Nach dem Polizeieinsatz von Winterthur

Am Montagmittag ist eine Polizistin der Kantonspolizei bei einem Einsatz in Winterthur schwer verletzt worden. Das Ganze macht sehr betroffen. Der Vorfall fand im Rahmen einer Aktion zur Anhaltung des Lenkers eines gestohlenen Fahrzeugs statt. Der Mann flüchtete und fuhr dabei unsere Kollegin direkt an, wobei sie weggeschleudert wurde. Er wurde von unseren Leuten verfolgt und konnte kurz darauf gestellt und verhaftet werden – glücklicherweise bevor er weitere Menschen gefährden und verletzen konnte.

Unsere Kollegin wurde sofort in Spitalpflege gebracht. Sie hat erhebliche Verletzungen erlitten. Ich habe sie am Montagnachmittag kurz besuchen und mit ihr sprechen können. Ich bin froh, dass es besser um sie steht, als zunächst befürchtet werden musste. Ebenso habe ich mir vor Ort in Winterthur ein Bild der Situation gemacht. Ich bin allen beteiligten Einsatzkräften dankbar für die geleistete Arbeit. Der Sachverhalt wurde durch zahlreiche Mitarbeitende der Kantonspolizei aufgenommen, in enger Zusammenarbeit mit der Stadtpolizei Winterthur und dem Forensischen Institut. Auch die Feuerwehr unterstützte mit der Absperrung des Tatorts und einer Verkehrsumleitung. Die Staatsanwaltschaft I eröffnete gleich am Montag ein Strafverfahren gegen den Mann.

Neben der verletzten Kollegin waren weitere Kolleginnen und Kollegen an der Aktion beteiligt. Sie alle werden umfassend betreut. Allen Beteiligten versichere ich meinen Respekt für den beherzten Einsatz. Und unserer verletzten Kollegin wünsche ich baldige und vollständige Genesung. Wir alle sind in Gedanken bei ihr.

Über den konkreten Fall hinaus mache ich mir Sorgen um das Leben und die Gesundheit von Polizistinnen und Polizisten, aber auch etwa von Angehörigen von Rettungskräften und weiteren Behörden. Es ist nicht zu bestreiten, dass die Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft in den letzten Jahren zugenommen hat. Besonders bedenklich ist der Umstand, dass Polizei und Rettungskräfte angepöbelt, angegriffen und absichtlich verletzt werden, also Leute zu Opfern werden, die es sich zum Beruf und zur Berufung gemacht haben, andern Menschen zu helfen.

Diese Entwicklung darf man nicht hinnehmen. Immer wieder diskutiert wird eine Verschärfung des Strafrechts. Gewiss wäre das ein Zeichen. Doch schon die bestehenden Gesetze lassen eine angemessen harte Bestrafung der Täter zu. Und ich sehe durchaus eine Tendenz bei den Gerichten, Gewalttäter härter anzupacken.

Aber über das Strafrecht hinaus geht es um etwas anderes: Bedenklich ist doch die solchen Gewaltvorfällen zugrundeliegende Haltung, Menschen aus nichtigem Anlass verletzen zu wollen. Hier braucht es das Engagement von uns allen; Gewalt ist immer und überall zu ächten. Das ist eine Aufgabe aller Mitglieder unserer Gesellschaft. Ich persönlich wünsche mir, dass alle ihren entsprechenden Einfluss geltend machen: in der Schule, in den Vereinen, in der Politik. Es braucht klare, deutliche Worte, und es braucht Zivilcourage.

Kommandant Thomas Würgler

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