Intensives Zusammenspiel von KMU und Grossunternehmen stärkt die Zürcher Wirtschaft
Medienmitteilung 23.06.2026
99% aller Unternehmen im Kanton Zürich sind KMU. Gleichzeitig leisten die Grossunternehmen einen überproportional grossen Beitrag zur Zürcher Wirtschaft. Auf sie entfallen rund 40% aller Arbeitsplätze und der Wertschöpfung. Zudem bezahlen sie schätzungsweise rund die Hälfte der Gewinnsteuern im Kanton Zürich. Darüber hinaus sind die Grossunternehmen wichtige Partner für die KMU, sowohl als Abnehmer als auch als Lieferanten. Dies zeigt eine Analyse des Amts für Wirtschaft.
Rund 112'500 Unternehmen unterschiedlichster Grössen sind im Kanton Zürich aktiv. In der neuen Ausgabe des Zürcher Wirtschaftsmonitorings analysiert das Amt für Wirtschaft die Bedeutung der unterschiedlichen Unternehmenstypen für den Kanton Zürich. Im Zentrum steht die Frage, wie KMU und Grossunternehmen miteinander verbunden sind – als Arbeitgeber, Steuerzahler, Zulieferer, Abnehmer und Innovationspartner.
«Die Zürcher Wirtschaft lebt von ihrer Vielfalt. KMU sind für unseren Standort unverzichtbar. Gleichzeitig leisten Grossunternehmen einen enormen Beitrag zu Beschäftigung, Wertschöpfung, Innovation und Steuereinnahmen», sagt Regierungspräsidentin und Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh. «Sie schaffen zahlreiche Arbeitsplätze, stärken lokale Wertschöpfungs- und Lieferketten und tragen damit entscheidend zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts bei.»
Rund 40% der Arbeitsplätze und Wertschöpfung bei Grossunternehmen
Die Studie untermauert die Bedeutung auch der Grossunternehmen für den Kanton Zürich. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten machen 88% alle Unternehmen aus und stellen rund ein Fünftel der Arbeitsplätze. Grossunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden beschäftigen 39% der Arbeitnehmenden im Kanton Zürich, obwohl sie weniger als ein Prozent der Unternehmen stellen.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Wertschöpfung. Grossunternehmen tragen 42% zur kantonalen Wertschöpfung bei. Ein Grund dafür liegt in ihrer starken Präsenz in produktiven Branchen wie dem Finanz- und Versicherungswesen, der Informations- und Kommunikationsbranche sowie der Industrie.
Die Grossunternehmen sind gemäss Schätzungen auch für etwas mehr als die Hälfte der Gewinnsteuererträge des Kantons Zürich verantwortlich. Kleinstunternehmen dürften weniger als 10% der Gewinnsteuern bezahlen. Das liegt daran, dass mehr als die Hälfte aller Unternehmen keinen steuerbaren Gewinn ausweisen und der Grossteil der Steuereinnahmen (über 80%) von Unternehmen mit einem Reingewinn von über einer Million Franken stammen. Somit lässt sich sagen: Je grösser ein Unternehmen, desto höher fällt tendenziell dessen Steuerertrag aus.
KMU und Grossunternehmen sind eng verflochten
Weiter zeigt die Studie auf, wie stark die Zürcher Wirtschaft vernetzt ist. Über alle Grössenklassen hinweg stammen fast zwei Drittel des Umsatzes aus dem Geschäft mit anderen Unternehmen. Sie kaufen und verkaufen gegenseitig Produkte und Dienstleistungen – von IT, Beratung und Logistik über Gebäudetechnik bis hin zu Vorprodukten für die industrielle Fertigung.
Grossunternehmen sind dabei sowohl als Abnehmer wie auch als Zulieferer zentral. Die Grössenordnungen verdeutlichen die enge Verflechtung: Über 40% der Vorleistungen, die Grossunternehmen erbringen, werden von KMU bezogen. Umgekehrt stammen über 50% der Vorleistungen, welche Grossunternehmen beziehen, von KMU. Darüber hinaus entfallen mehr als 80% der über 300 Geschäftsbeziehungen, welche die Grossunternehmen pflegen, auf KMU.
Regionale Lieferketten bleiben wichtig
Die Studie zeigt zudem, dass die Unternehmen stark regional verankert sind. Rund 70 bis 80% der bezogenen Vorleistungen stammen aus der Schweiz, ein grosser Teil davon wird direkt im Kanton Zürich bezogen. Kleinere Unternehmen beschaffen in der Tendenz etwas lokaler als grosse; die Unterschiede fallen aber gering aus. Aufgrund ihrer bedeutenden Rolle als Abnehmer von Vorleistungen erzeugen Grossunternehmen somit den gewichtigsten Anteil der lokalen Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen.
Deutliche Unterschiede zwischen den Unternehmenstypen zeigen sich bei Forschungs- und Innovationskooperationen. Grossunternehmen arbeiten in der Produkt- und Dienstleistungsentwicklung deutlich häufiger mit Hochschulen, Forschungsanstalten und Startups zusammen als kleinere Unternehmen.
Luc Zobrist, Leiter des Bereichs Volkswirtschaft im Amt für Wirtschaft und verantwortlich für die Studie, bilanziert: «Die Zürcher Wirtschaft ist weder ausschliesslich von den KMU geprägt noch allein von Grossunternehmen abhängig. Sie funktioniert als dichtes, vielfältiges und dynamisches Ökosystem. Kleine, mittlere und grosse Unternehmen sind aufeinander angewiesen – und stärken gemeinsam den Wirtschaftsstandort Zürich.»
Kanton Zürich unterstützt Grossunternehmen wie auch KMU
Der Kanton Zürich sieht diese Verflechtung als Stärke und setzt sich für möglichst gute Rahmenbedingungen für Unternehmen ein, damit diese Arbeitsplätze, Innovationen und Wertschöpfung schaffen können und der Standort von Steuereinnahmen profitiert. Regierungspräsidentin Carmen Walker Späh hält fest: «Der Kanton Zürich bietet mit seiner hervorragenden Infrastruktur, einem liberalen Arbeitsmarkt, top qualifizierten Fachkräften und einer hohen Lebensqualität ideale Voraussetzungen für Grossunternehmen.»
Das Amt für Wirtschaft unterstützt Grossunternehmen wie auch KMU mit konkreten Programmen auch ganz direkt: KMU und Start-ups profitieren etwa von der Stärkung des Stiftungsstandorts Zürich. Stiftungen können Start-ups gezielt fördern — als Finanzierungsquelle, Impulsgeberinnen und Partnerinnen für innovative Projekte. Und die KI-Sandbox bietet technologieorientierten Start-ups regulatorische Freiräume, damit sie innovative KI-Produkte schneller marktreif machen können. Auch das Gründungs- und Innovationszentrum Ahead bietet gezielte Unterstützung bei berät KMU bei er Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen.
Grossunternehmen wiederum benötigen schnelle Prozesse und ein erstklassiges Ökosystem. Der Kanton schafft durch die Beteiligung an Projekten wie dem Innovationspark Zürich physische Hubs, in denen Grossunternehmen direkt mit Spitzenforschung vernetzt werden. Und digitale und kundenfreundliche Prozesse helfen den Unternehmen, sich effizient mit den Behörden auszutauschen.