PFAS: Milchmonitoring im Kanton Zürich
Medienmitteilung 26.03.2026
Im grössten Teil der Milch, die im Kanton Zürich produziert wird, sind keine oder nur geringfügige Rückstände von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) nachweisbar. Das hat ein kantonsweites Milchmonitoring ergeben, bei dem Landwirtschaftsbetriebe ihre Milch freiwillig untersuchen lassen konnten. Die Milchviehbetriebe im Kanton nahmen fast ausnahmslos daran teil. Jene Betriebe mit erhöhten PFAS-Rückständen in der Milch unterstützt der Kanton nun dabei, die Ursachen zu ermitteln und Handlungsmöglichkeiten zu prüfen.
Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) werden seit den 1970er-Jahren breit eingesetzt und sind aufgrund ihrer Langlebigkeit weltweit in Umwelt und Lebensmitteln nachweisbar. Wie auch andere Kantone führt der Kanton Zürich in verschiedenen Bereichen PFAS-Messkampagnen durch, um genauere Daten zu erhalten. 2025 hat der Kanton Zürich allen Milchviehbetrieben die Gelegenheit gegeben, ihre Milch kostenlos auf PFAS-Rückstände untersuchen zu lassen. Ziel dieses freiwilligen Milchmonitorings war es, allfällige Belastungen frühzeitig zu erkennen. Betroffene Landwirtschaftsbetriebe können nun reagieren, bevor gesetzliche Höchstwerte für Milch und Milchprodukte in Kraft treten.
Fast alle Milchviehbetriebe im Kanton stellten eine Probe ihrer Milch für die Analyse im Kantonalen Labor zur Verfügung. Die Resultate sind dadurch repräsentativ für den gesamten Kanton. Die erfreulich hohe Bereitschaft zur Teilnahme zeigt, dass die Landwirtschaft grosses Interesse daran hat, qualitativ hochwertige Lebensmittel für die Bevölkerung zu produzieren.
In 89 Prozent der Proben keine oder kaum PFAS nachweisbar
Insgesamt wurden Proben von 732 Betrieben analysiert. Bei 89 Prozent der Betriebe (650 Proben) waren entweder keine PFAS in der Milch zu finden, oder die Rückstände lagen unter dem in der Schweiz diskutierten Richtwert für Milch. Der Richtwert bezeichnet den Punkt, ab dem auf einem Landwirtschaftsbetrieb weitergehende Abklärungen zur Ursache der PFAS-Belastung empfohlen werden. Bei 11 Prozent der Betriebe (82 Proben) waren PFAS-Rückstände entsprechend diesem Richtwert oder darüber nachweisbar. Diese Betriebe wurden auf Wunsch ein zweites Mal beprobt, wobei sich der PFAS-Nachweis in den meisten Fällen bestätigte.
Bei der festgestellten Belastung handelt es sich ausschliesslich um die in der Schweiz seit 2011 verbotene Substanz PFOS (Perfluoroctansulfonsäure). Diese wurde in der Vergangenheit breit eingesetzt, unter anderem in Feuerlöschschäumen, Verpackungsmaterial oder Oberflächenbeschichtungen.
Kanton begleitet Betriebe bei weiteren Abklärungen
Für PFAS-Rückstände in Milch und Milchprodukten gibt es derzeit noch keine gesetzlichen Höchstwerte. Mit dem Milchmonitoring hat der Kanton Zürich den Landwirtschaftsbetrieben eine wichtige Grundlage geliefert, um vorsorglich zu handeln. Ist eine PFAS-Belastung erkannt, geht es in einem ersten Schritt darum, die Ursache zu ermitteln. In einem zweiten Schritt kann der Betrieb Massnahmen zur Reduktion prüfen, beispielsweise Anpassungen beim Futter oder Tränkewasser.
Betriebe mit PFAS-Rückständen über dem Richtwert können sich bei diesen Abklärungen von Expertinnen und Experten des landwirtschaftlichen Kompetenzzentrums Strickhof oder einer vom Kanton mandatierten Fachperson des Zürcher Bauernverbands kostenlos beraten und begleiten lassen.
Keine akute Gesundheitsgefährdung
PFAS sind synthetisch hergestellte Chemikalien, die in zahlreichen industriellen Prozessen eingesetzt werden und in vielen Produkten zu finden sind. Sie sind wasser-, fett- und schmutzabweisend und weisen eine hohe thermische und chemische Stabilität auf. Deshalb bauen sie sich in der Umwelt praktisch nicht ab und werden auch «Ewigkeitschemikalien» genannt. Über Böden und Gewässer gelangen PFAS ins Trinkwasser sowie in Lebensmittel. Im menschlichen Körper können PFAS möglicherweise zu Störungen des Immunsystems, des Fettstoffwechsels und des Wachstums oder zu Krebs führen.
Obwohl durch den Konsum einzelner Lebensmittel, die PFAS enthalten, gemäss aktuellem Wissensstand keine akute gesundheitliche Gefährdung entsteht, soll die Belastung der Bevölkerung mit PFAS möglichst tief gehalten werden.
Eine nationale Messkampagne des Verbands der Kantonschemikerinnen und -chemiker der Schweiz (VKCS) hat 2025 ergeben, dass die geltenden Höchstwerte für Fleisch, Eier und Fisch fast ausnahmslos eingehalten werden. In Proben von Milch und Milchprodukten aus dem Handel wurde der Richtwert nur vereinzelt überschritten (siehe Medienmitteilung des VKCS vom 17. November).