Amt für Gesundheit informiert über Legionellen und Schutzmassnahmen
Medienmitteilung 25.06.2026
Die Zahl der gemeldeten Legionellose-Fälle ist in der Schweiz in den vergangenen Jahren gestiegen. Auch im Kanton Zürich wurden zuletzt vermehrt Fälle registriert, insbesondere in der Stadt Wetzikon. Allgemeine Vorsorgemassnahmen können helfen, das Ansteckungsrisiko zu minimieren.
Die Zahl der gemeldeten Legionellose-Fälle hat schweizweit wie auch im Kanton Zürich in den vergangenen Jahren zugenommen. Prävention, Überwachung und Quellensuche haben deshalb in den letzten Jahren zusätzlich an Bedeutung gewonnen.
Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise im Wasser vorkommen. Unter bestimmten Bedingungen, insbesondere bei Wassertemperaturen zwischen etwa 25°C und 45°C sowie bei längerem Wasserstillstand, können sich Legionellen in Warmwassersystemen oder anderen wasserführenden Anlagen vermehren. Eine Ansteckung erfolgt ausschliesslich durch das Einatmen von feinsten Wassertröpfchen (Aerosolen), die Legionellen enthalten können. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt. Auch durch das Trinken von Wasser erfolgt keine Ansteckung.
Einige Arten von Legionellen können beim Menschen eine Legionellose auslösen. Zu den wichtigsten Krankheitsbildern gehören die Legionärskrankheit, eine schwere Form der Lungenentzündung, sowie das mildere Pontiac-Fieber. Ein erhöhtes Risiko für eine Erkrankung und schwere Verläufe besteht bei älteren Menschen, Raucherinnen und Rauchern, Personen mit chronischen Lungenerkrankungen sowie bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Aktuelle Situation und laufende Massnahmen
Im Kanton Zürich werden jährlich zwischen 70 und 120 Fälle von Legionellose registriert. Seit Anfang 2025 wurden in der Gemeinde Wetzikon 25 Legionellose-Fälle registriert. Die betroffenen Personen wurden medizinisch betreut, wobei in der Mehrheit der Fälle eine Spitalbehandlung notwendig war. Der Kantonsärztliche Dienst Zürich des Amts für Gesundheit leitet bei Legionellose-Häufungen in Abstimmung mit dem Kantonalen Labor und weiteren zuständigen Fachstellen frühzeitig umfassende Abklärungen ein. Hierzu zählen sowohl detaillierte Befragungen sowie die Analyse von Patientenproben und Duschwasserproben aus dem Umfeld von Patientinnen und Patienten. Zudem wurden weitere mögliche wasserführende Anlagen und Quellen beprobt. Aktuelle Untersuchungsergebnisse zeigen in einigen Fällen Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Erkrankungen und dem Vorkommen von Legionellen in Duschwasserproben. Zudem werden Ärztinnen und Ärzte in der Region Wetzikon sensibilisiert, um die weiteren Abklärungen von Legionellose-Fällen zu optimieren.
Vorsorgemassnahmen gegen Legionellen
Da Legionellen natürlicherweise in der Umwelt vorkommen und sich unter günstigen Bedingungen vermehren können, kommt den allgemeinen Vorsorgemassnahmen eine besondere Bedeutung zu. Die bisherigen Erkenntnisse zeigen, wie wichtig die konsequente Umsetzung dieser Massnahmen ist. Die Stadt Wetzikon sensibilisiert die Bevölkerung und Liegenschaftsverwaltungen zusätzlich mit einem Flugblatt zu Legionellen und den empfohlenen Vorsorgemassnahmen.
Die zuständigen Fachstellen verfolgen die Situation weiterhin eng und arbeiten dabei mit externen Expertinnen und Experten zusammen. Sie passen die Abklärungen sowie die Massnahmen bei Bedarf an.
Schutz vor Legionellen
Legionellen lassen sich in Wasserinstallationen nicht vollständig vermeiden. Werden die empfohlenen Massnahmen beachtet, lässt sich das Risiko ihrer Vermehrung und einer Infektion jedoch wirksam reduzieren:
Einhaltung der empfohlenen Warm- und Kaltwassertemperaturen
Stagnation vermeiden (Wasser nicht länger als 72 Stunden stehen lassen)
Wasserleitungen nach längeren Benutzungspausen gründlich spülen
Detaillierte Informationen vom Kantonalen Labor zu Legionellen und den empfohlenen Vorsorgemassnahmen finden sich auf der Unterseite zum Bade- und Duschwasser.