quote von 50% erreicht. Damit hat der Kanton die Vorgaben des Bundes zur Arbeitsmarktintegration der Geflüchteten aus der Ukraine erfüllt.

Leistungsgruppen

Der Bericht enthält Informationen folgender Leistungsgruppen: 

  • 5000 Generalsekretariat
  • 5205 Amt für Mobilität
  • 5210 Finanzierung öffentlicher Verkehr
  • 5301 Amt für Wirtschaft
  • 5302 Amt für Arbeit
  • 5920 Verkehrsfonds
  • 5921 Flughafenfonds
  • 5925 Strassenfonds

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