Lehrstellensuche für Jugendliche

Eine junge Frau sitzt konzentriert und mit angezogenen Beinen vor ihrem Laptop und tippt etwas ein.

Du hast dich für einen Beruf entschieden und bist bereit für die nächsten Schritte? Hier findest du Tipps und Informationen, die dir bei der Lehrstellensuche helfen.

Inhaltsverzeichnis

Berufswahl-Portal

Das Berufswahl-Portal unterstützt dich bei der Berufswahl und der Lehrstellensuche. Wenn du schon weisst, welchen Beruf du erlernen möchtest, helfen dir dir folgenden Tipps, eine passende Lehrstelle zu finden.

Tipps zur Lehrstellensuche

  1. Berufswahl überprüfen

    Bevor du mit der Lehrstellensuche beginnst, solltest du dich fragen, ob du von deinem Wunschberuf wirklich überzeugt bist und deinen Entscheid gut begründen kannst. Einen guten Einblick in die typischen Tätigkeiten eines Berufes erhältst du bei einer Schnupperlehre. Auch der Besuch von Informationsveranstaltungen ist hilfreich. Dabei kannst du gleichzeitig abklären, ob du die Anforderungen des Berufes erfüllst und wie die Situation auf dem Lehrstellenmarkt aussieht. Es ist zudem empfehlenswert, dass du mindestens eine Alternative zu deinem Wunschberuf hast.

  2. Frühzeitig mit der Suche anfangen

    Die Suche nach einer geeigneten Lehrstelle und das Erstellen von Bewerbungsunterlagen sind aufwendig. Plane also genügend Zeit ein und starte frühzeitig, am besten im Spätsommer zu Beginn der 3. Oberstufe.

  3. Adressen freier Lehrstellen finden

    Du hast verschiedene Möglichkeiten, um Adressen von Lehrbetrieben zu finden, die für dich in Frage kommen. Bei Schuljahresbeginn wird jeweils der Lehrstellennachweis (LENA) im Internet aufgeschaltet, ein Verzeichnis offener Lehrstellen für das Folgejahr.

    Überprüfe auch regelmässig die Tages- und Lokalzeitungen auf Lehrstelleninserate und recherchiere online nach Adressen von Firmen oder Berufsverbänden; dort kannst du direkt anfragen, ob sie Lernende ausbilden. Besonders nützlich sind gute Beziehungen. Informiere deshalb auch Verwandte und Bekannte, dass du eine Lehrstelle suchst. 

  4. Beim Lehrbetrieb nachfragen

    Bevor du dich auf eine ausgeschriebene Lehrstelle bewirbst, solltest du dich bei der Lehrfirma erkundigen, ob die Stelle immer noch offen ist. Falls dies der Fall ist, kannst du gleichzeitig fragen, wie der Betrieb die Bewerbung wünscht:

    • Welche Beilagen werden verlangt?
    • Will der Betrieb die Resultate eines Eignungstests sehen?
    • An welche Person soll die Bewerbung geschickt werden?
  5. Eignungstest absolvieren

    Viele Lehrbetriebe erwarten heute als Teil der Bewerbung Resultate von Eignungstests. In solchen Tests werden je nach Beruf unterschiedliche Fähigkeiten sowie das Schulwissen am Ende der 2. Sek geprüft. Die Tests werden von den Lehrbetrieben selbst, von Berufsverbänden oder von unabhängigen Firmen (z.B. Multicheck, Basic-Check, Kompass) durchgeführt.

    Mehr Informationen zu den Arten und Kosten von Eignungstests findest du weiter unten auf dieser Seite.

  6. Bewerbungsdossier erstellen

    Das Bewerbungsdossier ist deine Visitenkarte. Es muss so attraktiv und überzeugend sein, dass es dir die Tür zu einem Vorstellungsgespräch öffnet. Das Dossier besteht aus dem Bewerbungsbrief, deinem Lebenslauf mit Foto, den Kopien aller Oberstufen-Zeugnisse und evtl. aus Resultaten von Eignungstests und/oder anderen Zertifikaten. Mit dem Bewerbungsbrief zeigst du deine Motivation, für genau diese Stelle zu arbeiten. Deshalb ist es wichtig, dass du ihn immer an die jeweilige Lehrfirma und den Beruf anpasst. Achte auch darauf, dass dein Bewerbungsdossier keine Rechtschreibefehler enthält. Am besten zeigst du dein Dossier vor dem Verschicken jemandem zum Durchlesen.

    Mehr Informationen zum Thema findest du hier.

  7. Bewerbungen versenden

    Erkundige dich vorgängig, ob du dein Dossier schriftlich per Post einschicken sollst oder ob eine elektronische Bewerbung gewünscht wird. Eventuell stehen auf der Firmenwebsite auch elektronische Bewerbungsformulare zur Verfügung. Gibt es viele Firmen, die eine offene Lehrstelle anbieten, die für dich in Frage kommt, solltest du die Gelegenheit nutzen und dich vielfach bewerben. So steigen deine Chancen auf eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Ist dein Wunschberuf sehr begehrt oder gibt es nur wenige offene Lehrstellen, solltest du dich zudem auch noch für andere Berufe bewerben. Falls du auf deine gesendete Bewerbung nach zwei bis drei Wochen noch keine Antwort erhalten hast, kannst du dich beim Betrieb danach erkundigen.

  8. Überblick behalten

    Damit du überall deine Bewerbungsaktivitäten den Überblick behältst, führst du am besten eine tabellarische Liste. Dort kannst du eintragen, bei welcher Firma du mit wem gesprochen hast, wann du die Bewerbung verschickt und wann du nachgefragt hast, welche Termine gelten usw.

  9. Vorstellungsgespräch vorbereiten

    Die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch bedeutet, dass die Firma Interesse an dir hat und dich grundsätzlich für geeignet hält. Nun geht es darum, dich persönlich kennenzulernen und zu schauen, ob du ins Team passt. Es ist wichtig, dass du dich sorgfältig auf dieses Gespräch vorbereitest. Informiere dich auf der Firmenwebsite über angebotene Dienstleistungen und Produkte. Überlege dir zudem, was du gefragt werden könntest.

    Häufige Fragen:

    • Wieso möchtest du diesen Beruf erlernen?
    • Weshalb gerade in dieser Firma?
    • Welches sind deine Stärken?

    Bereite auch eigene Fragen vor, die du dem Berufsbildner bzw. der Berufsbildnerin stellen kannst. Das zeigt dein Interesse. Erkundige dich ausserdem nach dem Anreiseweg und danach, wo du dich melden musst, damit du pünktlich zum Gespräch erscheinst.

    Mehr Informationen zum Thema Vorstellungsgespräch findest du hier.

  10. Mit Absagen klarkommen

    Verliere nicht den Mut, wenn du viele Absagen erhältst. Sie sind leider kaum zu vermeiden. Behalte die Absagen für den Nachweis deiner Lehrstellensuchbemühungen. Diesen benötigst du z.B. bei einer Anmeldung für eine Berufswahlschule (BWS). Bewirb dich weiter, vielleicht klappt es bereits beim nächsten Mal. Mach dir aber Gedanken über mögliche Gründe für die Absagen und frag insbesondere bei denjenigen Firmen nach, bei denen du zum Vorstellungsgespräch eingeladen warst. Das Wissen um die Gründe kann dir helfen, mögliche Fehler in Zukunft zu vermeiden.

    Mehr Informationen zum Thema findest du hier.

  11. Flexibel bleiben

    Vielleicht findest du in deinem Wunschberuf trotz aller Bemühungen keine freie Lehrstelle. Dann heisst es, flexibel bleiben, Kompromisse eingehen und nach anderen Wegen suchen:

    • Eine Ausbildung in einem verwandten Beruf
    • Ein Zwischenjahr oder ein Brückenangebot

    Dabei hilft dir auch das biz (Berufsinformationszentrum). Wenn du weisst, dass noch andere Möglichkeiten existieren, kannst du den manchmal belastenden Bewerbungsmarathon etwas gelassener nehmen.

    Tipps zur Berufswahl und Lehrstellensuche findest du im Merkblatt oder auf dem offiziellen schweizerischen Informationsportal:

Eignungstests

Viele Betriebe verlangen bei der Lehrlingsauswahl Eignungstests. Die üblichen Bewerbungsunterlagen, sowie dein Verhalten in der Schnupperlehre und beim Vorstellungsgespräch sind jedoch ebenso wichtige Bestandteile des Auswahlverfahrens.

Als Grundsatz gilt: Sieh einen solchen Eignungstest als Chance an. Erkundige dich frühzeitig, ob für die gewünschte Lehrstelle ein bestimmter Eignungstest verlangt wird.

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Erst wenn deine Berufswünsche und dein Berufsziel geklärt sind, lohnt sich ein Eignungstest. Eignungstests für die Lehrstellensuche setzen meistens den Schulstoff der 2. Sek. voraus. Am besten meldest du dich gegen Ende der 2. oder zu Beginn der 3. Sek. für einen solchen Test an.

Es gibt verschiedene Eignungstests:

Berufsübergreifende Eignungstests

Dies sind häufig verwendete Tests wie basic-check und Multicheck.

  • basic-check existiert in zwei Formen: basic-check Standard für die 3- und 4-jährigen Berufslehren (EFZ-Berufe) oder basic-check Praxis für die 2-jährigen EBA-Berufe und einzelne 3-jährige EFZ-Berufslehren.
  • Bei Multicheck gibt es für acht Berufsgebiete je einen Eignungstest. Zusätzlich besteht ein Test, welcher bei sämtlichen Berufen mit 2-jähriger Grundbildung (EBA-Berufe) eingesetzt werden kann.

Die Tests prüfen Schulwissen in Mathematik, Deutsch, Fremdsprachen sowie allgemeine Fähigkeiten wie Logik, Merkfähigkeit, Konzentration und je nach Richtung zusätzlich berufsbezogene Fähigkeiten wie z.B. technisches Grundwissen oder Sinn für Farben und Formen.

Berufsbezogene Eignungstests

Diese Tests werden oft von Berufsverbänden durchgeführt und testen nebst dem Schulwissen auch berufsbezogene Fähigkeiten wie etwa Zeichen- und Gestaltungstalent für gestalterische Berufe. Eine Auswahl ist in der Linkliste unten aufgeführt. 

Firmeninterne Eignungstests

Einzelne Betriebe wenden selbstentwickelte Testverfahren an. So könnte es sein, dass du während einer Schnupperlehre als Zeichner/in zum Beispiel auch Aufgaben in technischem Zeichnen und Mathematik lösen musst.

Eignungstests dauern in der Regel einen halben bis einen ganzen Tag. Firmeninterne Eignungstests sind meistens kostenlos. Für berufsbezogene Eignungstests von Berufsverbänden wird eine Gebühr erhoben, die du in der Regel selber bezahlen musst. In seltenen Fällen übernimmt der Schnupperlehrbetrieb die Kosten. Berufsübergreifende Eignungstests kosten oft zwischen 50 und 100 Franken.

Die Tests selber können zwar nirgends herunter geladen werden, wenn du jedoch die Art der Aufgaben etwas kennst, weisst du schneller, worauf es ankommt. Das Lösen von Übungsaufgaben kann eine nützliche Vorbereitung sein.

Das Übungs- und Lernprogramm von gateway.one steht dir kostenlos zur Verfügung. 

Schau dir die Website des Testanbieters gründlich an. Kläre das Zahlungsverfahren ab und ob und welche Dinge du mitnehmen sollst (z.B. Hilfsmittel, Ausweis, Zahlungsbescheinigung). Zur Vorbereitung gehört
auch das vorgängige Heraussuchen des Weges zum Durchführungsort.

  • Verstehst du die Anleitung? Ansonsten versuch nachzufragen, um unnötige Fehler zu vermeiden.
  • Sei konzentriert bei der Sache. Lass dich nicht von Nachbarn und Nebengeräuschen ablenken.
  • Arbeite zügig, aber dennoch sorgfältig. Behalte die Zeit im Auge und achte auf die Richtigkeit deiner Lösungen.

Die Resultate geben dem Lehrbetrieb und dir Hinweise auf deine Berufseignung. Du erhältst neben der Schulbeurteilung eine weitere Rückmeldung, wie du Aufgaben in den abgefragten Leistungsbereichen lösen konntest. So kannst du für dich selber überprüfen, ob du auf dem richtigen Weg bist. Wenn es dir gut gelaufen ist, kannst du das Resultat deinen Bewerbungen beilegen.
Vielleicht wird auch klar, dass du dich zusätzlich anstrengen musst, um dein Berufsziel zu erreichen.

Und wenn’s nicht rund gelaufen ist?

  • Du bekommst Hinweise, woran du weiter arbeiten solltest.
  • Du kannst abklären, ob es möglich ist, den Test ein zweites Mal zu absolvieren.
  • Du wirst bestärkt, dich mit Alternativen zu beschäftigen.

Es gibt Betriebe, die im Bewerbungsdossier zusätzlich die Stellwerkunterlagen wünschen. Sprich dich darüber auch mit deinen Lehrpersonen ab.

Und bei alldem: Denk daran, du bist in guter Gesellschaft. Diskutiere mit deinen Bezugspersonen (Eltern, Lehrerin, Berufs- und Laufbahnberater) deine weiteren Pläne und mach den nächsten Schritt.

Bewerbungsvorlagen

Im Folgenden findest du gute Beispiele von Bewerbungsschreiben und Lebensläufen. Übernimm aber nicht einfach eine Vorlage, sondern passe sie auf die entsprechende Stelle und Firma sowie auf deine Person und deine Motivation an.

In seltenen Fällen werden Bewerbungs- und Motivationsschreiben separat verlangt:

Umgang mit Absagen

Absagen gehören zur Lehrstellensuche. Auf eine freie Lehrstelle treffen oft mehrere oder viele Bewerbungen beim Lehrbetrieb ein. Dieser muss auswählen und Absagen machen. Die Chancen, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, vergrössern bzw. verringern sich durch verschiedene Umstände. Hast du schon einige Bewerbungen versandt, vielleicht schon Vorstellungsgespräche gehabt und trotzdem noch keine Zusage erhalten? Lies weiter!

Mögliche Gründe für Absagen

Gründe, auf die du keinen Einfluss hast:

  • Die Firma hat schon viele Bewerbungen erhalten und wählt aus diesen jemanden aus.
  • In gewissen Berufen gibt es nur wenige oder sogar fast keine Lehrstellenangebote.
  • Bei Traumberufen, die von vielen Jugendlichen begehrt sind, ist die Konkurrenz hoch.
  • In deiner Wohnregion gibt es nur wenige Lehrstellen im gewünschten Beruf.
  • Deine Bewerbung ist zu spät bei der Firma eingetroffen.

Gründe, die du beeinflussen kannst:

  • Erfüllst du die Anforderungen deines Wunschberufes? Kannst du z.B. mit deinen Noten und Leistungen mithalten?
  • Ist das Resultat des verlangten Eignungstests knapp ausgefallen und deckt es sich nicht mit den Vorstellungen der Firma?
  • Kannst du deine Bewerbung noch verbessern? Ist das Dossier bezüglich Vollständigkeit, Rechtschreibung und Darstellung in Ordnung?
  • Erinnere dich nochmals an das Vorstellungsgespräch. Was ist gut gelaufen, was nicht? Konntest du dich und deine Qualitäten genügend einbringen?
  • Ist es im Bewerbungspraktikum rund gelaufen? Ist deine Motivation vielleicht nicht genügend herübergekommen?
  • Bist du verspätet in die Bewerbungsphase eingestiegen und hast die Sache etwas zu lange vor dir hergeschoben?
  • Hast du bisher zu wenig unternommen?

Was du dagegen tun kannst

Überdenke, welche Schritte du unternehmen kannst:

  • Besprich dein Bewerbungsvorgehen mit deinen Eltern, den Lehrpersonen und in der Berufsberatung.
  • Versuche, dich selbst einmal in der Rolle eines/einer Personalverantwortlichen zu sehen. Was würdest du vom Bewerber erwarten, wenn du einen Ausbildungsplatz zu vergeben hättest? Vielleicht kannst du mit dieser Gedankenübung einzelne Punkte deines Bewerbungsverhaltens verbessern.
  • Frage bei der Lehrfirma hartnäckig nach, warum es nicht geklappt hat und wo du dich noch verbessern könntest. Dies verlangt Mut, kann dir jedoch wertvolle Hinweise geben.
  • Kannst du deine Bemühungen noch ausweiten? Nutzt du die Lehrstellenangebote auf www.berufsberatung.ch regelmässig? Hast Du ein Such-Abo eingerichtet, wodurch du über neu gemeldete Lehrstellen in deinem Wunschberuf informiert wirst? Besuchst du Websites von Firmen und achtest du auf Zeitungsinserate?
  • Schaue dir rechtzeitig verwandte Berufe an und überlege dir alternative Ausbildungswege, die dich auch zum Ziel führen können. Dazu kann dir das Arbeitsmittel «Berufsfenster» eine Hilfe sein. Verlange es im biz/Laufbahnzentrum oder melde dich für eine Beratung an.

Kontakt

Amt für Jugend und Berufsberatung – biz Oerlikon

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Dörflistrasse 120
8090 Zürich
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