Wohnbautätigkeit

Ende 2021 gab es im Kanton Zürich rund 770’000 Wohnungen in Ein- oder Mehrfamilienhäusern. Das sind 72’000 oder fast 10 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Zum Vergleich: Die Stadt Winterthur zählt rund 57’000 Wohnungen. Die Neubauquote nahm 2021 verglichen mit dem zehnjährigen Mittelwert ab und liegt derzeit bei 0.99 Prozent. Die Abbruchsquote lag mit 0.35 Prozent höher als der zehnjährige Mittelwert.

Tiefste Zunahme seit 2010

Der Wohnbausaldo entspricht der Anzahl neu erstellter Wohnungen abzüglich der abgebrochenen. Er war 2021 mit rund 4900 Wohnungen so tief wie noch nie seit 2010.

Der geringe Wohnbausaldo geht vor allem auf die zahlreichen Abbrüche in der Stadt Zürich zurück, welche die kantonalen Abbruchzahlen gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt haben. Aber auch die Neubautätigkeit nahm 2021 weiter ab.

Betrachtet man den Wohnbausaldo im Kanton ohne die Stadt Zürich, so liegt er noch immer über dem Tiefstwert der Zehnerjahre von 2012. Dennoch sinkt der Wohnbausaldo, da er in keiner Region markant angestiegen ist. Nur in wenigen Regionen stieg der Wohnbausaldo leicht: am Zimmerberg, im Furttal, im Glattal und im Knonaueramt. Markant ist der Rückgang im Limmattal, wo es 2020 noch einen Höchststand gegeben hatte.

Dennoch bleibt der Wohnbausaldo in allen Regionen ausser der Stadt Zürich positiv. Dort ist hingegen trotz steigender Neubautätigkeit ein markanter Rückgang des Wohnbausaldos zu beobachten. Dies liegt daran, dass sich Neubau- und Abbruchtätigkeit 2021 in der Stadt Zürich zum ersten Mal die Waage hielten.

Neubau- und Abbruchtätigkeit

2010–2021, Kanton Zürich und Regionen

Einfamilienhäuser stagnieren

Der Bestand der Einfamilienhäuser (EFH), die 2010 rund 17 Prozent aller Wohnungen im Kanton Zürich ausmachten, nahm in den letzten zehn Jahren kaum mehr zu. Sowohl die sinkende Neubau- als auch die steigende Abbruchtätigkeit bei dieser Gebäudekategorie tragen dazu bei. 2021 war der Wohnbausaldo zum ersten Mal fast Null. Das Wachstum des Wohnungsbestands findet demzufolge vor allem in Mehrfamilienhäusern (MFH) statt. Der Saldo der Einfamilienhäuser war in den letzten fünf Jahren vor allem in der Stadt Zürich und den Regionen Glattal und Limmattal tief.

Neubau- und Abbruchtätigkeit bei Ein- und Mehrfamilienhäusern

2010–2021, Kanton Zürich

2-Zimmer-Wohnungen boomen

Am stärksten wuchsen die Bestandszahlen in den letzten zehn Jahren bei den 2-Zimmer-Wohnungen. Die kleinste Wachstumsrate erfuhren die 1- und 6+-Zimmer-Wohnungen. Regional gesehen gibt es durchaus Unterschiede: So nahm in den ländlichen Regionen Knonaueramt, Pfannenstiel und Weinland in den letzten zehn Jahren die Zahl der 3-Zimmer-Wohnungen stärker zu als jene der 2-Zimmer-Wohnungen. Interessant ist auch der starke Anstieg bei den 1-Zimmer-Wohnungen im Furt- und im Limmattal.

Wohnungsbestand nach Zimmerzahl

2010–2021, indexiert (2010 = 100 Prozent), Kanton Zürich und Regionen

Rege Tätigkeit bei 3-Zimmer-Wohnungen  

Je 30 Prozent der Neubautätigkeit der letzten zehn Jahre entfallen auf die 3- und 4-Zimmer-Wohnungen. Allerdings ist in diesem Wohnungssegment auch die Abbruchtätigkeit am grössten: 30 Prozent der Abbruchtätigkeit entfallen auf die 3- und 20 Prozent auf die 4-Zimmer-Wohnungen. Im Bestand machen die 3- und 4- Zimmerwohnungen seit 2010 unverändert je rund 30 Prozent aus. Auch bei den übrigen Wohnungsgrössen gab es im Bestand seit 2010 keine Veränderung. Dies zeigt, dass die Wohnbautätigkeit den Bestand nur sehr langsam verändert.

Bestand, Neubau und Abbruch nach Zimmerzahl

2010–2021, Kanton Zürich

Wohnfläche in Neubauten grösser als in Abbruchbauten

Vergleicht man die Wohnfläche der Neu- und Abbruchbauten, so zeigt sich, dass die Wohnfläche in Neubauten systematisch grösser ist. Bei den 3- und 4-Zimmer-Wohnungen ist die mediane Wohnfläche in Neubauten rund 30 Prozent höher als bei Abbruchbauten. Bei den 2-Zimmer-Wohnungen beträgt diese Differenz immerhin 15 Prozent.

Wohnfläche in Neu-, Bestandes- und Abbruchbauten nach Zimmerzahl

2021, Kanton Zürich

Boxplot zur Wohnfläche in Neu-, Bestandes- und Abbruchbauten nach Zimmerzahl im Kanton Zürich, das verdeutlicht, dass die Wohnfläche in Neubauten systematisch grösser ist.
Lesebeispiel: In 1-Zimmer-Wohnungen in Neubauten sind 50 Prozent der Wohnungen kleiner als der Medianwert von 39m2 und 50 Prozent grösser. Eingezeichnet ist der Medianwert mit dem schwarzen horizontalen Strich im blauen Rechteck. Das Rechteck selbst markiert den mittleren Bereich in welchem 50 Prozent der Wohnungen liegen (34m2 bis 44m2). Das Ende der vertikalen schwarzen Striche bezeichnet die Grenze zu den 10 Prozent der Wohnungen mit der grössten (mehr als 52m2) respektive der kleinsten (weniger als 29m2) Fläche. / Quelle: Statistisches Amt des Kantons Zürich (GWR) Bild «Boxplot zur Wohnfläche in Neu-, Bestandes- und Abbruchbauten nach Zimmerzahl im Kanton Zürich, das verdeutlicht, dass die Wohnfläche in Neubauten systematisch grösser ist.» herunterladen

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