Informatik

In diesen Abschnitt werden die strategischen Ziele und Entwicklungen für den direktionsübergreifenden Bereich Informatik abgebildet.

Strategische Ziele

Die mit RRB Nr. 383/2018 auf den 1. Juli 2018 in Kraft gesetzte IKT-Strategie gibt sechs Stossrichtungen vor:

  1. Effektive IKT-Steuerung und Führung
    Unter der Gesamtführung des Regierungsrates sind ein strategisches und ein operatives Steuerungsgremium gebildet worden. Zudem werden neue Führungsprozesse und -instrumente geschaffen.
  2. Standardisierte IKT-Grundversorgung
    Die konsequente Standardisierung ist Grundlage für eine durchdringende Digitalisierung und eine gute Wirksamkeit.
  3. Effiziente Bereitstellung der IKT-Grundversorgung durch das Amt für Informatik (AFI)
  4. Standardisierte Betriebs- und Supportprozesse
  5. Standardisierte Beschaffungsprozesse
    Für alle Beschaffungen im Bereich der IKT-Grundversorgung ist das AFI zuständig. IKT-Beschaffungen von Kantons- und Fachapplikationen können die Direktionen und die Staatskanzlei unter Einhaltung von zentralen Vorgaben selbstständig durchführen.
  6. Verwaltungsweites Management der IKT-Sicherheit
    Das Management der IKT-Sicherheit wird als Teil der übergeordneten Informationssicherheit verwaltungsweit umgesetzt. Die IKT-Sicherheit wird mit anerkannten Standards und organisatorischen Massnahmen sichergestellt, die laufend den veränderten Anforderungen angepasst werden.

Aufgaben zur Bereitstellung der IKT-Ressourcen

R1     IKT-Grundversorgung: Bereitstellung, Betrieb und Weiterentwicklung (einschliesslich Helpdesk, Operativen Managements der IKT-Sicherheit)
R2     Bereitstellung und Betrieb von Kantonsapplikationen
R3     Bereitstellung und Betrieb von Fachapplikationen

Indikatoren

Leistungsindikatoren (L), Wirtschaftlichkeitsindikatoren (B) und Wirkungsindikatoren (W)
Aufgabe
Rechnung 2025
Budget 2026
Planung 2027
Planung 2028
Planung 2029
Planung 2030
L 1 Anzahl an digitalen Arbeitsplätzen Verwaltung R1     12'525 12'525 12'525 12'525
- Staatskanzlei           119     119  119 119
- Direktion der Justiz und des Innern          3'159 3'159     3'159     3'159
- Sicherheitsdirektion       1'330   1'330 1'330   1'330
- Finanzdirektion       2'341 2'341 2'341     2'341
- Volkswirtschaftsdirektion       1'069 1'069 1'069 1'069
- Gesundheitsdirektion       439 439 439 439
- Bildungsdirektion (ohne Schulen)       1'792 1'792 1'792 1'792
- Baudirektion       2'276 2'276 2'276 2'276
L2 Anzahl an digitalen Arbeitsplätzen Bildung
(SEK II)
R1     6’275 9’455 12’000 12’000
L3 Anzahl Kantonsapplikationen in Betrieb R2     29 40 45 45
L4 Anzahl Fachapplikationen in Betrieb R3     201 241 241  241
- Staatskanzlei       7 7 7 7
- Direktion der Justiz und des Innern       35 55 55 55
- Sicherheitsdirektion       31 31 31 31
- Finanzdirektion       20 40 40 40
- Volkswirtschaftsdirektion       15  15 15 15
- Gesundheitsdirektion       46      46 46 46
- Bildungsdirektion       10   10 10 10
- Baudirektion       37 37 37 37
B1 Betriebsaufwand für die IKT-Grundversorgung pro digitalen Arbeitsplatz Verwaltung (CHF) R1     7’213  7’213  7’213  7’213
B2 Betriebsaufwand für die zentrale IKT-Grundversorgung an den Schulen SEK II (CHF) R1            

Bemerkungen:

L1 Erstmalig wird die Anzahl der digitalen Arbeitsplätze mit Stand 31. Dezember 2025 ausgewiesen, die das Mengengerüst für die Planungsperiode bildet. Bemessungsgrundlage ist Anzahl berechtigter Zugänge.

L2 Zentralisierung der Grundversorgung der einzelnen Schulen Sek II über die Planperiode hinweg.

L3 Es wird die voraussichtliche Anzahl von Kantonsapplikationen aus IKT-Perspektive abgebildet. Die finale Entscheidung obliegt unterschiedlichen Gremien.

L4 Die Planwerte spiegeln die voraussichtliche Migration der Fachapplikationen im Rahmen des Projekts Plattform und Rechenzentrum (PRZ) wider.

B1 Der Indikator spiegelt den Betriebsaufwand für unterschiedliche IKT-Leistungen in der Grundversorgung mit Schwerpunkt digitaler Arbeitsplatz wider.

B2 Der Indikator wird erstmalig zum KEF 2028–2031 ausgewiesen, in der Planungsperiode erfolgt der Rollout der zentralisierten IKT-Grundversorgung
an den Schulen Sek II.

Finanzielle Entwicklung

Finanzierung (in Mio. Franken)

Rechnung 2025
Budget 2026
Planung 2027
Planung 2028
Planung 2029
Planung 2030
Aufwand Erfolgsrechnung1Personalaufwand: Ab dem Jahr 2027 wurde mit einem durchschnittlichen Lohn von Fr. 175'000 pro IKT-Mitarbeitenden gerechnet (davor Fr. 150'000) (ohne Verrechnungen)
-341.1 -374.9 -490.5 -480.5 -468.1 -460.0
Investitionsausgaben
-47.8 -75.1 -79.7 -66.2 -64.8 -49.3

1 Personalaufwand: Ab dem Jahr 2027 wurde mit einem durchschnittlichen Lohn von Fr. 175'000 pro IKT-Mitarbeitenden gerechnet (davor Fr. 150'000)

Bemerkungen zum Aufwand Erfolgsrechnung (in Mio. Franken)

Balkendiagramm zur Entwicklung des geplanten Personal-, Sachaufwands und den Kapitalfolgekosten für die Jahre 2027 und 2030, das einen leichten Rückgang des Personalaufwands, einen Rückgang des Sachaufwands und einen Anstieg der Kapitelfolgekosten zeigt.
Aufwand in Millionen Franken. Quelle: Kanton Zürich.

Absolute Differenz, Begründungen
+30.5 Veränderung von P30 zu P27
+36.3 Sachaufwand, davon
    +5.0 Generalsekretariat Direktion der Justiz und des Innern
    +7.2 Amt für Informatik
    +15.6 Steueramt
    +2.7 Berufsbildung
    +5.8 Übrige
-14.3 Kapitalfolgekosten, davon
    -15.5 Abschreibungen Software
    +0.8 Abschreibungen Hardware
    +0.4 Übrige
+8.5 Personalaufwand

Bemerkungen zur Investitionsrechnung (in Mio. Franken)

Balkendiagramm zu der Entwicklung der geplanten Investitionen in Hardware und Software für die Jahre 2026 bis 2030, die für die Planjahre 2027 bis 2030 rückgängige Investitionskosten zeigt, was auf geringere Softwareinvestitionen zurückzuführen ist.
Investitionen in Millionen Franken. Quelle: Kanton Zürich

Bemerkungen zur Investitionsrechnung (in Mio. Franken)

Absolute Differenz, Begründungen
-4.6 Veränderung P27 zu B26
-12.9 Software-Investitionen, davon
    -7.5 Kantonspolizei
    -2.0 Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung
    -3.4 Übrige
+8.3 Hardware-Investitionen, davon
    +5.8 Kantonspolizei
    -4.5 Amt für Informatik
    +1.5 Mittelschulen
    +5.5 Berufsbildung
+19.6 Veränderung Durchschnitt P28–P30 zu P27
+16.8 Software-Investitionen, davon
    +3.9 Generalsekretariat Direktion der Justiz und des Innern
    +3.3 Sozialamt
    +2.0 Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung
    +7.6 Übrige
+2.8 Hardware-Investitionen, davon
    +2.4 Amt für Informatik
    +0.4 Übrige


Finanziell bedeutendste Applikationen 

(Aufwand Erfolgsrechnung in Mio. Franken)

Applikationen sind eine zentrale Grundlage für die Erbringung der kantonalen Leistungen. Nachfolgend aufgeführt sind Applikationen mit Kosten für Betrieb, Wartung und Weiterentwicklung von mehr als 1 Mio. Franken pro Jahr sowie die dafür zuständigen Leistungsgruppen.

Leistungs-gruppe
Kantons-applikation (KA) / Fach-applikation (FA)
Applikation
Applikation: Kurzbeschreibung
Rechnung 2025
Budget 2026
Planung
2027
Planung 2028
Planung 2029
Planung 2030
1000 KA ZHservices E-Government-Transaktionsplattform -3.3 -4.9 -5.2 -5.5 -5.5 -5.5
1000 FA VerfahrenZH VerfahrenZH ist keine Applikation im eigentlichen Sinne, sondern setzt sich aus verschiedenen bestehenden und neu zu entwickelnden Komponenten zusammen (ZHweb, ZHservices, Zürikonto, Secure-TransferZH, Verfahrensregister, Generisches Mandantenbackend)     -2.6 -2.7 -2.7 -2.7
2201 FA Gina Fachapplikation Justizvollzug und Wiedereingliederung     -2.8 -2.6 -2.6 -2.6
2201 FA Helium Geschäftsverwaltung Justizbehörden     -1.6 -1.7 -1.8 -1.8
2201 FA Core Pathway Smart-Prisons-Lösung     -1.5 -1.2 -1.3 -1.2
3100 FA POLIS Polizeiliches Einsatzjournal, Rapportierung, Recherche, Archivierung -2.6 -2.6 -3.1 -3.1 -4.0 -2.4
3200 FA Cari Applikation für die Abwicklung von Fahrzeug-, Führerzulassungen, Fahrzeugprüfungen sowie administrativen Massnahmen mit integriertem Rechnungswesen -4.1 -2.0 -5.3 -3.6 -3.6 -3.6
3300 FA ZEMIS Zentrales Migrationssystem des Bundes (ZEMIS) -2.0 -2.0 -2.6 -2.6 -2.6 -2.7
4400 FA ZP/napeduv Steuersoftware für Register, Veranlagung und Bezug -14.9 -15.1 -15.1 -15.1 -15.1 -15.1
4400 FA ZHprivateTax Elektronische Steuererklärung -4.5 -3.8 -4.4 -4.8 -5.2 -5.7
4400 FA WfMS Workflow Management System Veranlagung -2.4 -2.4 -2.4 -2.6 -2.6 -2.4
4400 FA eQuest/ZHQuest Quellensteuerlösung -1.1 -1.3 -1.4 -1.4 -1.3 -1.3
4400 FA ZHStRegisterJP Register Juristische Personen -1.6 -1.6 -1.7 -1.6 -1.5 -1.6
4400 FA ARTS Document & Content Management System -2.0 -1.6 -1.6 -1.6 -1.6 -1.6
4400 FA C3 Zentrale Integrationsplattform zur registerübergreifenden Bereitstellung von Steuerinformationen -1.0 -1.4 -1.5 -1.6 -1.6 -1.6
4610 KA/FA SAP SAP- und SAP-nahe Plattform für Finanzen/Personal/Logistik/Immobilien/IKS/Kliniken -19.7 -22.4 -27.0 -27.0 -27.0 -27.0
4610 KA ServiceNow ServiceNow-Plattform für IT- und Enterprise-/Servicemanagement -2.6 -4.8 -5.2 -5.2 -5.2 -5.2
7101 FA LMVZ digital Zentrale Plattform für Schulen und Schülerinnen -1.4 -1.5 -1.4 -1.4 -1.5 -1.0
7301/ 7306 FA Intranet Sek II Zentrale Plattform für die Schulverwaltungen der
Mittel- und Berufsfachschulen
-2.9 -2.9 -2.9 -2.9 -2.9 -2.9
8300 KA GIS-ZH Kantonales Geoinformationssystem -2.0 -2.0 -2.0 -2.0 -2.0 -2.0

IKT-Schlüsselprojekte

Folgender Auszug gibt die Projekte (mit IKT-Bezug) wieder, die aus strategischer oder finanzieller Hinsicht in den Direktionen oder der Staatskanzlei bedeutend sind. In der zukünftigen Berichterstattung werden erhebliche Risiken und Minderungsmassnahmen aufgeführt.

Leistungs-
gruppe
Projektname
Hermes-Phase
per 31.12.2026
Beschreibung
1000 KEF/GB-Tool Konzept Ersatz des IKT-Tools für den Konsolidierten Entwicklungs- und
Finanzplan und Geschäftsbericht
2201 Helium – Geschäftsverwaltung Justizbehörden Konzept Lösung für die Geschäftsverwaltung für Staatsanwaltschaften,
Gerichte und Behörden
2201 ELFA – Elektronische Fall- und Aktenführung Realisierung Für den Bereich Justizvollzug wird eine «juristische Fachapplikation» realisiert und eingeführt (RRB Nr. 782/2021)
2201 SMAZH – Smart Prisons
Zürich
Einführung Evaluation, Beschaffung und Einführung von modernen ICT-Systemen für eingewiesene Personen
3100 POLIS – Ersatzbeschaffung und Betrieb Vorgangsbearbeitungssystem) Konzept Das Polizei- und Informationssystem (POLIS) ist auf die zukünftigen Anforderungen auszurichten (u. a. medienbruchfreie Vorgangsbearbeitung der involvierten Behörden) und ist somit nach 25 Einsatzjahren zu ersetzen. Die Inbetriebnahme der neuen Fachapplikation ist für 2029 vorgesehen (vgl. RRB Nr. 374/2026).
3300 NEO – Neue Fachanwendung für das Migrationsamt Umsetzung Ersatz von Fachapplikationen des Migrationsamtes, die u. a. seit 2015 eingesetzt werden; vollständige Neukonzeption sowie Digitalisierung des Gesuchbearbeitungsprozesses (vgl. RRB Nr. 1033/2023)
3500 Nexus – Erneuerung der Fachapplikation für das Melde- und Abrechnungs-wesen im Bereich öffentliche Sozialhilfe und des Fallführungssystems Asyl Umsetzung Im Kantonalen Sozialamt sind die heute im Bereich der öffentlichen Sozialhilfe hauptsächlich manuellen Prozesse für den Kostenersatz der Gemeinden zu digitalisieren. Dieser digitale Austausch sowie eine vereinfachte, nachvollziehbare und vollständige elektronische Gesuchsbearbeitung stehen dabei im Zentrum. In einer zweiten Phase sollen auch die Prozesse der Asylkoordination eingebunden werden.
3500 Proteus – Fachapplikation Zusatzleistungen und Überbrückungsleistungen für ältere Arbeitslose Initialisierung Im Kantonalen Sozialamt sind die heute im Bereich der Sozialversicherung hauptsächlich manuellen Prozesse durchgängig zu digitalisieren. Gegenwärtig finden die Prozesse teilweise auf Papier statt. Zudem ist die eingesetzte technische Lösung («HCL Notes») gemäss Amt für Informatik abzulösen.
4400 gIT 2032 – Gemeinsame IT von Kanton und Gemeinden, Steueramt Initialisierung Schaffung einer gemeinsamen IT-Lösung für das gesamte Steuerwesen des Kantons Zürich, die eine effiziente und harmonisierte Zusammenarbeit zwischen den Steuerämtern von Gemeinden und Kanton ermöglicht.
4500 Aurora Einführung Ablösung des bisherigen kantonalen Personalmanagement- und Lohnadministrationssystems «PULS (SAP-Stäfa)» durch eine Standardlösung für das künftige «Human Experience Management»
4610 PRZ – Plattformen und
Rechenzentren
Einführung Aufbau Rechenzentrumverbund und Migration der serverbasierten Applikationen aus bisherigen Serverstandorten in den Rechen-
zentrumsverbund
7300 Kolibri – Weiterentwicklung Schuladministrationslösung für Sekundarschulen, Sek II Konzept Ablösung bestehender Schulverwaltungslösungen (Informationmanager, Eco Web, Intranet Sek II) durch eine einheitliche Applikation für Mittel- und Berufsfachschulen
7300 BI-Programm DiWaSek II Realisierung (klassisch) Nach dem Projektabschluss verfügen die Schulen Sek II über eine standardisierte Informatikinfrastruktur, die den rechtlichen Anforderungen genügt und abgestimmt auf die kantonale IKT-Strategie weiterentwickelt werden kann.
8000 Erneuerung Melde- und Abrechnungswesen Öffenliches Sozialhilfe und Fallführungssystem Asyl Umsetzung (agil) Das Ziel ist die Einführung des BIM (Building Information Modeling)
in der Baudirektion. Vereinfacht gesagt, handelt es sich dabei um die Digitalisierung des Bauens sowohl im Hoch- als auch im Tiefbau.
8300 ObjektwesenZH-2020 Realisierung Ziel des Projekts «ObjektwesenZH» ist eine zentrale, berechtigungsgesteuerte Plattform, die alle Prozesse und Meldeflüsse im Grundstücks- und Gebäudebereich digital, standardisiert und medienbruchfrei zusammenführt. Künftig wird damit ein effizienter, konsolidierter Zugriff auf alle relevanten Daten – von Bauwesen und Grundbuch über die Gebäudeversicherung bis zum Steuerrecht – sichergestellt.

Die Schlüsselprojekte der Strategie Digitale Verwaltung 2025+ sind im Anhang zu Kapitel 06, Weitere strategische Planungen, aufgeführt.

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