Regierungsrat beantragt Objektkredit für Hochwasser-Entlastungsstollen Thalwil

Der Hochwasser-Entlastungsstollen zwischen Langnau am Albis und Thalwil soll Extremhochwasser der Sihl in den Zürichsee überleiten und so das untere Sihltal und die Stadt Zürich vor verheerenden Überschwemmungen und Schäden in der Höhe von mehreren Milliarden schützen. Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat dafür einen Objektkredit von 175,5 Millionen Franken.

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Bei einem Extremhochwasser der Sihl sind das untere Sihltal und die Stadt Zürich akut überschwemmungsgefährdet. Die möglichen Schäden werden alleine für die Stadt Zürich auf bis zu 6,7 Milliarden Franken geschätzt. Angesichts dieses enormen Schadenpotenzials projektiert der Kanton Zürich einen Entlastungsstollen zur Überleitung von Hochwasserspitzen der Sihl bei Langnau am Albis in den Zürichsee bei Thalwil, der das untere Sihltal und die Stadt Zürich auch vor seltenen, extremen Hochwasserspitzen der Sihl schützen wird.

Im Streubereich der Schätzung

Nun beantragt der Regierungsrat dem Kantonsrat einen Objektkredit von 175,5 Millionen Franken für die Planung und den Bau des Entlastungsstollens sowie die erforderlichen ökologischen Ersatzmassnahmen. Bisher ging man von Kosten von rund 135 Millionen Franken aus. Dieser Betrag beruhte auf Schätzungen mit einer Unsicherheit von plus/minus 30 Prozent. Die aufgrund der detaillierten Projektierung errechneten Kosten liegen nun am oberen Rand der Schätzung. Sie beinhalten neu auch eine Reserve von rund 12 Millionen Franken. Der Kanton rechnet damit, dass sich die Stadt Zürich, die SBB und die SZU mit 20 bis 25 Millionen Franken an diesen Kosten beteiligen werden. Auch der Bund dürfte sich mit einem Beitrag von mindestens 35 Prozent an den Kosten beteiligen.

Planung schreitet voran

Der Kanton Zürich treibt die Planung des Entlastungsstollens Thalwil voran, um das Hochwasserrisiko an der Sihl möglichst rasch zu beseitigen. Die Projektfestsetzung durch den Regierungsrat ist für 2020 vorgesehen, die Krediterteilung durch den Kantonsrat für 2021. Der Fertigstellungstermin ist vom weiteren Planungs- und vom Bauverlauf abhängig. Die Bauzeit wird rund dreieinhalb Jahre betragen.

Sofortmassnahmen greifen bereits

Seit einigen Jahren reduziert der Kanton das Hochwasserrisiko an der Sihl Schritt für Schritt. Bis zur Fertigstellung des Entlastungstollens gewährleisten der bereits 2017 fertiggestellte Sihl-Schwemmholzrechen und die neue Kombination von Vorabsenkung und automatisierter Sihlseesteuerung einen bestmöglichen Hochwasserschutz an der Sihl.

 

Ansprechperson für Medien

Wolfgang Bollack

Mediensprecher, Kommunikation Baudirektion


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Donnerstag, 27. August 2020.