04 Finanzdirektion

Stand Finanzhaushalt und Investitionspriorisierung

Im Hinblick auf den Konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan (KEF) 2026–2029 wurde im Berichtsjahr erneut eine Investitionspriorisierung durchgeführt. Damit konnten die vorhandenen Investitionsmittel zielgerichtet auf prioritäre Projekte ausgerichtet werden. Dennoch verbleibt in der Planung des Kantonshaushalts ein Schuldenaufbau. Aufgrund der konsequenten Budgetierung gemäss tatsächlichen Erwartungen können nur positive Ereignisse zu einem milderen Schuldenanstieg führen. Deshalb sind weitere Anstrengungen nötig, um den Finanzhaushalt langfristig zu stabilisieren.

Abschaffung Eigenmietwert und Neubewertung der Liegenschaften

Aufgrund des klaren Resultats der eidgenössischen Abstimmung zur Abschaffung des Eigenmietwerts hat der Regierungsrat beschlossen, bei der allgemeinen Liegenschaftenneubewertung auf eine Erhöhung der Eigenmietwerte zu verzichten. Dies erforderte bei den planmässig verlaufenen Projektarbeiten kurzfristige Anpassungen. Die gegen die Neubewertung erhobene Beschwerde hat das Bundesgericht am 16. Dezember des Berichtsjahres abgewiesen. Damit steht der Umsetzung der Liegenschaftenneubewertung nichts mehr im Weg.

Stand Weiterentwicklung und Rollout Finanzsysteme

Der Rollout des Planungs- und Budgetierungstools (PBT) verläuft planmässig. Die Realisierung der Rolloutphasen zwei und drei konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Durch technische Umstellungen im SAP im Bereich Profitcenter nutzen bereits alle Verwaltungseinheiten das PBT für die Plandateneingabe. Die Staatskanzlei und fünf Direktionen setzen das Tool bereits vollumfänglich für die Planung ein. Der weitere Rollout erfolgt 2026.

Nach der planmässigen und erfolgreichen Einführung der Lösung eVorhaben in der Finanzverwaltung im Pilotbetrieb folgte im Juni des Berichtsjahres die Betriebsaufnahme im Amt für Informatik. Im November des Berichtsjahres wurde eVorhaben in den restlichen Ämtern und im Generalsekretariat der Finanzdirektion eingeführt. Aufgrund der Rückmeldungen und gewonnenen Erfahrungen des Betriebs in der Finanzdirektion wurden Weiterentwicklungen definiert und sind in Umsetzung. Der Rollout auf weitere Organisationseinheiten ist in Planung.

Aurora und Work Zone

Im Rahmen der ersten Einführungswelle der neuen SAP-HCM-Standardlösung wurde bis Ende des Berichtsjahres schrittweise die Einstiegsplattform Work Zone bereitgestellt. Damit erhalten rund 85'000 Nutzende digitalen Zugriff auf zentrale HCM-Anwendungen, darunter Lohnabrechnungen, Lohnausweise sowie persönliche Personaldaten. Zusätzlich wurde die neue Recruiting-Lösung in ausgewählten Pilotorganisationen eingeführt. Die zweite Einführungswelle erfolgt ebenfalls gestaffelt. Ab dem 1. Januar 2026 wird die Payroll (Lohnverarbeitung und -verbuchung) auf das neue Standardsystem umgestellt. Anschliessend folgen vollständig digitale Anwendungen für die Spesenabwicklung, die Unfallmeldungen sowie die harmonisierte Zeit- und Leistungserfassung. Parallel dazu wird die neue Recruiting-Lösung auf weitere Organisationseinheiten ausgeweitet. Die Gesamtlösung, welche die neuen, kantonsweit harmonisierten Prozesse digital abbildet, wird im Herbst 2026 eingeführt.

Risikomanagement und IKS Finanzdirektion

Im Berichtsjahr hat die Direktion ein Risikomanagementkonzept implementiert und erstmals einheitlich die Risiken aus den Ämtern und dem Generalsekretariat erhoben. Um den zusätzlichen Aufwand dieses Risikomanagementprozesses abzufedern, wurde das Konzept pragmatisch und unter grösstmöglicher Nutzung von bestehenden Ansätzen umgesetzt. Zudem wurden die Weichen gestellt, um den Bereich Risikomanagement und das Interne Kontrollsystem (IKS) eng zu verbinden. Dazu wurde die Verschiebung der IKS-Fachstelle von der Finanzverwaltung ins Generalsekretariat vorbereitet.

Informationssicherheits-Managementsystem

Das Informationssicherheits-Managementsystem wurde im Berichtsjahr weiterentwickelt und die Einführung der Allgemeinen Informationssicherheitsrichtlinie der Finanzdirektion per 2026 vorbereitet. Zudem wurden konzeptionelle Grundlagen geschaffen für relevante Themenbereiche der internationalen Norm ISO/IEC 27001. Dazu zählen insbesondere Governance und Organisation der Informationssicherheit, Risikomanagement, Schutz von Informationen und IT-Systemen, Betriebssicherheit, Zugriffskontrollen und das Management von Sicherheitsvorfällen. Neue Leitfäden und Merkblätter unterstützen die Mitarbeitenden bei der praktischen Umsetzung.

Fortlaufende Sensibilisierung des Personals für Compliance-Regeln

Im Berichtsjahr wurde die Etablierung einer transparenten Compliance-Kultur bei den Mitarbeitenden der kantonalen Verwaltung weitergeführt. Der Fokus lag auf dem höheren Kader. Ausserdem hat die Compliancebeauftragte die Amts-leitenden der Direktionen mit Austausch- und Kennenlern-Meetings für die Compliance-Regeln sensibilisiert. Für das höhere Kader der Finanzdirektion konnte zudem ein E-Learning-Kurs mit drei Modulen und einem Quiz als Pilot getestet werden. Ab 2026 steht dieses Compliance-E-Learning allen Direktionen zur Verfügung. Darüber hinaus wurden die Grundausbildung Führung, Kadernachwuchsförderung und die Willkommensanlässe durch die Compliancebeauftragte beibehalten. Zusätzlich wurden im Intranet und Internet fünf weitere Folgen von Ratgeber-Kolumnen aufgeschaltet.

Handbuch Steuerung

Das Handbuch Steuerung fasst die relevanten Vorgaben über die Steuerung des Finanzhaushalts in Verfassung, Gesetzen, Verordnungen und Weisungen zusammen. Zum Entwurf der Erstfassung wurde ein Mitberichtsverfahren durchgeführt. Die umfangreichen Anliegen werden 2026 bereinigt.

Interkantonale Zusammenarbeit

Die Zentrumsleistungen des Kantons werden auch von der Bevölkerung anderer Kantone bezogen, insbesondere diejenigen der Universität und der Fachhochschulen. Jedoch erhält der Kanton dafür keine kostendeckenden Vergütungen und muss jährlich ungedeckte Kosten von netto rund 104 Mio. Franken tragen. Der Regierungsrat strebt eine vollkostendeckende interkantonale Leistungsabgeltung an. Die Finanzdirektion stand im Berichtsjahr im engen Austausch mit anderen Zentrumskantonen, die ebenfalls Leistungen für andere Kantone erbringen und von ungedeckten Kosten betroffen sind. Die ungedeckten Kosten der anderen Kantone wurden ebenfalls berechnet und methodische Grundlagen sowie Massnahmenvorschläge erarbeitet.

Härtefallhilfen: Kontrolle Einhaltung Bundesauflagen

Der Kanton ist gemäss Covid-19-Gesetz und den Covid-19-Härtefallverordnungen verpflichtet, die Einhaltung der mit den aus dem Covid-19-Härtefallprogramm gewährten Hilfen verbundenen Auflagen zu überprüfen und allfälligen Missbrauch zu bekämpfen. Er untersteht der Aufsicht durch die Bundesbehörden. Die Fachstelle Härtefallprogramm hat hierfür bis Ende des Berichtsjahres in mehr als 500 Verfahren kontrolliert, ob Unternehmen auch durch andere Hilfsprogramme subventioniert wurden oder ob Härtefallhilfen den Eigentümerinnen und Eigentümern zuflossen. In mehr als 110 Fällen musste die vollständige oder teilweise Rückforderung der Mittel ausgesprochen werden; hieraus ergaben sich gut 50 Rechtsmittelverfahren. Darüber hinaus wurde bei den gut 260 Unternehmen mit einem Referenzumsatz über 5 Mio. Franken geprüft, ob diese infolge von Gewinnen im Subventionierungszeitraum Teile dieser Gewinne zurückzahlen müssen im Sinne einer bedingten Gewinnbeteiligung. Entsprechende Rückforderungen wurden in mehr als 30 Fällen vollzogen.

Fertigstellung einheitliche Zahllösung

Die Prozesse zur Abwicklung bargeldloser Zahlungen an den kantonalen Verkaufsstellen wurden harmonisiert. Durch den Abschluss von Rahmenverträgen für das Acquiring (Zahlungsmittel) sowie Zahlterminals ist sichergestellt, dass an sämtlichen Verkaufsstellen die gleichen Zahlungsmittel akzeptiert werden.

Gemeinsame Plattform des Steueramts und der Gemeinden

Im Berichtsjahr wurde eine Projektstudie für die gemeinsame Plattform im Steuerwesen gestartet, in deren Rahmen gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinden zentrale fachliche, organisatorische und technische Grundlagen sowie erste grobe Zielbilder erarbeitet wurden. Anschliessend erfolgte eine Marktabklärung, bei der Marktteilnehmende unverbindliche Rückmeldungen abgeben konnten. Daraus wird 2026 eine konsolidierte Entscheidungsgrundlage für die Weiterführung des Projekts erarbeitet.

Abschluss Rollout Digitaler Arbeitsplatz (DAP)

Im Berichtsjahr wurden die letzten Organisationseinheiten mit dem Digitalen Arbeitsplatz ausgestattet. Der Rollout in der Bildungsdirektion und im Strassenverkehrsamt der Sicherheitsdirektion konnte im März abgeschlossen werden; das Projekt DAP 30.10 wurde im Juni formell beendet. Insgesamt wurden über 12'000 Arbeitsplätze in der gesamten kantonalen Verwaltung auf aktuelle technologische und sicherheitstechnische Standards umgestellt.

Parallel dazu erfolgte das Update auf Windows 11 fristgerecht und planmässig bis Ende September des Berichtsjahres. Das Projekt hat sich als zentrale Grundlage für die Modernisierung der kantonalen Arbeitsumgebung bewährt.

Die Verwaltung profitiert von einem einheitlichen, zukunftsfähigen und effizient verwaltbaren Arbeitsplatz, der die digitale Transformation unterstützt und eine wichtige Basis für künftige Entwicklungen im Rahmen der kantonalen IKT-Strategie bildet.

Stand Projekt Plattformen und Rechenzentren

Das 2024 organisatorisch neu aufgestellte Projekt Plattformen und Rechenzentren hat im Berichtsjahr den beabsichtigten Effekt gezeigt. Mit dem offiziellen Abschluss des IKT-Programms wurde das Projekt verselbstständigt. Im Berichtsjahr konnten 35% der Fachapplikationen aus Baudirektion, Sicherheitsdirektion, Volkswirtschaftsdirektion, Gesundheitsdirektion und Bildungsdirektion erfolgreich in die Rechenzentren des Amtes für Informatik überführt werden. Zudem wurden die Dateiablagen von 23 Ämtern und Behörden des Kantons in die neue zentralisierte Dateiablage des Amtes für Informatik migriert. Der dafür notwendige Kapazitätsausbau in den Rechenzentren sowie der erforderliche Aufbau zusätzlicher Plattformservices konnte weiter vorangetrieben werden. Die für einen sicheren Betrieb der Fachapplikationen notwendigen Service- und Supportprozesse wurden in Zusammenarbeit mit den Serviceteams des Amtes für Informatik analysiert und optimiert. Eine zusätzliche Analyse der Qualität in den einzelnen Supportprozessen wurde initiiert.

Weiterentwicklung des Beschaffungsportals

Mit dem im Berichtsjahr eingeführte Beschaffungsportal wird der bestehende Webshop zu einem Beschaffungsportal für diverse Warengruppen weiterentwickelt. Das Portal bildet eine breit nutzbare Plattform für die Abwicklung von wiederkehrenden Beschaffungen. Die Lösung wird kontinuierlich weiterentwickelt und bietet Schnittstellen zu Systemen in der kantonalen Verwaltung und ausgewählten Lieferanten. Das Ziel ist, die Effizienz der Beschaffungsprozesse zu steigern durch eine benutzerfreundliche Sicht für die Bestellenden und eine automatisierte Abwicklung zur Entlastung der Lead Buyer. Dies erfordert eine hohe Flexibilität bei der Umsetzung spezifischer Anforderungen der einzelnen Warengruppen. Das Beschaffungsportal leistet einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Beschaffung in der kantonalen Verwaltung.

Projekt Beschaffungslandschaft Kanton Zürich

Im Rahmen eines direktionsübergreifenden Projekts wurde die Organisation des kantonalen Beschaffungswesens beleuchtet und weiterentwickelt. Die bisherigen Koordinationsgremien werden zur neuen Kommission Beschaffungswesen zusammengelegt. Diese steht unter der Co-Leitung der Finanzdirektion und der Baudirektion und sorgt für eine kontinuierliche Optimierung des Beschaffungswesens.

Für bestimmte Materialgruppen sind zentrale Lead Buyer definiert, die für die Beschaffung und die Einhaltung der Vorgaben verantwortlich sind. Für IKT-Grundversorgung, Versicherungen und Postdienstleistungen wurden neue Lead Buyer bestimmt.

Die Dienstleistungen der verschiedenen Fachstellen werden unter einem einheitlichen Auftritt als Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum für Beschaffungen gebündelt mit dem Ziel, eine zentrale Anlaufstelle für Beratung und Information bei Beschaffungsfragen zu schaffen.

Leistungsgruppen

Der Bericht enthält Informationen folgender Leistungsgruppen: 

  • 4000 Generalsekretariat
  • 4100 Finanzverwaltung
  • 4400 Steuern Betriebsteil
  • 4500 Personalamt
  • 4610 Amt für Informatik
  • 4620 IKT-Sicherheitsbeauftragter
  • 4700 Drucksachen und Material
  • 4910 Steuererträge
  • 4921 Schadenausgleich
  • 4930 Zinsen und Beteiligungen
  • 4950 Sammelpositionen
  • 4960 Nationaler Finanzausgleich
  • 4980 Gemeinnütziger Fonds

Kontakt

Staatskanzlei – Regierungscontrolling

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