Umfahrung Eglisau

Mit der Umfahrung Eglisau soll ein über 40-jähriges Verkehrs- und Lärmproblem gelöst und eine wichtige Nord-Süd-Achse auch für kommende Generationen sichergestellt werden. Die Baudirektion hat deshalb zuhanden der Regierung ein Projekt ausgearbeitet. Da die Linienführung dieses Projekts nicht jener Strecke entspricht, welche im aktuellen Richtplan eingetragen ist, hat der Regierungsrat im Dezember 2025 dem Kantonsrat die Änderung und Festsetzung des Richtplaneintrags beantragt.

Aktuell

Sofern der Kantonsrat die Anpassung des Richtplans genehmigt, wird die Regierung dem Kantonsrat das vom Tiefbauamt ausgearbeitete und vom Amt für Mobilität begleitete «Vorprojekt light» sowie den damit verbundenen Objektkredit über rund 580 Millionen Franken vorlegen.

Der Regierungsrat hat sich für dieses zweistufige Verfahren entschieden, weil der Kantonsrat so bereits auf Stufe Richtplanung einen politischen Grundsatzentscheid fällen kann. Aufgrund dieses zweistufigen Verfahrens könnte mit dem Bau der Umfahrung Eglisau frühestens im Jahr 2037 begonnen werden. Die Bauzeit würde rund sechs Jahre betragen.

Auf der Karte ist die überirdische und unterirdische geplante Umfahrung von Eglisau dargestellt
Mit einer Umfahrung, die teilweise unter der Erdoberfläche verläuft, soll das Städtchen Eglisau künftig vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Quelle: TBA

Projektübersicht

Seit Mitte der 1980er-Jahre wurde im Raum Eglisau eine Vielzahl von Brücken- und Tunnelvarianten in unterschiedlichen Bearbeitungstiefen untersucht. Eine Umfahrung muss den Flussraum des Rheins queren. Die Topografie, Landschaft, Landes- und Kantonsgrenzen bilden für eine neue Strasse einen Flaschenhals. Das vom kantonalen Tiefbauamt ausgearbeitete Projekt führt auf den insgesamt rund 4,4 Kilometern über weite Strecken in zwei Tunnels und schont damit Schutzgebiete und Schutzobjekte sowie das Siedlungsgebiet so gut wie möglich. Denn die Linienführung wird massgeblich durch die vorhandenen bundesrechtlich geschützten Inventarobjekte bestimmt. Sichtbares Kernelement der Umfahrung bildet dabei eine 470 m lange, von der Calatrava Valls AG entworfene Brücke über den Rhein, die rund 700 Meter westlich des Eisenbahnviadukts zu liegen kommt und die Brückenlandschaft von Eglisau ergänzt. Die Umfahrung Eglisau ist durchgehend zweispurig und die Anschlüsse sind kreuzungsfrei geplant.

Umfassende Interessenabwägung

Die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission und die Eidgenössische Kommis¬sion für Denkmalpflege bevorzugen in ihren Gutachten zwar eine unterirdische Rhein¬querung für die Umfahrung, da diese die lokalen Schutzobjekte am wenigsten beeinträchtigt. Eine ebenfalls die Schutzziele respektierende oberirdische Lösung schliessen sie aber nicht kategorisch aus. Eine komplett unterirdische Lösung hat der Regierungsrat bereits früher geprüft, aufgrund der sehr hohen Erstellungskosten und der höheren Betriebskosten aber als nicht finanzierbar eingestuft. Für die aktuelle Lösung mit Brücke fand unter Einbezug der kantonalen Fachstellen und externer Experten eine umfassende Interessenabwägung statt. Daraus resultierte, dass eine Rheinbrücke in westlicher Lage gewisse rechtliche Risiken beinhaltet, unter Berücksichtigung der Verhältnismässigkeit und den umfangreichen ökologischen Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen jedoch die rechtlichen Vorgaben am besten erfüllt.

Bald 30'000 Fahrzeuge pro Werktag

An einem Werktag überqueren heute rund 24'000 Fahrzeuge die Rheinbrücke in Eglisau – bis zu 12 Prozent davon sind Lastwagen. Gemäss der Prognose des Kantons Zürich werden es im Jahr 2040 bereits über 30'000 Fahrzeuge sein. Staus sind an der Tagesordnung. Diese Verkehrsmenge an einer neuralgischen Stelle ist deutlich grösser als auf vergleichbaren Strecken wie beispielsweise auf der Axenstrasse entlang des Vierwaldstättersees oder über den Brünig. Die nächstgelegenen leistungsfähigen Rheinübergänge befinden sich im aargauischen Koblenz und in Schaffhausen. Somit existiert heute in der Region Zürich für den Nord-Süd-Verkehr keine alternative leistungsfähige rheinquerende Strassenverbindung.

Livestream vom Januar 2024

Da dieses Projekt die Bevölkerung weit über Eglisau hinaus interessiert, hat das kantonale Tiefbauamt das Vorprojekt light im Januar 2024 in einem Livestream vorgestellt.

Standbild zum Video der Infoveranstaltung zur Ortsumfahrung Eglisau
Informationsveranstaltung zum Vorprojekt light der Ortsumfahrung Eglisau

Projektleitung

Roger Ott

Projektleiter

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