Neue Wohnhäuser anstelle von Altbauten
Medienmitteilung 02.05.2012
Der hohe Bevölkerungsdruck der jüngsten Vergangenheit führte im Kanton Zürich zu einem Bauboom. Derzeit entstehen pro Jahr 7'000 bis 9'000 neue Wohnungen, viele davon in Ersatzneubauten.
Der Ersatzneubau – der Abbruch von Altbauten mit dem Ziel, an ihrer Stelle neue, zeitgemässe Gebäude zu errichten – hat im Kanton Zürich deutlich an Bedeutung gewonnen. Immer mehr Hausbesitzer und Investoren sehen darin offenbar eine interessante Alternative zur Sanierung von angejahrten Liegenschaften. Denn Neubauten erlauben es einerseits, bestehende Nutzungsreserven auszuschöpfen, und andererseits, das Gebäude auf die Bedürfnisse der heutigen Wohnungsnachfrage zuzuschneiden.
Industrieareale machten den Anfang
In den letzten zehn Jahren entstanden im Kanton Zürich fast 23'000 der 76'000 neu erstellten Wohnungen, also etwa ein Drittel, durch Ersatzneubau. Die Dynamik nahm im Verlauf des Jahrzehnts deutlich zu. Ein wichtiger Grund dafür sind die Umstrukturierungen ehemaliger Industriegebiete – etwa in Oerlikon, Zürich-West oder auf dem Sulzerareal in Winterthur. Die Zahl der Wohnungen auf ehemaligen Fabrikarealen wuchs denn auch bis 2007 laufend an. Seither ist sie allerdings wieder rückläufig, weil das Potenzial der früheren Industrieareale nicht unerschöpflich ist. In den letzten Jahren verlagerte sich der Fokus des Ersatzneubaus mehr und mehr auf Wohnquartiere. Vor dem Jahrtausendwechsel entstanden jährlich etwa 300 Neubauwohnungen durch den Ersatz alter Wohngebäude. Seither hat sich diese Zahl verfünffacht.
Zentrale Lagen bevorzugt
Die durch die Umnutzung von Industriearealen neu entstandenen Quartiere liegen vor allem in den Städten Zürich und Winterthur. Verdichtungen von Wohnquartieren sind dagegen im ganzen Agglomerationsraum verbreitet. Während die vorhandenen Nutzungsreserven an den bevorzugten Lagen am Zürichsee konsequent ausgeschöpft werden, beschränken sich die Ersatzneubauten in den übrigen Agglomerationsgemeinden typischerweise auf das Siedlungszentrum.
Wohnbaugenossenschaften mit Pionierrolle
Wichtige Akteure im Ersatzneubau sind die Wohnbaugenossenschaften. Fast 60 Prozent aller seit dem Jahr 2000 neu erstellten Genossenschaftswohnungen entstanden durch den Ersatz alter Wohnhäuser. Neue Mietwohnungen finden sich dagegen oft auf den ehemaligen Industriearealen, während Eigentumswohnungen, wie auch Einfamilienhäuser, vorwiegend auf zuvor unbebautem Land gebaut werden. In den Städten stimmt dies allerdings nur bedingt, weil hier auch viel Wohneigentum anstelle von abgerissenen Mietshäusern entsteht.
(Medienmitteilung des Statistischen Amts)
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