Waldvögelein
Waldvögelein
Artbeschrieb
Bei allen Waldvögelein (Cephalanthera):
- Blütenblätter bilden Helm
- Lippe zwei-gliedrig mit Vorder- und Hinterlippe
Langblättriges Waldvögelein (Cephalanthera longifolia)
Blüte des Langblättrigen Waldvögeleins
- 20-50 cm hoch
- Blütenblätter reinweiss, spitz
- Blüten halb geöffnet, Vorderlippe mit 4-7 orangeroten Längsleisten
- Fruchtknoten kahl
- Tragblätter sehr klein, viel kürzer als der Fruchtknoten
- 4-12 Blätter, lineal-lanzettlich, rinnig gefaltet, bis 18 cm lang, 2-zeilig (Schattenblätter können aber auch wirtelig sein!), steil aufrecht
- Blütezeit April bis Juli, Samenreife ab Mitte Oktober
Weisses Waldvögelein (Cephalanthera damasonium)
Blüte des Weissen Waldvögeleins
- 20-50 cm hoch
- Blüten gelblich-weiss, elfenbeinfarbig (deutscher Name irreführend!), stumpf, zusammenneigend, selten voll geöffnet (macht in der Regel Selbstbestäubung!), Vorderlippe dottergelb mit 3 Längsleisten
- Fruchtknoten kahl
- Untere Tragblätter laubblattartig, nach oben kleiner werdend
- 2-6 Blätter, breit eiförmig bis länglich-oval, stehen auf allen Seiten ab, waagrecht abstehend, leicht aufwärtsgerichtet
- Blütezeit Mai bis Mitte Juli, Samenreife ab Mitte Oktober
Rotes Waldvögelein (Cephalanthera rubra)
Rosa Blüte
Ähnliche Arten
Langblättriges Waldvögelein (Cephalanthera longifolia)
Im blühenden Zustand keine.
Weisses Waldvögelein (Cephalanthera damasonium)
Im blühenden Zustand keine. Kleine (junge) Exemplare sind jedoch oft schwierig zu erkennen. Vegetativ Verwechslungsmöglichkeiten mit anderen Orchideen, z.B. Breitblättrige Stendelwurz (Epipactis sp.), siehe Steckbriefe.
Rotes Waldvögelein (Cephalanthera rubra)
Im blühenden Zustand keine.
Pflege und Gefährundung
Langblättriges Waldvögelein (Cephalanthera Longifolia)
Was hilft der Art?
- Späte Mahd (frühestens Mitte Oktober)
- Bei früherem Schnitt Pflanzen markieren und später schneiden oder stehen lassen
- Förderung von lichten Wäldern
Was gefährdet der Art?
- Zu früher Schnitt von Wegrändern und -böschungen
- Überdecken von Wuchsorten mit Wegabraum
- Fehlen von Pionierwäldern
Weisses Waldvögelin (Cephalanthera damasonium)
Was hilft der Art?
- Späte Mahd (frühestens Mitte Oktober)
- Bei früherem Schnitt Pflanzen markieren und später schneiden oder stehen lassen
- Erhalt von lichten Wäldern (zu viel Licht bringt die Art aber zum Verschwinden)
Was gefährdet der Art?
- Zu früher Schnitt von Wegrändern und -böschungen
- Bestandesveränderungen (zu starkes Auflichten)
Rotes Waldvögelein (Cephalanthera rubra)
Ws hilft der Art?
- Späte Mahd (frühestens Mitte Oktober)
- Bei früherem Schnitt Pflanzen markieren und später schneiden oder stehen lassen
- Erhalt von lichten Wäldern (aber nicht zu licht, da sonst Konkurrenz zunimmt)
Was gefährdet der Art?
- Späte Mahd (frühestens Mitte Oktober)
- Bei früherem Schnitt Pflanzen markieren und später schneiden oder stehen lassen
- Erhalt von lichten Wäldern (aber nicht zu licht, da sonst Konkurrenz zunimmt)
Was gefährdet der Art?
- Zu früher Schnitt von Wegrändern und -böschungen
- Bestandesveränderungen (zu starkes Auflichten)
Lebensraumansprüche und Vorkommen
Langblättriges Waldvögelein (Cephalanthera longifolia)
- Wechseltrockene, basenreiche, nährstoffarme, humose, lockere Böden in halbschattigen Lagen
- Lichte Föhren-Buchen, Eichen-Laubmischwälder
- Entlang von Waldrändern und Hecken
- Säume mit lückiger Vegetation
- Bergsturzgebiete respektive Pionierflächen mit wenig Konkurrenz (eine lückige Krautschicht bedeutet vermutlich auch wenig Konkurrenz um Mykorrhiza-Pilze!)
Nach Delarze
6.2.1 - Orchideen-Buchenwald (Cephalanthero-Fagenion), Charakterart
Weisses Waldvögelein (Cephalanthera damasonium)
- Lockere, humose, meist kalkhaltige, basenreiche, mässig feuchte bis trockene Böden in meist schattiger Lage.
- Buchenwälder und Laubmischwälder, Fichtenbestände
- Entlang von Waldrändern und dichten Hecken (wenn wenig Konkurrenz in der Krautschicht)
- Unter Gehölzen in Gärten, lückigen WiesenLückige Krautschicht (dies bedeutet vermutlich auch weniger Konkurrenz um Mykorrhiza-Pilze)
Nach Delarze
6.2.1 - Orchideen-Buchenwald (Cephalanthero-Gagenion), Charakterart
Rotes Waldvögelein (Cephalanthera ruba)
- Trockene, basenreiche, humose, lockere Böden in halbschattigen Lagen
- Lichte Wälder (Eichenmischwälder, Föhren- und Buchenwälder)
- Entlang Waldwegen, Wiesen am Waldrand
- Lückige Krautschicht (dies bedeutet vermutlich auch weniger Konkurrenz um Mykorrhiza-Pilze)
- Leicht erosive, offene Böden
Nach Delarze
6.2.1 - Orchideen-Buchenwald (Cephalanthero-Fagenion), Charakterart
Arten mit gleichen/ähnlichen Ansprüchen (nicht abschliessend)
Langblättriges Waldvögelein (Cephalanthera longifolia)
Flora
- Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum)
- Männliches Knabenkraut (Orchis mascula)
- Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea), siehe Steckbrief
- Schlaffe Segge (Carex flacca)
- Straussblütige Margerite (Tanacetum corymbosum)
- Weisses Breitkölbchen (Platanthera bifolia), siehe Steckbrief
Weisses Waldvögelein (Cephalanthera damasonium)
Flora
- Echter Seidelbast (Daphne mezereum)
- Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus)
- Nestwurz (Neottia nidus-avis)
- Nickendes Perlgras (Melica nutans)
- Schlaffe Segge (Carex flacca)
- Weisses Breitkölbchen (Platanthera bifolia), siehe Steckbrief
Rotes Waldvögelein (Cephalanthera rubra)
Flora
- Braunrote Stendelwurz (Epipactis atrorubens), siehe Steckbrief
- Nickendes Perlgras (Melica nutans)
- Straussblütige Margerite (Tanacetum corymbosum)
- Vogelfuss-Segge (Carex ornithopoda)
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Kontakt
Amt für Landschaft und Natur – Abteilung Wald