Fallkosten 2025 der Zürcher Spitäler sinken erneut

Der Kanton Zürich veröffentlicht jährlich die nach Schweregrad bereinigten Fallkosten für stationäre Spitalbehandlungen im Bereich des Krankenversicherungsgesetzes (KVG). Die zugrundeliegenden Kosten- und Leistungsdaten werden bei den Spitälern nach einheitlicher Methode erhoben.

Die durchschnittlichen schweregradbereinigten Fallkosten 2025 sind gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Prozent gesunken. Damit setzt sich die Entwicklung aus dem Vorjahr fort, in welchem die Fallkosten ebenfalls zurückgingen, währenddem sie in den Vorjahren jeweils gestiegen waren. Neben den Fallkosten wurden auch die Fallzahlen erhoben. Diese sind 2025 erneut deutlich gestiegen: Gegenüber dem Vorjahr wurden in den Zürcher Spitälern mit Leistungsaufträgen in der Akutsomatik (ohne Sune-Egge und Geburtshäuser) 3,4 Prozent mehr stationäre Fälle behandelt.

Entwicklung der Austritte, Fallkosten und Gesamtkosten 2023 – 2025
 

Anzahl behandelte Patientinnen und Patienten, durchschnittliche schweregradbereinigte Fallkosten und Gesamtkosten 2023 – 2025. Basis: Alle Spitalbehandlungen im KVG-Bereich in Akutspitälern auf der Spitalliste des Kanton Zürich; ohne Geburtshäuser.
Anzahl behandelte Patientinnen und Patienten, durchschnittliche schweregradbereinigte Fallkosten und Gesamtkosten 2023 – 2025. Basis: Alle Spitalbehandlungen im KVG-Bereich in Akutspitälern auf der Spitalliste des Kanton Zürich; ohne Geburtshäuser. Quelle: Amt für Gesundheit Kanton Zürich. Bild «Anzahl behandelte Patientinnen und Patienten, durchschnittliche schweregradbereinigte Fallkosten und Gesamtkosten 2023 – 2025. Basis: Alle Spitalbehandlungen im KVG-Bereich in Akutspitälern auf der Spitalliste des Kanton Zürich; ohne Geburtshäuser.» herunterladen

Betrachtet man die Entwicklung der Fallkosten im Einzelnen, so zeigt sich, dass bei einer Mehrheit der Akutspitäler (12 von 21) die Fallkosten 2025 im Vergleich zum Vorjahr gesunken sind. Demgegenüber stehen neun von 21 Spitälern, bei denen die Fallkosten gestiegen sind.

Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung der Fallkosten 2023 – 2025 pro Listenspital der Akutsomatik:

Ø Fallkosten je Normfall (KVG-Fälle)

Spitäler mit Notfallstation

Durchschnittliche schweregradbereinigte Fallkosten 2023 – 2025 pro Betrieb (ohne Geburtshäuser).  Aufgeführt sind Spitäler mit einer Notfallstation. Spitäler, die eine Notfallstation betreiben, haben tendenziell höhere Fallkosten, da durch den Betrieb der Notfallstation Kosten für Vorhalteleistungen anfallen, die in die Fallkosten einfliessen. Datenbasis: KVG-Patienten im stationären akutsomatischen Bereich. Sortiert nach Fallkosten 2025.
Durchschnittliche schweregradbereinigte Fallkosten 2023 – 2025 pro Betrieb (ohne Geburtshäuser). Aufgeführt sind Spitäler mit einer Notfallstation. Spitäler, die eine Notfallstation betreiben, haben tendenziell höhere Fallkosten, da durch den Betrieb der Notfallstation Kosten für Vorhalteleistungen anfallen, die in die Fallkosten einfliessen. Datenbasis: KVG-Patienten im stationären akutsomatischen Bereich. Sortiert nach Fallkosten 2025. Quelle: Amt für Gesundheit Kanton Zürich. Bild «Durchschnittliche schweregradbereinigte Fallkosten 2023 – 2025 pro Betrieb (ohne Geburtshäuser). Aufgeführt sind Spitäler mit einer Notfallstation. Spitäler, die eine Notfallstation betreiben, haben tendenziell höhere Fallkosten, da durch den Betrieb der Notfallstation Kosten für Vorhalteleistungen anfallen, die in die Fallkosten einfliessen. Datenbasis: KVG-Patienten im stationären akutsomatischen Bereich. Sortiert nach Fallkosten 2025.» herunterladen

Spitäler ohne Notfallstation

Durchschnittliche schweregradbereinigte Fallkosten 2023 – 2025 pro Betrieb (ohne Geburtshäuser).  Aufgeführt sind Spitäler ohne Notfallstation. Sie haben tendenziell niedrigere Fallkosten. Datenbasis: KVG-Patienten im stationären akutsomatischen Bereich. Sortiert nach Fallkosten 2025. Quelle: Amt für Gesundheit Kanton Zürich.
Durchschnittliche schweregradbereinigte Fallkosten 2023 – 2025 pro Betrieb (ohne Geburtshäuser). Aufgeführt sind Spitäler ohne Notfallstation. Sie haben tendenziell niedrigere Fallkosten. Datenbasis: KVG-Patienten im stationären akutsomatischen Bereich. Sortiert nach Fallkosten 2025. Quelle: Amt für Gesundheit Kanton Zürich. Quelle: Amt für Gesundheit Kanton Zürich Bild «Durchschnittliche schweregradbereinigte Fallkosten 2023 – 2025 pro Betrieb (ohne Geburtshäuser). Aufgeführt sind Spitäler ohne Notfallstation. Sie haben tendenziell niedrigere Fallkosten. Datenbasis: KVG-Patienten im stationären akutsomatischen Bereich. Sortiert nach Fallkosten 2025. Quelle: Amt für Gesundheit Kanton Zürich.» herunterladen

Hohe Auslastung und Prozessoptimierungen ermöglichen Effizienzgewinn

Die Kosten für einen durchschnittlich schweren Fall lagen 2025 bei CHF 10'770.– und damit um 171 Franken tiefer als im Vorjahr. Zu dieser Entwicklung beigetragen haben die gute Auslastung der Spitäler und Optimierungen bei den Prozessen. Eine höhere Auslastung ermöglicht es, die Fixkosten auf eine grössere Zahl von Fällen zu verteilen und dadurch die Kosten pro Fall zu senken. Gleichzeitig haben viele Spitäler ihre Prozesse und Synergien optimiert und damit ihre Produktivität gesteigert. Die Entwicklung bei den Personalzahlen fällt derweil moderater aus: Trotz des anhaltenden Wachstums der behandelten Fälle wurden insgesamt deutlich weniger neue Stellen geschaffen als im Vorjahr.

Kinderspital Zürich: Bezug Neubau hatte Auswirkungen auf Fallkosten

Die Fallkosten des Kinderspitals lagen auch 2025 im kantonalen Vergleich auf einem hohen Niveau. Das Ergebnis ist jedoch vor den Hintergrund zu betrachten, dass es sich um das erste Betriebsjahr im neuen Spitalgebäude handelte und dieses noch von Anlauf- und Übergangseffekten geprägt war. Darüber hinaus tragen die hohe Spezialisierung und das umfassende Leistungsspektrum des Kinderspitals strukturell zu höheren Fallkosten bei. Im Vergleich zur Erwachsenenmedizin erfordert die Kindermedizin mehr Zeit für Kommunikation und Betreuung sowie eine altersgerechte Behandlung, was zusätzliche personelle und finanzielle Ressourcen bindet. Mit zunehmender Etablierung der Betriebsabläufe im Neubau wird dennoch erwartet, dass das Kinderspital seine Prozesse weiter optimiert, vorhandene Effizienzpotenziale konsequent ausschöpft und damit zu einer schrittweisen Verbesserung der Fallkostenentwicklung beiträgt.

Regionalspitäler mit stabilen bis sinkenden Fallkosten
 

Rund ein Drittel der akutstationären KVG-Fälle wurde in einem Regionalspital behandelt (vgl. Abbildung 3). Damit übernehmen die Regionalspitäler eine wichtige Rolle in der wohnortsnahen und flächendeckenden Versorgung der Bevölkerung. Unter den Regionalspitälern weist das GZO Spital Wetzikon die höchsten Fallkosten aus. Sowohl im GZO Spital Wetzikon, im See-Spital Horgen sowie in den Spitälern Männedorf, Limmattal und Uster blieben die Fallkosten gegenüber dem Vorjahr weitgehend stabil. Das Spital Zollikerberg und insbesondere das Spital Bülach, das die tiefsten Fallkosten der Regionalspitäler aufweist, konnten ihre Fallkosten hingegen bereits zum zweiten Mal in Folge senken. Im Spital Zollikerberg war das Patientenaufkommen zwar leicht rückläufig. Prozessoptimierungen sowie Einsparungen bei den Personal- und Sachkosten führten jedoch zu tieferen Kosten pro Fall, womit sich Fallkosten wieder dem Durchschnitt der Regionalspitäler annäherten. Das Spital Bülach behandelte deutlich mehr Fälle als im Vorjahr, was teilweise auf den Ausbau seiner Klinik für Altersmedizin zurückzuführen ist. Gleichzeitig stiegen die Gesamtkosten im Spital Bülach nur moderat an, wodurch auch hier die Kosten pro Fall gesenkt werden konnten. Zu dieser positiven Entwicklung dürfte auch die vergleichsweise geringe Personalfluktuation in beiden Spitälern beigetragen haben, da dadurch die vorgesehenen Prozesse zunehmend eingespielt und effizient ablaufen können. Insgesamt zeigt sich, dass die Regionalspitäler Anstrengungen unternehmen, ihre Leistungen wirtschaftlicher zu erbringen und die Kosten pro Fall zu senken.

Gesamtkosten: Demografie als Herausforderung

Trotz gesunkener Fallkosten sind die Gesamtkosten für die Behandlung akutstationärer KVG-Patientinnen und -Patienten in den Zürcher Akutspitälern gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent gestiegen. Das Kostenwachstum fiel damit weniger stark aus als im Vorjahr. Ein wesentlicher Grund für den Anstieg ist die höhere Anzahl behandelter Fälle. Diese Entwicklung steht auch im Zusammenhang mit dem Bevölkerungswachstum und mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung. Besonders deutlich zeigt sich der Einfluss der demografischen Entwicklung bei den stationären Austritten: 85 Prozent des gesamten Zuwachses entfallen auf Patientinnen und Patienten über 60 Jahre. Dies entspricht 6115 zusätzlichen Austritten gegenüber dem Jahr 2024. Gleichzeitig gingen die Fallkosten in dieser Altersgruppe deutlich weniger stark zurück als bei jüngeren Patientinnen und Patienten. Die Zahlen verdeutlichen, dass sich die Alterung der Bevölkerung zunehmend auf die Spitalversorgung und deren Finanzbedarf auswirkt.  

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