Langblättriges Hasenohr

Artname deutsch
Langblättriges Hasenohr
Artname lateinisch
Bupleurum longifolium
Aktionsplan
Ja
Ziellebensraum
Lichter Wald
Fauna/Flora
Flora
Forstkreis
FK1, FK2, FK7

Langblättriges Hasenohr (Bupleurum longifolium)

Längblättriges Hasenohr auf steinigem und eher trockenem Untergrund
Gelb blühendes Langblättriges Hasenohr Quelle: Jasmin Menzi

Artbeschrieb

Langblättriges Hasenohr mit gelblich und braunroten Blüten auf grünem Hintergrund
Blätter und Blüten des Langblättrigen Hasenohrs. Quelle: Umweltatelier GmbH
  • 30-80 cm hoch, kahl, bläulich bereift
  • Ein- bis mehrstängelig
  • Blätter ungeteilt, ganzrandig, bespitzt, nur mit 1 durchgehendem länglichen Nerv
  • Blüten: Untere Blätter länglich verkehrt eiförmig, in langen Stiel verschmälert. Obere Blätter mit breiten, runden Zipfeln den Stängel umfassend.
  • Blüten-Blütestand als Doppeldolden mit mehreren Döldchen: je zu ca. 5-10 mit auffällig breiten, oft verwachsenen hellgrünen Hüll- und Hüllchenblätter, die scheinbar die Blüte bilden.
  • Blüten rötlich gelb bis braunrot
  • Blütezeit: Juni - August

Ähnliche Arten

Keine ähnlichen Arten vorhanden.

Pflege und Gefährdung

Was hilft der Art?

  • Da die Lebensraumbedingungen sehr unterschiedlich sein können, ist die optimale Pflege abhängig von den spezifischen Bedingungen am Wuchsort
  • Für alle Wuchsorte ist ein periodisches Entbuschen, sanftes Auflichten der Standorte bei fortschreitender Sukzession wichtig, je nach Wuchsbedingen ist darauf zu achen, dass bei den Massnahmen nicht zu viel Licht / volle Exposition generiert wird, da die Konkurrenz ansonsten zu gross wird.
  • Nach erfolgten Auflichtungsmassnahmen kann es an einigen Wuchsorten durch eine hohe zusätzliche Konkurrenz nötig werden, die Konkurrenz in der Krautschicht temporär zu jäten oder stark aufkommenden Baumjungwuchs zu bekämpfen.
  • Wanderwege und Ränder von Forststrassen je nach Wüchsigkeit nicht, spät oder nur gezielt ausmähen (Pflanzen selektiv stehen lassen)
  • Mahd – wenn nötig – erst im Herbst (ab September)
  • Abführen des Schnittguts zur Erhaltung der lückigen Vegetation und Vermeidung der Nährstoffanreicherung
  • Fördern von spät gemähten Trockensäumen und gelegentlichen Störstellen
  • Bei der Waldnutzung muss Rücksicht genommen werden. Wenn nötig, lokale Abschrankungen setzen.
  • Pflege-Minimum: Störungen durch periodische Entbuschungs- und Auflichtungsmassnahmen, keine frühe Mahd an Wegrändern

Was gefährdet die Art?

  • kleine, isolierte Vorkommen
  • ungeeignete Waldwirtschaft: Anlegen von Rückegassen und Ausbau von Forststrassen durch die Bestände des Langblättrigen Hasenohrs, Aufgabe der Niederwaldbewirtschaftung, Waldweiden
  • Konkurrenz, Verbuschung (Verdunkelung)
  • Zu starke Auflichtung der Wuchsorte kann zu einer zu grossen Konkurrenz, dem Verlust von lückigen Bodenstellen (Nährstofffreisetzung, mehr Licht) oder zu einem erhöhten Trockenstress durch stärkere Exposition führen
  • Zerstörung des Lebensraums durch Freizeitnutzung, Tritt, Ausmähen der Wegränder
  • Zu frühe Mahd (vor allem entlang von (Wander-)Wegen)
  • Nährstoffanreicherung durch Mulchen
  • Frassschäden durch Gämsen, Rehe oder Hirsche

Lebensraumansprüche und Vorkommen

  • Meist auf kalkhaltigen, basischen Stellen
  • Lichtreiche bis schwach beschattete Standorte
  • Frische bis mässig trockene Standorte
  • Lichte Laubwälder (aufgelichtete Bestände)
  • Eichen-, Hainbuchen-, Buchenwälder
  • Spät gepflegte Waldränder
  • Steinige Hänge
  • Wegböschungen
  • Staudenfluren

Nach Delarze

5.2.3 - Hochgrasflur des Gebirges (Calamagrostion),als Begleitart
(Kann auch im Adenostylion (Hochstaudenflur des Gebirges) und Geranion sanguinei (Trockenwarmer Krautsaum) vorkommen)

Arten mit gleichen/ähnlichen Ansprüchen (nicht abschliessend)

Flora

  • Bayerischer Bergflachs (Thesium bavarum), siehe Steckbrief
  • Breitblättriges Laserkraut (Laserpitium latifolium)

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