Revision KV und Detailhandel

Die Ausbildungsgrundlagen der kaufmännischen Grundbildung und der Berufe des Detailhandels werden per 2022 durch die beiden nationalen Trägerschaften einer Totalrevision unterzogen. Ein Kernstück der Revisionen ist die Umstellung des schulischen Unterrichts auf die Handlungskompetenzorientierung, was die Berufsfachschulen vor grosse Herausforderungen stellt. Deshalb hat das MBA Zürich ein Umsetzungsprojekt gestartet.

Inhaltsverzeichnis

Vier Berufsausbildungen in der Überarbeitung

Die kaufmännischen und die Detailhandelberufe gehören zu den am meisten gewählten beruflichen Grundbildungen in der Schweiz. Die Grundbildungen dieser insgesamt vier Berufe (Kauffrau/mann EFZ, Büroassistent/in EBA, Detailhandelfachfrau/mann EFZ, Detailhandelsassitant/in EBA) werden auf den Lehrbeginn 2022 überarbeitet und so den Entwicklungen und Herausforderungen der Arbeitswelt angepasst.

Die Verantwortung für die Revision liegt bei den nationalen Trägerschaften: der Schweizerischen Konferenz der Kaufmännischen Ausbildungs- und Prüfungsbranche (SKKAB) der Interessengemeinschaft Kaufmännische Grundbildung Schweiz (IGKG Schweiz) und Bildung Detailhandel Schweiz (BDS). Diese erarbeiten die zugrundeliegenden Bildungsverordnungen und Bildungspläne sowie die Qualifikationsprofile der Berufe.

Ein Kernstück der beiden Revisionen ist die Umstellung des schulischen Unterrichts auf die Handlungskompetenzorientierung. Dies wird den Unterricht an den Berufsfachschulen stark verändern und hat Einfluss auf die Organisation, Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts sowie auf die Ausbildung der Lehrpersonen.

 

Was heisst Handlungskompetenzorientierung?

An den Berufsfachschulen soll die Vermittlung der Kenntnisse auf konkrete berufliche Arbeitssituationen sowie Handlungen und Fertigkeiten des Arbeitsalltags ausgerichtet werden.
Theoretische Grundlagen werden also nicht mehr in Form von herkömmlichen Unterrichtsfächern vermittelt.

Für die Lehrpersonen bedeutet das, dass sie künftig über vertiefte Kenntnisse der Aufgaben, Tätigkeiten und Abläufe aus den jeweiligen Berufen verfügen müssen.

Die Berufsmaturität während der beruflichen Grundbildung (BM1) bleibt fächerorientiert und muss in das neue System integriert werden. 

Weitere Änderungen

Im Beruf Kauffrau/Kaufmann EFZ fallen künftig die Profile B (Basis-Grundbildung) und E (Ergänzende Grundbildung) weg. Die erste Fremdsprache bestimmen die Kantone, die zweite wird zum Wahlpflichtfach. Im 3. Lehrjahr bieten Schulen vier Optionen an (Finanz- und Rechnungswesen, Kommunikation in Landessprache, Kommunikation in Fremdsprache, Digitale Kompetenzen). Die Lehrbetriebe wählen, welche Option ihre Lernenden besuchen.

In allen Berufen wird das Thema E-Commerce integriert. 

Umsetzungsprojekt im Kanton Zürich

Im Kanton Zürich werden die kaufmännischen Berufe an sechs und die Berufe des Detailhandels an vier Schulen unterrichtet. Das Mittelschul- und Berufsbildungsamt unterstützt und koordiniert die schulische Umsetzung der Revision im Kanton Zürich mit einem Umsetzungsprojekt.
 

Ziele des Projekts

  • Gemeinsames Umsetzungskonzept
  • Gemeinsamer Schullehrplan (Einheitliche Integration des nationalen Schullehrplans)
  • Einheitliche Unterrichtsstrukturen in Abstimmung auf das Qualifikationsverfahren
  • Gremium zur Entwicklung gemeinsamer Unterrichtseinheiten unter Einbezug der Digitalisierung
  • Gemeinsames Weiterbildungskonzept für Lehrpersonen
  • Koordination der Integration der BM1

 

Phasen und Meilensteine

 

1. Initialisierungsphase

In der Initialisierungsphase stand die Koordination mit dem nationalen Projekt im Vordergrund, das die Grundlagen für die Neuausrichtung der beruflichen Grundbildung erarbeitet.
Der Handlungsbedarf für den Kanton Zürich wurde in einer Vorstudie der Pädagogischen Hochschule Zürich geklärt und im Anschluss Muster-Unterrichtseinheiten für ausgewählte Handlungskompetenzen erarbeitet.

Eine Präsentation der Muster-Unterrichtseinheiten gibt es hier: 

2. Konzeptphase

Die Arbeiten in der Konzeptphase werden in vier Teilprojekten geführt: Schule KV, Schule Detailhandel, Betriebliche Einführung und Handelsmittelschule (HMS).

Die Trägerschaften der Berufe, die Kantone und das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI beschlossen im Sommer 2020, die Umsetzung des Reformprojekts national zu koordinieren. Das nationale Koordinationsgremium hat seine Arbeit im September 2020 aufgenommen. Es soll die Umsetzung in den Kantonen koordinieren, die zentrale Erarbeitung der Umsetzungsinstrumente initialisieren und begleiten sowie die Finanzierung dieser Arbeiten sicherstellen.

Die Arbeiten werden in Teilprojekte aufgeteilt und beinhalten:

  • Nationale Lehrpläne (Kaufleute, Büroassistent/in, Detailhandelsberufe, Allgemeinbildender Unterricht, integrierte Berufsmaturität)
  • Weiterbildungskonzept für Lehrpersonen / üK-Instruktor-/innen / Berufsbildner/innen
  • Ausarbeitung von Grundlagen für die Umsetzung in der schulisch organisierten Grundbildung
  • Ausarbeitung von Grundlagen für Organisationsmodelle in den Berufsfachschulen
  • Information und Kommunikation
  • Wirkungsevaluation

3. Realisierung und Einführung

Ab März 2021 werden die Schullehrpläne, die Unterrichtseinheiten und die Stundenpläne erarbeitet. Darauf folgt die Weiterbildung der Lehrpersonen, sodass im Sommer 2022 mit dem 1. Lehrjahr der revidierten kaufmännischen Berufe und der Detailhandelberufe gestartet werden kann. Das erste Qualifikationsverfahren nach der Revision findet im Sommer 2025 statt, womit die Einführung des Projektes endet.

Weiterführende Informationen

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Kontakt

Mittelschul- und Berufsbildungsamt – Andres Meerstetter, Projektleiter

Adresse

Ausstellungsstrasse 80
8090 Zürich
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