Langblättriges Hasenohr
Langblättriges Hasenohr
Artbeschrieb
Blätter und Blüten des Langblättrigen Hasenohrs
- 30-80 cm hoch, kahl, bläulich bereift
- Ein- bis mehrstängelig
- Blätter ungeteilt, ganzrandig, bespitzt, nur mit 1 durchgehendem länglichen Nerv
- Blütestand als Doppeldolden mit mehreren Döldchen: je zu ca. 5-10 mit auffällig breiten, oft verwachsenen hellgrünen Hüll- und Hüllchenblätter, die scheinbar die Blüte bilden
- Blütten rötlich gelb bis braunrot
- Blütezeit: Juni - August
Ähnliche Arten
Keine ähnlichen Arten vorhanden
Pflege und Gefährdung
Was hilft der Art?
- Da die Lebensraumbedingungen sehr unterschiedlich sien können, ist die optimale Pflege abhängig von den spezifischen Bedingungen am Wuchsort
- Für alle Wuchsorte ist ein periodischesches Entbuschen, sanftes Auflichten der Standorte bei fortschreidender Sukzession wichtig, je nach Wuchsbedingungen ist darauf zu achten, dass bei den Massnahmen nicht zu viel Licht/volle Expostion generiert wird, da die Konkurrenz ansonsten zu gross wird.
- Nach erfolgten Auflichtungsmassnahmen kann es an einigen Wuchsorten durch eine hohe zusätzliche Konkurrenz nötig werden, die Konkurrenz in der Krautschicht temporär zu jäten oder stark aufkommenden Baumjungwuchs zu bekämpfen.
- Wanderwege und Ränder von Forststrassen je nach Wüchsigkeit nicht, spät oder nur gezielt ausmähen (Pflanzen selektiv stehen lassen)
- Mahd – wenn nötig – erst im Herbst (ab September)
- Abführen des Schnittguts zur Erhaltung der lückigen Vegetation und Vermeidung der Nährstoffanreicherung
- Fördern von spät gemähten Trockensäumen und gelegentlichen Störstellen
- Bei der Waldnutzung muss Rücksicht genommen werden. Wenn nötig, lokale Abschrankungen setzen.
- Pflege-Minimum: Keine Störungen durch periodische Entbuschungs- und Auflichtungsmassnahmen
Was gefährdet die Art?
- kleine, isolierte Vorkommen
- ungeeignete Waldwirtschaft: Anlegen von Rückegassen und Ausbau von Forststrassen durch die Bestände des Langblättrigen Hasenohrs, Aufgabe der Niederwaldbewirtschaftung, Waldweiden
- Konkurrenz, Verbuschung (Verdunkelung)
- Zu starke Auflichtung der Wuchsorte kann zu einer zu grossen Konkurrenz, dem Verlust von lückigen Bodenstellen (Nährstofffreisetzung, mehr Licht) oder zu einem erhöhten Trockenstress durch stärkere Exposition führen
- Zerstörung des Lebensraums durch Freizeitnutzung, Tritt, Ausmähen der Wegränder
- Zu frühe Mahd (vor allem entlang von (Wander-)Wegen
- Nährstoffanreicherung durch Mulchen
- Frassschäden durch Gämsen, Rehe oder Hirsche
Lebensraumansprüche und Vorkommen
- Meist auf kalkhaltigen, basischen Stellen
- Lichtreiche bis schwach beschattete Standorte
- Frische bis mässig trockene Standorte
- Lichte Laubwälder (aufgelichtete Bestände)
- Eichen-, Hainbuchen-, Buchenwälder
- Spät gepflegte Waldränder
- Steinige Hänge
- Wegböschungen
- Staudenfluren
Nach Delarze
5.2.3 - Hochgrasflur des Gebirges (Calamagrostion),als Begleitart
(Kann auch im Adenostylion (Hochstaudenflur des Gebirges) und Geranion sanguinei (Trockenwarmer Krautsaum) vorkommen)
Arten mit gleichen/ähnlichen Ansprüchen (nicht abschliessend)
Flora
- Bayerischer Bergflachs (Thesium bavarum), siehe Steckbrief
- Breitblättriges Laserkraut (Laserpitium latifolium)
Weiteres
Kontakt
Amt für Landschaft und Natur – Abteilung Wald