Neuer kantonaler Gestaltungsplan für das Rafzerfeld

Im Rafzerfeld im Norden des Kantons Zürich soll künftig mehr unverschmutzter Aushub abgelagert werden können als bisher. Die geplante Landschaftsgestaltung orientiert sich am ursprünglichen Zustand des Rafzerfeldes. Die planerische Voraussetzung wird durch einen kantonalen Gestaltungsplan geschaffen, der vom 26. Februar bis zum 26. April 2021 öffentlich aufliegt.

Inhaltsverzeichnis

Das Rafzerfeld ist ein Landschaftsraum mit einem sehr grossen Kiesvorkommen, der durch grossräumige Rheinflussterrassen gekennzeichnet ist. Vor Beginn des Kiesabbaus zwischen Rafz, Wil, Hüntwangen, Wasterkingen und Eglisau in den 1960er-Jahren trennten zwei Hänge als Relikte aus dem Eiszeitalter das «obere» und das «untere» Rafzerfeld. Mit dem stetigen Kiesabbau in diesem Gebiet verschwanden diese Zeitzeugen weitestgehend. Lange Zeit ging man davon aus, dass im Kanton Zürich nicht genügend Auffüllmaterial vorhanden und daher der Landschaftsraum als Senke zu planen sei.

In den späten 1990er-Jahren änderte sich dies jedoch. Seither fällt im Kanton Zürich mehr Aushubmaterial an, als Kies abgebaut wird. Dennoch wurden in den Jahren 1993 bis 2012 für den Kiesabbau im Rafzerfeld fünf kantonale Gestaltungspläne noch unter der ursprünglichen Annahme genehmigt, dass zu wenig Auffüllmaterial vorhanden sei. Diese sollen nun durch den kantonalen Gestaltungsplan «Rafzerfeld Mitte-Ost» ersetzt werden.

Vorteile der zusätzlichen Auffüllung

Diese sogenannte «Mehrauffüllung» bringt einige Vorteile mit sich. Einerseits können bis zu 133 Hektaren wieder der landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden, und andererseits 26 Hektaren an grossflächig vernetzten Biotopflächen, sogenannten naturnahen Flächen, geschaffen werden. Weiter soll das ehemalige obere und untere Rafzerfeld wieder durch eine Geländekante in der offenen Landschaft erkennbar gemacht werden. Die Entwässerung des Gebietes erfolgt in einer Senke (Mittelgraben), wobei das Wasser aus den Niederschlägen vor allem dem Grundwasserstrom zugeführt wird. Ein weiterer Vorteil: Das Gebiet zeichnet sich durch seinen Bahnanschluss aus, der dazu beiträgt, dass weniger Lastwagen das Strassennetz belasten als bei anderen Kiesabbaugebieten.

Der kantonale Gestaltungsplan «Rafzerfeld Mitte-Ost» regelt für die Grundeigentümer verschiedene Themenbereiche verbindlich: Nebst Vorgaben zur neuen Endgestaltung sowie den Kies- und Aushubmengen sind dies unter anderem auch die Bahntransporte, die Massnahmen zur landwirtschaftlichen Nutzung sowie den Natur-, Landschafts-, Gewässer- und Hochwasserschutz. Die Unterlagen liegen während 60 Tagen vom 26. Februar bis zum 26. April 2021 öffentlich auf. Während dieser Frist kann sich die Öffentlichkeit zum Entwurf äussern. Parallel dazu erfolgt die Anhörung der Standortgemeinden Hüntwangen und Wil sowie der Regionalplanung Zürcher Unterland. Die Exekutiven der beiden Gemeinden konnten ihre Anliegen bereits während der Ausarbeitung einbringen und sind mit der vorliegenden Fassung grundsätzlich einverstanden. Letztlich wird der Gestaltungsplan durch die Baudirektion festgesetzt.

Öffentliche Auflage

Interessierte haben folgende Möglichkeiten, um den Gestaltungsplan einzusehen:

Physisch

 

  • Gemeindeverwaltung Wil, Dorfstrasse 15a, 8196 Wil. Telefonische Anmeldung notwendig (Telefon +41 44 879 20 80).
  • Gemeindeverwaltung Hüntwangen, Dorfstrasse 41, 8194 Hüntwangen. Telefonische Anmeldung notwendig (Telefon +41 44 869 08 70).
  • Baudirektion, Amt für Raumentwicklung, Stampfenbachstrasse 12, 8001 Zürich. Telefonische Anmeldung notwendig (Telefon +41 43 259 30 22).

Kontakt

Baudirektion – Medienstelle

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Adresse

Walcheplatz 2
8090 Zürich
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