Gesucht: Glögglifrösche
Medienmitteilung 19.05.2003
Die Fachstelle Naturschutz des Kantons Zürich hat einen Aktionsplan zur Erhaltung der Geburtshelferkröte gestartet. Sie bittet die Bevölkerung, ihr Laichgebiete zu melden. Die Geburtshelferkröten werden auch «Glögglifrösche» genannt und verraten sich in diesen Wochen durch ihren unverwechselbaren Ruf.
Beim Eindunkeln und in der Nacht sind jetzt für aufmerksame Ohren an bestimmten Orten wieder geheimnisvolle Töne zu hören: Ein einzelner hoher und feiner Laut, der in regelmässigen Abständen von einigen Sekunden erklingt und an ein Glöcklein erinnert. Das ist der Ruf der männlichen Geburtshelferkröte, mit dem er Weibchen anlockt. Im Volksmund heissen diese Amphibien deshalb auch «Glögglifrösche».
Vorkommen melden
Die Bestände der Geburtshelferkröten haben in den letzten Jahren dauernd abgenommen. Vermutlich bestehen im Kanton Zürich nur noch 50 bis 80 Laichgebiete mit meist kleinen Populationen. Um diese Gebiete gezielt pflegen und aufwerten zu können, bittet die Fachstelle Naturschutz aufmerksame Ohren in der Bevölkerung um ihre Mithilfe. Wer Laichgebiete der Geburtshelferkröte im Kanton Zürich kennt oder ausfindig macht, wird gebeten, diese der Fachstelle Naturschutz zu melden. Personen, die zum ersten Mal auf die Pirsch gehen und den typischen Ruf noch nicht kennen, können diesen unter der Telefonnummer 031 350 73 27 abhören.
Auch in Siedlungsnähe
Geburtshelferkröten leben oft in alten Steinbrüchen und Kiesgruben, aber auch in sonnigen Böschungen, naturnahen Gärten, alten Mauern und auf Waldlichtungen. Ihre Laichgewässer sind alte Feuerwehrweiher, Parkteiche, kühle Waldweiher oder Teiche in Kiesgruben. Die Meldungen aus der Bevölkerung werden ein wichtiger Beitrag sein, um diese faszinierende Amphibienart langfristig im Kanton Zürich erhalten zu können.
Kantonales Förderprogramm für Amphibien
Zürich ist, was überraschen mag, einer der bedeutendsten Kantone für den Amphibienschutz in der Schweiz: Nicht weniger als 15 Amphibienarten leben hier, davon stehen 10 auf der Roten Liste. Die Fachstelle Naturschutz führt deshalb seit 1998 das Programm Amphibienschutz durch. In diesem Rahmen sind seither rund 50 der wichtigsten Laichgebiete gepflegt oder aufgewertet worden. Gezielt werden jene Amphibienarten gefördert, für deren Erhaltung in der Schweiz der Kanton Zürich eine besondere Verantwortung trägt. Dank solcher Fördermassnahmen konnte sich zum Beispiel der Laubfrosch im Kanton Zürich weitgehend halten, während er in vielen Gebieten der Schweiz verschwunden ist.
Zur Biologie der Geburtshelferkröte
Geburtshelferkröten (Alytes obstetricans) tragen ihren Namen zu recht: Während andere Amphibienarten den Laich einfach absetzen, kümmert sich hier das Männchen intensiv um den Nachwuchs. Bei der Paarung übernimmt es vom Weibchen die Laichschnur und wickelt sie sich um seine Hinterbeine. Dann zieht es sich an einen geschützten Ort zurück, etwa unter Steine oder in ein Mausloch. Wenn die Larven schlüpfreif sind, macht es sich auf den Weg zum Laichgewässer, wo es die Eier mit dem Wasser in Berührung bringt. Rasch platzen die Eihüllen auf und entlassen die kleinen Kaulquappen ins Wasser. Diese effiziente Brutpflege und auch die heimliche Lebensweise der Art machen es möglich, dass die Fortpflanzung mit einer relativ geringen Eizahl (rund 60) sichergestellt ist. Zum Vergleich: Eine Erdkröte hat in ihrer Eischnur etwa 2000 Eier.
Den Ruf hören und Vorkommen melden
Der Ruf der Geburtshelferkröte kann bei der Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz der Schweiz am Telefon abgehört werden: 031 350 73 27.
Vorkommen der Geburtshelferkröte bitte melden an: Fachstelle Naturschutz, «Glögglifrosch», 8090 Zürich. E-Mail: andre.hofmann@vd.zh.ch
(Medienmitteilung der Volkswirtschaftsdirektion)
Hinweis
Diese Meldung ist vor 2018 erschienen. Gegenüber der ursprünglichen Fassung sind alle Bilder, Links und Downloads entfernt worden. Dies beim Wechsel zum neuen kantonalen Webauftritt 2020.
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