National- und Ständeratswahlen

Hier finden Sie alle Informationen rund um die National- und Ständeratswahlen, zu den Wahlverfahren und der Sitzverteilung. Die nächsten Wahlen für die eidgenössischen Räte finden im Herbst 2023 statt.

Inhaltsverzeichnis

Nationalrat

Dem Kanton Zürich stehen 35 der insgesamt 200 Nationalratssitze zu. Die Anzahl Sitze ist abhängig von der in- und ausländischen Wohnbevölkerung eines Kantons und wird alle vier Jahre neu bestimmt. Jeder Kanton erhält mindestens einen Sitz im Nationalrat.

Datensätze von vergangenen Nationalratswahlen finden Sie in unserem Wahlarchiv.

Ablauf

Die Nationalratswahl ist eine Verhältniswahl (Proporzwahl). Parteien und Gruppierungen reichen vor der Wahl die Listen ihrer Kandidierenden ein. Dabei können Sie Listenverbindungen eingehen, um ihre Wahlchancen zu steigern (mehr dazu unten im «Rechenbeispiel»). Kandidieren können alle stimmberechtigten Schweizer Bürgerinnen oder Bürger, unabhängig von ihrem Wohnsitz.

Stimmberechtigte im Kanton Zürich können nur Personen wählen, deren Namen auf einer im Kanton eingereichten Liste aufgeführt sind und somit auf einem Zürcher Wahlzettel stehen. Sie können auf den Listen Kandidierende streichen, kumulieren und panaschieren.

Sitzverteilung

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Die Listen erhalten die Anzahl Sitze entsprechend ihren Wähleranteilen. Konkret wird bei der Verteilung der Mandate das sogenannte Hagenbach-Bischoff-Verfahren angewendet.

  1. In einem ersten Schritt zählt die Wahlsoftware des Kantons sämtliche Stimmen zusammen und teilt diese Zahl durch die um eins vergrösserte Anzahl der zu verteilenden Mandate. Das aufgerundete Ergebnis ist die Verteilungszahl.
  2. Anschliessend werden für alle Listenverbindungen die erhaltenen Stimmen zusammengezählt. Eine Listenverbindung wird bei der ersten Verteilung wie eine einzelne Liste behandelt.
  3. Die Stimmen jeder Liste (oder Listenverbindung) werden nun durch die Verteilungszahl geteilt und das Ergebnis abgerundet. Dies ergibt die Anzahl der Mandate, die die Liste erhält.
  4. Falls noch nicht alle Mandate verteilt sind, wird die Anzahl Stimmen jeder Liste (oder Listenverbindung) durch die um eins vergrösserte Anzahl der bereits erhaltenen Mandate geteilt. Die Liste mit dem höchsten Ergebnis erhält das Restmandat.
  5. Innerhalb der Listenverbindungen werden jetzt die Mandate nach demselben Prinzip auf die einzelnen Unterlistenverbindungen (falls es solche gibt) verteilt, anschliessend analog auf die einzelnen Listen.

In einem Kanton werden vier Mandate vergeben. Insgesamt haben alle Listen 221 Stimmen erhalten. Die Verteilzahl ist somit:

221 / 5 = 44,2 ergibt aufgerundet 45

Erste Verteilung

Liste Stimmen Verteilzahl Mandate
Liste A 95 / 45 = 2
Liste B 41 / 45 = 0
Listenverbindung C, D, E 85 / 45 = 1

Bei der ersten Verteilung wurden erst drei von vier Mandaten verteilt.

Zweite Verteilung

Liste Stimmen Sitze + 1 Quotient
Liste A 95 / 3 = 31,67
Liste B 41 / 1 = 41
Listenverbindung C, D, E 85 / 2 = 42,5

Die Listenverbindung C, D, E hat den grössten Quotienten und erhält das Zusatzmandat.

Innerhalb der Listenverbindung werden nun die zwei gewonnenen Mandate analog verteilt. Die neue Verteilzahl ist:

85 / 3 = 28,3 ergibt aufgerundet 29

Erste Verteilung innerhalb der Listenverbindung C, D, E

Liste Stimmen Verteilzahl Mandate
Liste C 37 / 29 = 1
Liste D 40 / 29 = 1
Liste E 8 / 29 = 0

Innerhalb der Listen erhalten nun diejenigen Kandidierenden die Mandate, die am meisten Stimmen erhalten haben.

Wirkung Listenverbindung

Ohne die eingegangene Listenverbindung hätte die Liste C weder in der ersten, noch in der zweiten Verteilung einen Sitz erhalten. Sie hat aber von den Stimmen der verbundenen Liste E profitiert und so einen Sitz gesichert.

Ständerat

Der Kanton Zürich hat wie die meisten anderen Kantone zwei Sitze im Ständerat. Da die Ständeratswahlen kantonale Wahlen sind, gelten in den Kantonen unterschiedliche Regeln.

Datensätze von vergangenen Ständeratswahlen finden Sie in unserem Wahlarchiv.

Wahlverfahren

Die Ständeratsmitglieder des Kantons Zürich werden nach dem Mehrheitswahlverfahren gewählt. Gewählt sind diejenigen Kandidierenden, die am meisten Stimmen erhalten und das absolute Mehr erreicht haben. Das absolute Mehr berechnet man, indem man das Total der abgegebenen Stimmen durch die doppelte Anzahl der zu vergebenden Mandate teilt.

Da nur selten zwei Kandidierende das absolute Mehr erreichen, findet in den meisten Fällen ein zweiter Wahlgang statt. Im zweiten Wahlgang ist gewählt, wer die meisten Stimmen erhält (relatives Mehr).

Grundsätzlich kann jede stimmberechtigte Person mit Wohnsitz im Kanton Zürich gewählt werden.

Kontakt

Statistisches Amt – Wahlen & Abstimmungen

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Adresse

Schöntalstrasse 5
8090 Zürich
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