Menschen mit Demenz gerecht werden

Menschen mit Demenz sind im Alltag verschiedenen Risiken ausgesetzt. Orientierungsstörungen, Unruhe oder verändertes Verhalten können dazu führen, dass Betroffene vermisst gemeldet werden oder die Polizei in anderen belastenden Situationen beigezogen werden muss. Damit die Einsatzkräfte in solchen Situationen professionell, verständnisvoll und richtig handeln können, werden die Mitarbeitenden der Kantonspolizei Zürich gezielt zum Thema Demenz intern geschult.

Demenz betrifft nicht nur das Gedächtnis. Die Krankheit kann auch zu Orientierungsstörungen, Unsicherheit, sprachlichen Schwierigkeiten, Unruhe oder verändertem Verhalten führen. Für Angehörige und Betreuungspersonen sind solche Situationen oft sehr belastend.

Auch die Polizei wird regelmässig mit entsprechenden Situationen konfrontiert – etwa bei Vermisstmeldungen, mutmasslichen Betrugsdelikten, Fällen von Verwahrlosung oder Meldungen über vermeintliche Einbrüche oder Diebstähle, die sich später als Folge der Demenzerkrankung herausstellen. Dabei hat die Kantonspolizei Zürich erkannt, dass solche Situationen besondere Anforderungen an die Einsatzkräfte stellen – nicht nur im Hinblick auf die Suche nach vermissten Personen, sondern auch im Umgang mit Betroffenen und deren Angehörigen. Gerade Menschen mit Demenz reagieren in Stresssituationen häufig anders als gesunde Personen. Umso wichtiger sind Verständnis, Geduld und ein professioneller Umgang.

Deshalb werden Mitarbeitende der Kantonspolizei Zürich gezielt zum Thema Demenz intern geschult. Die Schulungen vermitteln Grundlagen zur Krankheit sowie praktische Hinweise für den Polizeialltag. Ziel ist es, Einsatzkräfte auf solche Situationen vorzubereiten, damit sie professionell, ruhig und möglichst situationsgerecht handeln können. Gleichzeitig soll auch das Verständnis für die oft belastende Situation der Angehörigen gestärkt werden.

Gerade bei weglaufgefährdeten Personen ist zudem ein schnelles und koordiniertes Vorgehen entscheidend. Dafür steht Angehörigen sowie Mitarbeitenden von Pflege- und Betreuungseinrichtungen ein Flyer zur Verfügung, mit dem wichtige Angaben zu einer demenzbetroffenen Person festgehalten werden können. Dazu gehören beispielsweise aktuelle Fotos, Gewohnheiten, bevorzugte Aufenthaltsorte oder medizinisch relevante Informationen. Diese Angaben können im Ernstfall helfen, eine vermisste Person gezielter zu suchen und schneller zu finden.

Die Polizei empfiehlt, ein solches Notfallmäppchen frühzeitig vorzubereiten und griffbereit aufzubewahren. Besonders bei Gefährdung durch Hitze, Kälte oder Dunkelheit oder wenn die Person lebenswichtige Medikamente einnehmen muss, sollte die Polizei frühzeitig informiert werden.

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