Arbeitslosigkeit steigt leicht – Niveau deutlich über dem Vorjahr

Im November stieg die Arbeitslosenquote im Kanton Zürich erstmals seit sechs Monaten von 3,2 auf 3,3 Prozent. Der Anstieg erfolgte vor allem in saisonal geprägten Branchen wie dem Bau und dem Gastgewerbe. Die Auswirkungen der Corona-Krise bleiben deutlich sichtbar; die Arbeitslosenquote liegt klar über dem Vorjahresniveau.

Inhaltsverzeichnis

Ende November waren 28’132 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) des Kantons Zürich arbeitslos gemeldet, 716 Personen mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich dadurch um 0,1 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent. Die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt sind aber deutlich sichtbar, denn die Arbeitslosenquote liegt um 1,2 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. 

Saisonaler und pandemiebedingter Anstieg

Wie bereits im Oktober stieg die Arbeitslosigkeit vorwiegend in den saisonal geprägten Branchen. Alleine das Bau- und Gastgewerbe machte über drei Viertel des monatlichen Anstiegs der Arbeitslosenzahlen aus. Den stärksten Anstieg verzeichnete das Baugewerbe (+286), gefolgt vom Gastgewerbe (+280) und den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (+125). Der Anstieg im Gastgewerbe liegt deutlich über den Vorjahreswerten und dürfte teilweise auf die wieder verschärften Covid-Schutzmassnahmen zurückzuführen sein. Weniger Arbeitslose verzeichneten die Bereiche Verkehr und Transport (-34), Erziehung und Unterricht (-24) sowie die Versicherungen (-20).

Nach Altersgruppen betrachtet verzeichneten die 20-24-Jährigen im Vergleich zum Vormonat den stärksten Anstieg. Sie waren häufig in Branchen tätig, die von der Corona-Krise betroffen sind, etwa im Gastgewerbe oder in Kulturbranchen.

Konjunkturelle Abkühlung

Die konjunkturelle Lage hat sich in den letzten beiden Monaten pandemiebedingt abgekühlt. Im November hat sich dies jedoch noch kaum auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt – dieser reagiert in der Regel mit mehrmonatiger Verzögerung auf ein verändertes konjunkturelles Umfeld. Einen wichtigen stützenden Beitrag zur Vermeidung von grösseren Entlassungen leistete in den vergangenen Monaten die Kurzarbeit. Aktuelle Unternehmensbefragungen deuten dennoch auf einen weiteren Stellenabbau hin. Eine Zunahme der Arbeitslosigkeit bis in den Frühling 2021 ist deshalb wahrscheinlich.

Ansprechperson für Medien

Irene Tschopp

Amt für Wirtschaft und Arbeit

irene.tschopp@vd.zh.ch
+41 43 259 26 96

Dienstag, 8. Dezember 2020, von 10.30 bis 12 Uhr.

Für dieses Thema zuständig: