Wirtschaftsmonitoring Juni 2026: Vernetztes Ökosystem der Zürcher Wirtschaft

KMU machen 99% der Unternehmen im Kanton Zürich aus. Die wenigen Grossunternehmen stellen jedoch 39% der Arbeitsplätze, erwirtschaften 42% der Wertschöpfung und tragen schätzungsweise mehr als die Hälfte der Gewinnsteuereinnahmen bei. KMU und Grossunternehmen sind wirtschaftlich eng verflochten.

Gemeinsam stark: KMU und Grossunternehmen im Kanton Zürich

Die Zürcher Wirtschaft wird von KMU geprägt: Sie machen 99% der rund 112 500 Unternehmen aus. Die wenigen Grossunternehmen haben dennoch grosses Gewicht: Sie stellen 39% der Arbeitsplätze, erwirtschaften 42% der kantonalen Wertschöpfung und tragen schätzungsweise rund die Hälfte der Gewinnsteuern bei. KMU und Grossunternehmen sind eng verflochten – als Kunden, Zulieferer und Forschungspartner. Besonders Grossunternehmen lösen viel lokale Nachfrage aus: Über die Hälfte ihrer bezogenen Vorleistungen stammt von KMU. Auch bei Forschungskooperationen mit Hochschulen und Forschungsanstalten sind sie deutlich aktiver. Gemeinsam treiben beide die wirtschaftliche Entwicklung im Kanton Zürich voran. 

Zürcher Wirtschaftsmonitoring

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Zürcher Wirtschaftsmonitoring
Herausgeber/in
Amt für Wirtschaft
Autor/in
Fachstelle Wirtschaftspolitik

Wenige grosse, viele kleine Unternehmen

Die Zürcher Unternehmenslandschaft besteht aus rund 112 500 Unternehmen – und die grosse Mehrheit davon sind Kleinbetriebe. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten machen 88% alle Unternehmen aus und stellen rund ein Fünftel der Arbeitsplätze. Grossunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden beschäftigen 39% der Arbeitnehmenden im Kanton Zürich, obwohl sie weniger als ein Prozent der Unternehmen stellen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Wertschöpfung. Grossunternehmen tragen 42% zur kantonalen Wertschöpfung bei. Ein Grund dafür liegt in ihrer starken Präsenz in produktiven Branchen wie dem Finanz- und Versicherungswesen, der Informations- und Kommunikationsbranche sowie der Industrie. Die Grossunternehmen sind gemäss Schätzungen auch für rund die Hälfte der Gewinnsteuererträge des Kantons Zürich verantwortlich.

Die Abbildung zeigt, dass Unternehmen aller Grössenklassen im Kanton Zürich ihre Vorleistungen überwiegend im Inland beziehen, wobei Bezüge aus dem Kanton Zürich den grössten Anteil ausmachen. Je kleiner ein Unternehmen ist, desto stärker ist seine Beschaffung regional ausgerichtet. Die Unterschiede zwischen den Unternehmensklassen fallen jedoch gering aus.
23. Juni 2026

KMU und Grossunternehmen sind eng verflochten

Die Unternehmen im Kanton Zürich erzielen fast zwei Drittel ihres Umsatzes im Geschäft mit anderen Unternehmen. Sie kaufen und verkaufen Produkte und Dienstleistungen untereinander – von IT, Beratung und Logistik über Gebäude­technik bis hin zu Vorprodukten für die industrielle Fertigung.

Grossunter­nehmen sind dabei sowohl als Abnehmer wie auch als Zulieferer zentral. Die Grössenordnungen verdeutlichen die enge Verflechtung: Über 40% der Vorleistungen, die Grossunternehmen erbringen, werden von KMU bezogen. Umgekehrt stammen über 50% der Vorleistungen, welche Grossunternehmen beziehen, von KMU. Darüber hinaus entfallen mehr als 80% der über 300 Geschäftsbeziehungen, welche die Grossunternehmen pflegen, auf KMU.

Die Abbildung zeigt die Lieferbeziehungen zwischen verschiedenen Unternehmenstypen. Sämtliche Unternehmenstypen unterhalten Lieferbeziehungen mit Grossunternehmen und KMU. Grossunternehmen sind dabei sowohl die wichtigsten Zulieferer als auch die wichtigsten Abnehmer von Vorleistungen, sowohl für andere Grossunternehmen wie auch für KMU.
23. Juni 2026

Regionale Lieferketten bleiben wichtig

Die Studie zeigt zudem, dass die Unternehmen stark regional verankert sind. Rund 70% bis 80% der bezogenen Vorleistungen stammen aus der Schweiz, ein grosser Teil davon wird direkt im Kanton Zürich bezogen. Kleinere Unternehmen beschaffen in der Tendenz etwas lokaler als grosse; die Unterschiede fallen aber gering aus. Aufgrund ihrer bedeutenden Rolle als Abnehmer von Vorleistungen erzeugen Grossunternehmen somit den gewichtigsten Anteil der lokalen Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen.

Die Abbildung zeigt, dass Klein- und Kleinstunternehmen 88% aller Unternehmen im Kanton Zürich ausmachen, Grossunternehmen nur 1%. Dennoch sind Grossunternehmen für 39% der Arbeitsplätze – gemessen in Vollzeitstellen – und für 42% der Wertschöpfung im Kanton verantwortlich.
23. Juni 2026

Vor allem Grossunternehmen entscheiden sich für
Forschungskooperationen

Ob und in welcher Form sich Unternehmen für eine Forschungskooperation entscheiden, hängt von einer Vielzahl an Faktoren ab. Die Unternehmens­befragung zeigt, dass insbesondere Grossunternehmen Forschungs­kooperationen eingehen. Mehr als ein Drittel der Grossunternehmen arbeitet mit einer Hochschule im Kanton Zürich zusammen und 15% mit Forschungs­anstalten. Während KMU noch halb so häufig Kooperationen eingehen, spielt für Kleinstunternehmen die Zusammenarbeit mit der akademischen Forschung kaum eine Rolle.

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