Leerwohnungszahlen

Am 1. Juni 2021 standen im Kanton Zürich rund 5’520 Wohnungen leer. Das sind 1’330 weniger als im Vorjahr. Die Leerwohnungsziffer sank innert Jahresfrist von 0.9 auf 0.7 Prozent – ein Wert, der letztmals in den Jahren 2008 bis 2013 unterboten wurde. Vor allem in ländlichen Regionen haben die Leerstände überdurchschnittlich abgenommen.

Inhaltsverzeichnis

Überblick 2021

In mehr als 70 Prozent der Zürcher Gemeinden ist die Leerwohnungsziffer, das heisst der Anteil der Leerwohnungen am gesamten Wohnungsbestand, tiefer als im Vorjahr. Seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1984 verzeichneten noch nie so viele Gemeinden einen Rückgang. Auf kantonaler Ebene liegt die Leerwohnungsziffer erstmals seit 2013 unter dem Mittelwert der letzten zehn Jahre. Historisch betrachtet ist sie mit 0.7 Prozent jedoch nicht besonders tief. Gegen Ende der Nuller-Jahre sowie nach dem Jahrtausendwechsel lagen die Werte zum Beispiel teilweise klar darunter.

Entwicklung der Leerwohnungsziffer seit 1984

Kanton Zürich (Daten)

Im Jahr 2021 liegt die Leerwohnungsziffer bei 0.7 Prozent. Im Vorjahr lag sie bei 0.9 Prozent.
Quelle: Statistisches Amt des Kantons Zürich

Nach Region

Die Leerwohnungsbestände sind im Jahr 2021 in allen Regionen ausser der Stadt Zürich gesunken. Ausgeprägt ist die Abnahme in den ländlicheren Regionen, wo die Leerstände in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich hoch waren. Dazu gehören das Weinland und das Oberland. Ebenfalls klar rückläufig war die Leerwohnungsziffer in der Region Pfannenstiel am rechten Zürichseeufer.

Entwicklung der regionalen Leerwohnungsziffern 2006–2021

Kanton Zürich (Daten)

Besonders deutlich abgenommen haben im Jahr 2021 die Leerwohnungsziffern in ländlicheren Gebieten. Dazu gehören etwa das Weinland und das Zürcher Oberland.
Quelle: Statistisches Amt des Kantons Zürich

Nach Wohnungsgrösse

Zugenommen haben die Leerstände im Jahr 2021 einzig bei den 1-Zimmer-Wohnungen. Am ausgeprägtesten ist der Rückgang bei grossen Wohnungen mit 4 und mehr Zimmern. Dass grosse Wohnungen seltener leerstehen, zeigt sich in fast allen Regionen. Der höhere Anteil von Wohnungen mit mindestens 4 Zimmern auf dem Land ist denn auch ein Grund dafür, dass die Leerstände dort stärker abnahmen als in den dichter besiedelten Gebieten um die Stadt Zürich. Hinzu kommt, dass die grosse Distanz zum Zentrum als Argument gegen einen Umzug aufs Land im Zuge des coronabedingten Homeoffice-Aufschwungs heute weniger stark ins Gewicht fallen dürfte als früher.

Leerwohnungsziffer nach Wohnungsgrösse 2006–2021

Kanton Zürich (Daten)

Besonders stark abgenommen haben die Leerwohnungsziffern im Jahr 2021 bei grösseren Wohnungen mit 4 oder mehr Zimmern.
Quelle: Statistisches Amt des Kantons Zürich

Nach weiteren Gebäudemerkmalen

Erheblich ist der Rückgang der Leerstände in Neubauten. Als solche gelten im Rahmen der Leerwohnungszählung Gebäude, die höchstens zwei Jahre alt sind. Relativ gesehen nehmen sie in dieser Kategorie seit längerem stärker ab als bei den Altbauten. Im Jahr 2021 hat sich diese Entwicklung nochmals akzentuiert. Heute befinden sich nur noch 11 Prozent der Leerwohnungen in Neubauten, vor fünf Jahren waren es noch 25 Prozent. Schlüsselt man die Leerstände nach Wohnungstyp auf, zeigt sich, dass der Anteil der Einfamilienhäuser am Leerwohnungsbestand stabil geblieben ist und knapp unter 10 Prozent liegt. Unterscheidet man bei den Leerständen zwischen Eigentums- und Mietobjekten, ist der Anteil der Eigentumsobjekte in diesem Jahr wieder leicht auf 15 Prozent angestiegen. Historisch betrachtet ist dies jedoch weiterhin ein tiefer Wert.

Einschätzung der Entwicklung

Plausiblerweise erhöht die Corona-Pandemie die Nachfrage nach grossen Wohnungen, etwa weil die Menschen Platz fürs Homeoffice brauchen oder generell mehr Zeit zuhause verbringen. Die Entwicklung der Leerstandszahlen scheint dieses Muster zu bestätigen. Auch dass die 1-Zimmer-Wohnungen vermehrt leerstehen, kann sicher teilweise mit dem Rückgang der (temporären) Arbeitsimmigration erklärt werden. Die Veränderung der Präferenzen der Wohnungsuchenden wegen der Corona-Krise ist aber nicht der einzige mögliche Faktor. Das Angebot an Neubauwohnungen nimmt seit 2018 tendenziell ab. Zudem wurden in den letzten Jahren relativ betrachtet mehr kleine als grosse Wohnungen gebaut. Der Anstieg der Leerwohnungsziffer bei den 1-Zimmer-Wohnungen und die Abnahme bei grösseren Wohnungen könnte so zumindest teilweise auch angebotsbedingt sein.

Gemeindedaten

Die Entwicklung der Leerwohnungsziffern auf Gemeindeebene wird unten dargestellt. Dabei ist zu beachten, dass gerade in kleinen Gemeinden die jährlichen Veränderungen grossen Schwankungen unterworfen sind, weil Neubauprojekte einen grossen Einfluss auf die Zahlen haben können. 

Visualisierung: Leerwohnungszählung, Statistisches Amt Kanton Zürich

Dies interaktive Tool ermöglicht die Abfrage der Leerwohnungsziffer für die Gemeinden des Kantons Zürich.

Weitere Daten

Methode

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Die Leerwohnungszählung wird nach Vorgaben des Bundes durchgeführt und erfasst bei allen Gemeinden die am 1. Juni leerstehenden Wohnungen, welche entweder zur dauernden Miete oder zum Kauf angeboten werden. Nicht erfasst werden Wohnungen, die zwar unbewohnt, jedoch schon vermietet oder verkauft sind. Die ausgewiesenen Leerstandszahlen umfassen also nur Wohnungen, die zwar ausgeschrieben sind, aber nicht vermietet oder verkauft werden können. Sie schliessen somit nur einen Teil aller in Presse und Internet ausgeschriebenen Objekte ein. Die von der Leerwohnungszählung ausgewiesenen Resultate beziehen sich deshalb auf denjenigen Teil des Wohnungsangebots, der nicht sofort von der Nachfrage absorbiert wird. Im Zeitverlauf ist die Leerwohnungsziffer ein sensibler Indikator für Ungleichgewichte im Wohnungsmarkt.

Die Entwicklung der Leerwohnungszahlen in einzelnen Gemeinden wird von der Bautätigkeit und der Bevölkerungsentwicklung beeinflusst und kann daher, vor allem in kleinen Gemeinden, sehr stark schwanken. Zudem können die Gemeinden zur Erhebung der Leerstandszahlen auf unterschiedliche Methoden zurückgreifen. Sie können zum Beispiel Registerdaten oder Daten der Elektrizitätswerke nutzen. In der Regel nutzen sie eine Kombination unterschiedlicher Erhebungsmethoden. Deshalb lassen sich die Leerstandszahlen verschiedener Gemeinden nicht immer direkt vergleichen. Besser ist die Vergleichbarkeit hingegen im Zeitverlauf, etwa wenn man die Entwicklungstrends in einzelnen Gemeinden einander gegenüberstellt.

Die Leerwohnungsziffer beschreibt, wie viele Prozent aller Wohnungen in einem Gebiet leer stehen. Sie wird berechnet anhand der Leerwohnungszahl und des Gesamtwohnungsbestands. Manchmal heisst sie auch Leerwohnungsquote.

Ansprechperson

Basil Schläpfer

Wiss. Mitarbeiter Statistisches Amt

basil.schlaepfer@statistik.ji.zh.ch
+41 43 259 75 39

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