Häusliche Gewalt: mehr Daten, neue Einblicke
Medienmitteilung 02.07.2026
Wie häufig kommt es zu Gewalttaten in Partnerschaft und Familie? Wie viele Kinder sind betroffen? Und was passiert, wenn ein Fall gemeldet wird? Die Monitoringseite «Häusliche Gewalt in Zahlen» des Kantons Zürich liefert auf diese Fragen nun noch breiter abgestützte Antworten – und schafft damit eine bessere Grundlage für die wirksame Bekämpfung von häuslicher Gewalt.
Seit Juni 2025 stellt der Kanton Zürich auf der Monitoringseite «Häusliche Gewalt in Zahlen» wichtige Kennzahlen bereit. Nun hat das für die Seite zuständige Amt für Statistik und Daten des Kantons Zürich die verfügbaren Daten aktualisiert und ergänzt. Zum bisherigen Datenangebot von Kantonspolizei, Staatsanwaltschaft, Forensic Nurses, den Bewährungs- und Vollzugsdiensten, den Beratungsstellen für gewaltausübende Personen sowie von Opferhilfe und Frauenhäusern kommen neu Kennzahlen des Obergerichts Zürich, der Statthalterämter sowie der Schutzunterkünfte für Minderjährige hinzu.
Die Daten zeigen zum Beispiel:
Häusliche Gewalt findet täglich statt:
- 2025 rückte die Polizei über 21-mal täglich im Kontext von häuslicher Gewalt und Familienstreitigkeiten aus.
Kinder sind häufig betroffen:
- 2025 wurden über 170 Minderjährige in Schutzunterkünften aufgenommen. Dazu kommen die Kinder, die ihre Mütter in Frauenhäuser begleiten und dort mehr als die Hälfte der Aufgenommenen ausmachen.
Tätlichkeiten sind die häufigsten Straftaten bei häuslicher Gewalt:
- Unter den schweren Straftaten kommen Vergewaltigungen am häufigsten zur Anzeige. Die Art der Delikte ist nun detailliert ausgewiesen.
Häusliche Gewalt ist nicht überall gleich verbreitet:
- Erstmals zeigt eine Karte für den Kanton Zürich, wo häusliche Gewalt vor allem zur Anzeige kommt.
Rund zwei von drei polizeilich angeordneten Schutzmassnahmen gemäss Gewaltschutzgesetz werden gerichtlich geprüft:
- Anträge auf Verlängerung der Schutzmassnahme machen den grössten Teil der Fälle aus.
Neuer Einblick in die Verfahren nach der Meldung:
- Die Monitoringseite zeigt nun, wie Verfahren bei Staatsanwaltschaft und Statthalterämtern verlaufen.
Darüber hinaus geben die Kennzahlen auch Antworten auf weitere Fragen: Wer ist von häuslicher Gewalt betroffen? Wer sind die Täter und Täterinnen? Welche Schutzmassnahmen gibt es? Wie wird mit Tätern und Täterinnen gearbeitet? Welche Hilfe erfahren die Opfer? Und was passiert nach einer Anzeige?
Die Monitoringseite «Häusliche Gewalt in Zahlen» wird jährlich aktualisiert, nächstes Mal im Juni 2027. Alle Daten sind zudem als Open Government Data verfügbar.