Ein Jahr «ambulant vor stationär»: Erwartungen der Gesundheitsdirektion übertroffen

Rund 10 Millionen Franken Kosten konnten 2018 im Kanton Zürich eingespart werden, weil sich mehr Patienten ambulant statt stationär behandeln liessen. Das «ambulant vor stationär»-Konzept zeigt damit die erhoffte Wirkung.

Mit der Änderung des Spitalplanungs- und -finanzierungsgesetzes (SPFG) hat der Kantonsrat an der Sitzung vom 12. Juni 2017 die gesetzliche Verankerung zur Förderung von Behandlungen geschaffen, die sich aus medizinischer Sicht ohne Nachteile ambulant statt stationär durchführen lassen. Die Umsetzung durch die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich erfolgte mit der Einführung der «Liste ambulant durchzuführender Behandlungen und Untersuchungen» per 1. Januar 2018.  

50 Prozent weniger stationär durchgeführte Eingriffe innerhalb der «AVOS»-Liste

Mittlerweile liegen - basierend auf den stationären medizinischen Daten des Jahres 2018 der Zürcher Spitäler - erste Analysen zu «ambulant vor stationär» vor. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Erwartungen und Prognosen der Gesundheitsdirektion erfüllt wurden. In den Zürcher Listenspitälern wurden 2018 innerhalb der potentiell ohne Krankenhausaufenthalt durchführbaren Fällen mit Leistungen der «ambulant vor stationär»-Liste 50 Prozent weniger Fälle stationär durchgeführt als noch im Jahr 2017. Das entspricht einem Rückgang von rund 3'300 stationären Behandlungen mit kantonaler Kostenbeteiligung. Die ursprüngliche Prognose der Gesundheitsdirektion aus dem Jahr 2017 rechnete mit 3'400 substituierbaren Fällen. Alleine damit konnten im vergangenen Jahr rund 10 Millionen Franken eingespart werden.

Sensibilisierung bewirkt deutlichen Rückgang der stationären Fallzahlen

Darüber hinaus deutet vieles darauf hin, dass die Einführung der kantonalen Liste zu einer generellen Sensibilisierung der Leistungserbringer führte und zusammen mit den durch die Spitäler eingeleiteten Prozessanpassungen einen Effekt erzeugte, der die Erwartungen der Gesundheitsdirektion übertreffen: Entgegen dem langjährigen Trend waren in den Jahren 2017 und 2018 in vielen Spitälern die Anzahl stationärer Fälle rückläufig.  

Ausblick

Eine umfassende Evaluation der Einführung der kantonalen Liste «ambulant vor stationär» unter Einbezug der stationären und ambulanten Leistungsdaten 2018 wird Ende 2019 abgeschlossen sein. Aktuell erwartet die Gesundheitsdirektion ein Fortschreiten der Ambulantisierung, im Zuge des sich daraus ergebenden sinkenden Substitutionspotenzials jedoch in schwächerem Ausmass. Trotzdem geht die Gesundheitsdirektion Zürich für die folgenden Jahre gesamthaft von einem moderaten stationären Fallzahlen-Wachstum aus. Grund dafür ist das Bevölkerungswachstum, die Überalterung und der medizin-technologische Fortschritt.

(Medienmitteilung der Gesundheitsdirektion)

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