Zürcher Gewässer vor Quaggamuscheln und Co. schützen

Eingeschleppte Tiere und Pflanzen gefährden unsere Biodiversität und können bei Menschen, Tieren und Infrastrukturanlagen Probleme verursachen. Im Wasser lebende Arten werden durch Boote, Wassersport- und Fischereigeräte unbemerkt verbreitet. Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) erinnert auch in diesem Jahr mit einer Informationskampagne daran, was beim Wechsel von einem Gewässer ins nächste wichtig ist: Kontrollieren, Reinigen, Trocknen.

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Plakat am Türlersee
An diversen Einwasserungsstellen im Kanton weisen Plakate auf Neobiota als blinde Passagiere hin. Quelle: Hausen a. Albis, Patrick Wyss Bild «Plakat am Türlersee» herunterladen

«Vorsicht blinde Passagiere!» – Diese Botschaft steht seit Ende April wieder an diversen Einwasserungsstellen im ganzen Kanton. Die Plakate sollen die Zürcherinnen und Zürcher darauf aufmerksam machen, dass an ihren Booten, Stand Up Paddles, der Tauch- oder Fischereiausrüstung sogenannte invasive Neobiota haften könnten. Dies sind gebietsfremde, also eingeschleppte oder eingewanderte, Tiere und Pflanzen, die sich bei uns stark ausbreiten können. Dadurch verdrängen sie einheimische Arten. Einzelne Neobiota können aber auch Mensch, Tiere und Infrastrukturanlagen erheblich schädigen. So haben etwa amerikanische Grosskrebse die einheimischen Edelkrebse durch Übertragung der Krebspest an gewissen Orten bereits zum Aussterben gebracht. Auch sehr kleine Tiere können Schaden anrichten: So wird davon ausgegangen, dass ein starker Einbruch der Wasserinsektenbestände in der Limmat unter anderem auf zwei räuberische invasive Flohkrebsarten zurückzuführen ist. Arten, deren Eintreffen in die Zürcher Gewässer befürchtet wird, sind z.B. Schwarzmundgrundeln, die durch Bootsverkehr aus dem Schwarzen Meer in die Schweiz eingeschleppt wurden. Sie verdrängen in der Region Basel bereits heimische Fischarten von ihren Laich- und Futterplätzen. Oder gebietsfremde Muscheln wie die ebenfalls aus dem Schwarzmeerraum stammende Quaggamuschel, die Wasserentnahmeleitungen verstopfen und so viele Nährstoffe aus dem Wasser filtrieren, sodass am Ende den Fischen die Nahrung fehlen kann.

Verbreitung verhindern – alle können mithelfen

In einem Gewässer ist es kaum möglich, Neobiota wieder loszuwerden, wenn sie einmal hineingelangt sind. Daher ist es wichtig, die Gewässer möglichst frei zu halten. Entscheidend dafür ist, dass Personen, die Fischen oder Wassersport betreiben, also Segeln, Paddeln, Tauchen oder Motorboot fahren, sensibilisiert sind. Sie können unbeabsichtigt gebietsfremde Arten aus anderen Gewässern einschleppen, wenn diese an Booten, anderen Schwimmkörpern oder Ausrüstungsgegenständen haften bleiben und mittransportiert werden. Auch im Wasser, das sich im Bootsrumpf sammelt oder in Wasserrückständen in der Ausrüstung können von Auge kaum sichtbare Lebewesen mitreisen (z.B. Larven von Muscheln). Boote und Ausrüstungen müssen darum direkt nach dem Auswassern sorgfältig gereinigt und getrocknet werden, bevor sie in anderen Seen oder Flüssen wieder eingesetzt werden. Auf der Website des Kantons sind dazu zwei kurze Erklärvideos zu finden, die in Zusammenarbeit mit dem Amt für Umwelt und Energie des Kantons Basel-Stadt und mit Unterstützung des Bundesamts für Umwelt BAFU erarbeitet wurden.

Anschauungsmaterial zum Ausleihen

Die Sektion Biosicherheit des AWEL stellt überdies einen Koffer mit Informations- und Anschauungsmaterial zur Verfügung, mit dem sich Wissenswertes über invasive Neobiota spielerisch erlernen und entdecken lässt. Er kann von Schulen, Vereinen und Organisationen für Unterricht, Weiterbildungen und Standaktionen ausgeliehen werden. Die Fachleute der Sektion Biosicherheit betreuen auf Anfrage auch selbst Weiterbildungen und Standaktionen: neobiota@bd.zh.ch

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