«Lebendige Limmat»: Jetzt sind die Pläne konkret

«Lebendige Limmat» steht für die bedeutendste je realisierte Flussrevitalisierung des Kanton Zürich im urbanen Raum. Das Projekt schafft nicht nur mehr Lebensraum für Tiere und Pflanzen, sondern bringt eine lebendige Flusslandschaft mit insgesamt fünf Naherholungszonen sowie mehr Schutz vor Hochwasser und Trockenheit mitten in ein dicht besiedeltes Gebiet. Nun sind die Pläne konkret und liegen ab morgen öffentlich auf.

Die Limmat ist in einem schlechten Zustand; die Kanalisierung vor über hundert Jahren hat im Wasser und an Land unzählige Lebensräume von Fischen, Insekten, Vögeln und anderen Tieren sowie Pflanzen zum Verschwinden gebracht. Auch ist der Damm, der die angrenzenden Siedlungen vor Hochwasser schützt, in einem schlechten Zustand und droht im Ereignisfall zu versagen. Aus diesem Grund hat der Kanton Zürich zusammen mit der Stadt Schlieren, den Gemeinden Oberengstringen und Unterengstringen, dem Kloster Fahr sowie der Stadt Zürich 2022 das Projekt «Lebendige Limmat» lanciert. Im Fokus stehen nicht nur eine höhere Artenvielfalt und mehr Schutz vor Limmat-Hochwasser. Mit dem Projekt entsteht auch ein vielfältiges Erholungsgebiet für die Bevölkerung.

Das sind die Weiterentwicklungen

In den letzten vier Jahren hat die kantonale Baudirektion in enger Abstimmung mit den Projektpartnern und zahlreichen weiteren interessierten Organisationen die detaillierten Pläne für das Bauprojekt erstellt und sie dabei umfassend überprüft, optimiert und konkretisiert.

Dies sind die wichtigsten Weiterentwicklungen des vorliegenden Bauprojekts gegenüber dem Vorprojekt:

  • Der Fuss- und Veloverkehr wird im Bereich Betschenrohr entflochten.
  • Der Schutz der nahe der Limmat gelegenen Siedlungen in Schlieren gegen steigenden Grundwasserspiegel bei Hochwasser wird dank eines Drainage-Pumpwerks verbessert.
  • Nach der Umsetzung des Projekts werden Rangerinnen und Ranger im Gebiet unterwegs sein. Sie sorgen für ein gutes Nebeneinander von Naherholung und Natur.
  • Ein Beobachtungsturm im Betschenrohr wird einen weiten Ausblick über das Auengebiet, seine Inseln und die Haupt- und Seitenarme der Limmat bieten.

Die verschiedenen Ansprüche entflochten

Die Aufteilung in verschiedene Vorrangzonen sorgt für ein gutes Miteinander der unterschiedlichen Ansprüche. In den zwei Naturzonen hat die Natur Vorrang, die fünf Erholungszonen hingegen sind für die Bevölkerung da; grosse Teile des Ufers zählen zur Mischzone, wo sowohl die Natur als auch die Menschen ihren Platz haben. Baudirektor Martin Neukom als zuständiger Regierungsrat freut sich auf die «Lebendige Limmat»: «Schön, dass das Projekt sowohl grosszügigen Erholungsraum für die Menschen im stark gewachsenen Limmattal schafft als auch Lebensraum für einst verdrängte und heute bedrohte Tiere und Pflanzen. Und natürlich ist mir die Verbesserung des Schutzes vor Hochwasser und Trockenheit ein grosses Anliegen.»

Die Kosten tragen Kanton und Bund

Gemäss aktuellem Stand belaufen sich die Planungs- und Umsetzungskosten auf rund 95 Millionen Franken. Mehrkosten gegenüber dem Vorprojekt haben sich insbesondere aufgrund der festgestellten Bodenbelastung im Betschenrohr ergeben. Der belastete Boden muss gesondert entsorgt werden, was zusätzliche Kosten von knapp 10 Mio. Franken zur Folge hat. Ein weiterer neuer Kostenpunkt ist der Bau der Drainage mit Pumpwerk im Betschenrohr zur weiteren Verbesserung des Hochwasserschutzes. Finanziert wird das Projekt grösstenteils durch Kanton und Bund. Dieser unterstützt das Projekt mit voraussichtlich mindestens 50 Prozent der Kosten.

Fertigstellung frühestens 2033

Gemäss heutigem Planungsstand ist das Projekt im Herbst 2033 fertiggestellt. Die Zwischenschritte sind: Bewilligungsverfahren bis Mitte 2028; Planung Bau bis Mitte 2029; Bauphase ab Mitte 2029 bis Mitte 2033. Vorbehalten bleiben Verzögerungen im weiteren Planungs- und im Bauverlauf.
 

Aufweitung Betschenrohr gemäss Expertenstudie «gerade ausreichend dimensioniert»

An der breitesten Stelle beim Schlieremer Betschenrohr wird der Limmat mit rund 250 Metern Breite deutlich mehr Platz zur Verfügung stehen als heute mit rund 80 Metern. Diese Aufweitung ist notwendig, um einen natürlichen Flusslauf zu schaffen. Und das ist aufgrund der Wasserkraftwerke weiter oben und unten sowie der dichten Besiedlung und der oft sehr nahe an die Limmat reichenden Bauten nur noch genau an dieser Stelle möglich. Eine unabhängige Studie beurteilt die Aufweitung als «weder über- noch unterdimensioniert», das heisst sie ist gerade ausreichend. In früheren Zeiten war die Limmat hier bis zu 500 Meter breit. Für die Familiengärten im Betschenrohr ist eine gute Lösung in Sicht. Die dafür zuständige Stadt Schlieren arbeitet zusammen mit dem Familiengartenverein am Konzept für das zukünftige, reduzierte Gartenareal und ist zuversichtlich, dass die Gärtnerinnen und Gärtner auch in Zukunft weitergärtnern können, beispielsweise in Gemeinschaftsgärten.

Öffentliche Auflage und Sprechstunden

Das Bauprojekt liegt in den Standortgemeinden Schlieren, Oberengstringen, Unterengstringen und Zürich bis am 28. September öffentlich auf.

Während folgender «Projekt-Sprechstunden» beantworten die verantwortlichen Fachleute Fragen zum Bauprojekt:

  • Montag, 31. August 2026, 17.00 – 19.00 Uhr
    Unterengstringen (Im alten Schulhaus, Alte Schulstrasse 9)
  • Dienstag, 1. September 2026, 16.30 – 18.30 Uhr
    Schlieren (Stadthaus, Sitzungsraum 303, Freiestrasse 6)
  • Montag, 14. September 2026, 17.00 – 19.00 Uhr
    Oberengstringen (Saal Kirchgemeindehaus, Goldschmiedstrasse 8

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Projekt-Spaziergänge

Ein Expertenteam spaziert mit Interessierten entlang der Limmat und zeigt, warum das Projekt gestartet wurde, welche Veränderungen in der Landschaft geplant sind und wie Mensch und Natur davon profitieren:

  • Donnerstag, 3. September 2026, 18.30 Uhr
  • Dienstag, 15. September 2026, 18.30 Uhr

Kontakt

Baudirektion – Medienstelle

Adresse

Walcheplatz 2
8090 Zürich
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