Der Jahresbericht der Fachstelle für Schulbeurteilung (FSB) gibt einen Überblick zur Schulqualität 2024/2025. Er ordnet die Ergebnisse der externen Evaluationen ein und macht sichtbar, wo die Zürcher Volksschulen gut aufgestellt sind und wo weiterer Entwicklungsbedarf besteht.
Editorial
Wie steht es um die Qualität der Zürcher Volksschule? Der vorliegende Jahresbericht der FSB zeigt die Ergebnisse der externen Evaluationen des Schuljahres 2024/2025 und ordnet sie für Schulen, Behörden und die interessierte Öffentlichkeit verständlich ein.
Die Befunde zeichnen in vielen Bereichen ein positives Bild. Zahlreiche Schulen arbeiten auf einem guten Niveau, mit klar erkennbaren Stärken im pädagogischen Alltag. Zugleich zeigen die Ergebnisse, wo Weiterentwicklung wichtig bleibt – etwa in der Zusammenarbeit im Schulteam, in der systematischen Schul- und Unterrichtsentwicklung oder in der Fokussierung lernwirksamen Unterrichts. Genau diese Verbindung von Würdigung und Entwicklungsorientierung bildet den Kern der Schulbeurteilung.
Die externe Evaluation soll Orientierung geben, Transparenz schaffen und die Nutzung von Ergebnissen für die Schul- und Unterrichtsentwicklung unterstützen.
Die FSB versteht Schulen als lernende Organisationen. Die externe Evaluation soll Orientierung geben, Transparenz schaffen und die Nutzung von Ergebnissen für die Schul- und Unterrichtsentwicklung unterstützen. Als fachlich unabhängiges Kompetenzzentrum stellt die FSB dafür Steuerungswissen für unterschiedliche Ebenen des Bildungssystems bereit.
Mit dem neuen Online-Format möchten wir die Ergebnisse zugänglicher und übersichtlicher präsentieren.
Ich danke allen Schulen für ihre Offenheit und Mitwirkung sowie den Mitarbeitenden der FSB für ihre sorgfältige Arbeit.
Dr. Andreas Brunner
Leiter Fachstelle für Schulbeurteilung
Grundlagen der Schulbeurteilung
Die externe Schulbeurteilung vermittelt den Schulen eine fachlich unabhängige Aussensicht auf die Qualität ihrer Arbeit. Sie unterstützt die Führungsverantwortlichen bei der Weiterentwicklung von Schule und Unterricht. Gleichzeitig schafft sie Transparenz gegenüber Behörden und Öffentlichkeit. Grundlage ist der auf dem Handbuch Schulqualität basierende Qualitätsrahmen FSB, der beschreibt, was unter guter Schule und gutem Unterricht verstanden wird.
Die Schulbeurteilung stützt sich auf mehrere Datenquellen, darunter Befragungen, Unterrichtsbeobachtungen, Dokumentenanalysen und Gespräche. So entsteht ein differenziertes und praxisnahes Bild der Schule.
Die Ergebnisse werden in Kernaussagen zusammengefasst und einer von vier Bewertungsstufen zugeordnet:
- Exzellente Praxis (Qualitätsanspruch beispielhaft erfüllt)
- Fortgeschrittene Praxis (umfassend erfüllt)
- Funktionsfähige Praxis (teilweise erfüllt)
- Ungenügende Praxis (ungenügend erfüllt)
Ergänzend werden Handlungsfelder benannt, die den Schulen Orientierung für ihre weitere Entwicklung geben.
Schulqualität 2024/2025
Im Schuljahr 2024/2025 wurden insgesamt 78 Regelschulen evaluiert (48 Primarschulen, 22 Sekundarschulen, 7 Gesamtschulen und 1 reine
Kindergarteneinheit); zudem besuchte die FSB 11 Sonderschulen.
Die Bewertungen der Qualitätsbereiche zeichnen ein überwiegend positives Bild der Schulqualität. In den meisten Bereichen erreichen die Schulen mindestens eine funktionsfähige, häufig eine fortgeschrittene Praxis.
Dabei zeigen sich je nach Schulstufe unterschiedliche Akzente: In den Primarschulen fallen die Ergebnisse besonders in der Unterrichtsgestaltung und im Schulklima positiv aus, während die Sekundarschulen in mehreren Bereichen solide, aber weniger einheitlich beurteilt werden. Sonderschulen weisen ein differenziertes Profil mit klaren Stärken, aber auch spezifischen Entwicklungsfeldern auf.
Entwicklungsbedarf zeigt sich schulstufen- und schulformübergreifend vor allem in einzelnen Aspekten der Zusammenarbeit im Schulteam sowie in der systematischen Schul- und Unterrichtsentwicklung. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass viele Schulen auf einem guten Niveau arbeiten, zugleich aber gezielte Weiterentwicklung weiterhin wichtig bleibt.
Im Schuljahr 2024/2025 wurden bei drei Regelschulen und bei einer Sonderschule wesentliche Mängel im Sinne des Volksschulgesetzes festgestellt. In drei Fällen betrafen sie den Qualitätsbereich Schul- und Unterrichtsentwicklung.
Ergebnisse der schriftlichen Befragung von Eltern und Lehrpersonen
Die Befragungen von Eltern und Lehrpersonen ergeben ein positives Gesamtbild, zeigen aber unterschiedliche Akzente. Besonders zufrieden sind die Eltern mit dem Schulklima. Der Unterricht und die Zusammenarbeit mit der Schule werden ebenfalls überwiegend gut bewertet; auch die individuelle Förderung wird mehrheitlich positiv eingeschätzt.
Die Lehrpersonen beurteilen vor allem das Schulklima und die pädagogische Arbeit im Unterricht positiv. Zurückhaltender fallen ihre Einschätzungen in einzelnen Aspekten der Zusammenarbeit im Schulteam sowie der Schul- und Unterrichtsentwicklung aus.
Insgesamt zeigen die Befragungen klare Stärken im pädagogischen Alltag, machen aus professioneller Sicht aber auch gezielte Entwicklungsfelder in der Zusammenarbeit und in schulischen Entwicklungsprozessen sichtbar.
Ergebnisse der Unterrichtsbeobachtung
Die Unterrichtsbeobachtungen weisen je nach Schulstufe unterschiedliche Profile auf. In den Primarschulen fallen insbesondere die Klassenführung und die motivational-emotionale Unterstützung positiv auf; der Unterricht ist meist gut organisiert und das Lernklima überwiegend förderlich.
In den Sekundarschulen zeigt sich ein insgesamt solides Bild, mit Stärken in der Strukturierung der Inhalte, aber weniger einheitlichen Ergebnissen in der kognitiven Aktivierung.
In den Sonderschulen ist der Unterricht häufig stark an den individuellen Lernvoraussetzungen ausgerichtet; zugleich zeigen sich spezifische Entwicklungsfelder, etwa in der gezielten Unterstützung des Übens sowie in Beurteilung und Feedback.
In der Gesamtschau bestätigen die Beobachtungen eine tragfähige Unterrichtspraxis auf allen Stufen und in allen Schulformen, machen aber auch spezifische Ansatzpunkte für eine weitere Vertiefung des Lernens sichtbar.
Entwicklung der Strategie «Evaluation 26»
Im Schuljahr 2024/2025 stand die Entwicklung der Strategie «Evaluation 26» im Zentrum eines breit abgestützten Vorgehens. Die FSB bezog dabei die wesentlichen Anspruchsgruppen gezielt ein, um unterschiedliche Perspektiven, Erwartungen und fachliche Anforderungen aufzunehmen. In diesem Dialog wurden zentrale Leitlinien formuliert und die strategische Ausrichtung vorbereitet.
Die Strategie bildet die Grundlage für den Evaluationszyklus 2026–2031 und für die weitere Ausgestaltung der externen Schulevaluation im Kanton Zürich.