Die ambulante Pflegeversorgung nimmt zu, der Bedarf an stationären Pflegebetten nimmt ab

Im Auftrag der Gesundheitsdirektion hat das Schweizerische Gesundheitsobservatorium (Obsan) die dritte Studie über die Bedarfsentwicklung von Pflegeplätzen erstellt. Die Nachfrage nach ambulanten Versorgungsangeboten (Spitex) steigt im Kanton Zürich weiter an. Dieser Trend hat Auswirkungen auf die stationären Pflegeplätze in Alters- und Pflegeheimen.

Die Sicherstellung der Pflegeversorgung und die Förderung geeigneter ambulanter Pflegeangebote fällt im Kanton Zürich in die Verantwortung der Gemeinden. Damit diese für ihre Pflegeheim- resp. Pflegeversorgungsplanungen auf verlässliche Daten zurückgreifen können, hat die Gesundheitsdirektion das Obsan nach 2015 und 2018 nun zum dritten Mal beauftragt, die Nachfrage nach stationären Pflegeplätzen bis ins Jahr 2035 resp. 2040 zu prognostizieren.

Der Anteil von älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung nimmt in den nächsten Jahren deutlich zu. Viele Menschen, welche pflegebedürftig werden, wollen jedoch vermehrt in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und einen Eintritt in ein Alters- und Pflegeheim so lange wie möglich vermeiden. Eine Verlagerung vom stationären in den ambulanten Bereich findet statt.

In ihrer jüngsten Prognose kommt das Obsan zum Schluss, dass bis 2040 die heute rund 18'700 im Kanton Zürich bestehenden Pflegebetten ausreichen. 

In der ersten Studie 2015 prognostizierte das Obsan bis 2035 einen Zusatzbedarf von rund 3000 Betten. Diese Zahl hat sich deutlich reduziert: Einerseits wurden in der Zwischenzeit bereits rund 700 zusätzliche Betten in Betrieb genommen. Andererseits hat in den letzten drei Jahren bereits eine starke Verlagerung in den ambulanten Bereich zu mehr Spitexleistungen stattgefunden. Vor allem aber wurden aufgrund der demografischen Entwicklung die Bevölkerungsprognosen des Bundes angepasst. Diese sehen für die Zukunft ein geringeres Wachstum der Altersgruppen ab 65 Jahren vor, was zu einem geringeren Bedarf an Pflegebetten führt.

Das Potential in Richtung ambulante Pflege und Betreuung ist aber noch nicht ausgeschöpft: So wohnen weiterhin viele Zürcherinnen und Zürcher ohne oder mit nur leichtem Pflegebedarf in einem Alters- und Pflegeheim. Ein Grossteil dieser Personen könnte gemäss Fachexperten mehrheitlich ambulant betreut und gepflegt werden. Es zeigt sich aber auch, dass die Gemeinden die Sicherstellung der Pflegeversorgung und die damit verbundenen Handlungsmöglichkeiten zur Förderung der ambulanten Pflege wahrnehmen.

Die Handlungsmöglichkeiten der Gemeinden sowie die Zahlen der jüngsten OBSAN-Studie für den Kanton Zürich, dessen Bezirke sowie für neun vom Gemeindepräsidentenverband definierten Gemeindeverbunde sind unter folgendem Link einsehbar.

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