Die Zürcher Klima- und Mobilitätstagung 2026 fand in Kooperation mit der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK) statt. Die Tagung brachte Fachpersonen und Führungskräfte aus Privatwirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft zusammen. Im Zentrum standen Themen rund um klimafreundliche Mobilität – von technologischer Innovation bis zum Mobilitätsverhalten.
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Klimatagung 2027
Die Zürcher Klimatagung 2027 zum Thema «Bauen im Klimawandel» findet am 13. April 2027 im Volkshaus Zürich statt.
Mobilität der Zukunft
Zürcher Klima- und Mobilitätstagung in Kooperation mit der Internationalen Bodensee-Konferenz
Dienstag, 30. Juni 2026, im Volkshaus in Zürich
Klimafreundlich, innovativ, vernetzt – die Mobilität der Zukunft bewegt sich an der Schnittstelle zwischen technologischer Innovation und Verhaltensänderung.
Am 30. Juni 2026 luden das Amt für Mobilität (AFM) und das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung ins Volkshaus in Zürich ein. In Referaten, Podiumsdiskussionen und Workshops ging es darum, wie klimafreundliche Mobilität gelingen kann. Welche spannenden Ansätze gibt es bereits? Welche Hebel bringen uns auf dem Weg zu Netto-Null in der Mobilität auf Zielkurs?
Die Tagung fand in Kooperation mit der Internationalen Bodensee-Konferenz statt, deren Vorsitz der Kanton Zürich 2026 innehat.
Das war das Programm
Moderation: Kathrin Hönegger, Journalistin und Moderatorin Schweizer Radio und Fernsehen SRF, Autorin
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Vormittag
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Uhrzeit
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Programmpunkt
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| 8.30 | Interaktives Willkommenscafé: Was bewegt das Publikum zur Mobilität der Zukunft? |
| 9.00 | Begrüssung und Grusswort von:
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| 9.10 | Willkommensdiskussion mit:
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| 9.25 | Impulse aus Praxis und Forschung:
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| 10.05 | Erfolgsfaktoren und Lessons Learned: Diskussion mit den Projektträgerinnen und Projektträgern |
| 10.30 | Pause |
| 11.00 | Leichter, lokaler, lebensfreundlicher: Konviviale Techniken für eine enkeltaugliche Alltagsmobilität
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| 11.20 | Wie gelingen Verhaltensänderungen? Der Blick von aussen auf den Mobilitätssektor
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| 11.40 | Diskussion in Gruppen: Wie skalieren wir klimafreundliche Technologien? |
| 12.00 | Mittagspause - Stehlunch und Forum der Ideen (Projektausstellung) |
Nachmittag
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Uhrzeit
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Programmpunkt
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|---|---|
| 13.15 | Was bringt uns in den nächsten zehn Jahren bei klimafreundlicher Mobilität wirklich voran?
Diskussion mit Jörg Beckmann (Direktor Mobilitätsakademie), Corinne Moser (Professorin für Wirtschaftspsychologie FHNW), Jürg Grossen (Nationalrat GLP), Anna Barbara Remund (Verwaltungsrätin SBB, ehem. Vizedirektorin Bundesamt für Verkehr BAV), Helmut Ruhl (CEO AMAG Group) |
| 14.00 | Klimafreundliche Mobilität – Zeitenwende als Zeitlupenwende
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| 14.30 | Pause |
| 15.00 | Breakoutsessions mit Impulsreferaten und Erfahrungsaustausch in interaktiven Formaten. Acht parallele Sessions zu verschiedenen Vertiefungsthemen (Details unten):
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| 16.15 | Resumé aus den Breakoutsessions im Plenum |
| 16.35 | Schlusswort von:
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| 16.45 | Apéro und Forum der Ideen |
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- Download Keynote Jörg Beckmann PPTX | Deutsch | 59 MB
- Download Keynote Corinne Moser PDF | 23 Seiten | Deutsch | 4 MB
- Download Projektimpuls Anna Ludwig, CHACOMO PPTX | Deutsch | 4 MB
- Download Projektimpuls Christine Mauelshagen, iamo / Swiss Transit Lab PPTX | Deutsch | 4 MB
- Download Projektimpuls Philipp Scharfenberger, Universität St. Gallen PPTX | Deutsch | 21 MB
- Download Projektimpuls Lucia Burtscher, 42hacks PDF | 33 Seiten | Deutsch | 53 MB
- Download Projektimpuls Lara Amini, LOXO PPTX | Deutsch | 97 MB
Stimmen aus dem Publikum
Wir haben Tagungsteilnehmende gefragt, wie sie sich die Mobilität der Zukunft vorstellen. Hier sind ihre Antworten:
Breakoutsessions
In acht interaktiven Breakoutsessions konnten die Teilnehmenden am Nachmittag tiefer in diverse Mobilitätsthemen eintauchen. Eine Zusammenfassung der Diskussionen sowie Impressionen und Projektpräsentationen finden Sie hier:
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Referierende und Moderation:
- Matthias Rödter, Präsident Swiss Transit Lab / Projekt «iamo» im Furttal
- Fabian Heil, Leiter On-Demand und Transformation PostAuto AG / Projekt «AmiGo» in der Ostschweiz
- Christine Mauelshagen, Vorständin Swiss Transit Lab
Zusammenfassung
In den USA und in China absolvieren automatisierte Fahrzeuge bereits millionenfach bezahlte Fahrten mit Fahrgästen. Auch in der Schweiz laufen zahlreiche Pilotprojekte. Automatisiertes Fahren ist ein Gamechanger. Doch wie lässt sich die neue Technologie nachhaltig in eine klimafreundliche Mobilität integrieren? Wie nutzen wir die Chancen, wie begegnen wir den Risiken?
1. Analyse des optimalen Mobilitätsangebots und Raumplanung
Es wurde intensiv über die optimale Fahrzeuggrösse und unterschiedliche Betriebskonzepte diskutiert. Je nach Anwendungsfall unterscheiden sich die Anforderungen deutlich, weshalb Linienverkehr und On-Demand-Angebote sinnvoll kombiniert werden sollten.
Zudem wurde der Einfluss autonomer Mobilität auf die Raumplanung thematisiert. Im Mittelpunkt standen Fragen zu den Kosten eines solchen Angebots sowie zu möglichen Auswirkungen auf
Immobilienwerte.
2. Anforderungen an autonomes Fahren – Wahrnehmung, Sicherheit und Vertrauen
Die Gruppe war sich einig, dass autonome Fahrzeuge nicht perfekt sein müssen, jedoch sicherer als menschliche Fahrer sein sollten. Studien zeigen bereits heute eine geringere Unfallhäufigkeit und Unfallschwere automatisierter Fahrzeuge.
Diskutiert wurden ausserdem die hohe mediale Aufmerksamkeit bei Unfällen mit autonomen Fahrzeugen, die Frage, wie Gesellschaft mit solchen Ereignissen umgehen wird, sowie der langfristige Aufbau von Vertrauen in die Technologie. Ebenso wurde thematisiert, dass sich das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmender durch das Wissen über das vorsichtige Fahrverhalten autonomer Fahrzeuge verändern könnte.
3. Nächste Schritte und Integration in den öV
Autonome Shuttles wurden als Chance gesehen, den bestehenden öV insbesondere in der Zubringerfunktion zu stärken und verschiedene Verkehrsträger besser miteinander zu verknüpfen.
Gleichzeitig wurde der Zielkonflikt zwischen einer besseren Erschliessung und den raumplanerischen Zielen diskutiert. Das Schliessen von Angebotslücken bietet einen unmittelbaren Nutzen für die Bevölkerung, erfordert jedoch geeignete Begleitmassnahmen, um einer weiteren Zersiedelung entgegenzuwirken.
Abschliessend wurde angeregt, Modellregionen für automatisierte Mobilität nicht nur für die Erprobung autonomer Fahrzeuge zu nutzen, sondern auch deren Wechselwirkungen mit der Raumplanung systematisch zu untersuchen und bestehende öV-Konzepte bewusst neu zu denken.
Referierende und Moderation:
- Jürg Grossen, Nationalrat GLP
- Roberto Bianchetti, Partner / Associate Partner, INFRAS
- Cuno Bieler, AWEL
Zusammenfassung
Die Elektromobilität ist ein zentraler Hebel zur Erreichung der Klimaziele im Verkehrssektor des Kantons Zürich. Obwohl sich der Markt in den letzten Jahren dynamisch entwickelt hat, bleibt der Hochlauf hinter den Erwartungen zurück.
Zu Beginn der Session gaben zwei Referate fachliche Inputs:
- Nationalrat Jürg Grossen (GLP) beleuchtete den Stand der Elektromobilität, bestehende Vorurteile sowie Chancen im Vergleich zu konventionellen Antrieben.
- Roberto Bianchetti (INFRAS AG) präsentierte eine Studie des Kantons Zürich zu Hemmnissen und negativen Nutzererfahrungen entlang des Kaufentscheids und beim öffentlichen Laden.
In der anschliessenden Breakout-Session diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Gemeinden, Verwaltung, Elektrizitätsunternehmen und weiteren Branchen mögliche Massnahmen. Diese wurden in zwei Gruppen identifiziert, kategorisiert und hinsichtlich Wirkung und Umsetzbarkeit bewertet.
Erkenntnisse und Take-Home- Messages
Die wichtigsten Hemmnisse liegen weiterhin bei der skeptischen Haltung des Verkaufspersonals sowie bei der Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten zu Hause. Negative Ladeerfahrungen sind zwar nicht die Regel, beeinflussen aber die Kaufentscheidung potenzieller E-Auto-Nutzerinnen und -Nutzer stark.
Als besonders wichtige Massnahmen wurden eine klare Strategie des Bundesrats, gesetzliche Bauvorschriften, die Weiterführung kantonaler Förderprogramme, Malus-Systeme für Verbrenner sowie eine schweizweit einheitliche Preistransparenz an öffentlichen Ladestationen identifiziert.
Referierende und Moderation:
- Lara Amini, Mitgründerin LOXO
- Björn Lindner, Leiter Innovation, Planzer
- Prof. Dr. Maike Scherrer, Institut für Nachhaltige Entwicklung ZHAW School of Engineering
Zusammenfassung
Übergeordnete Fragestellung: Wie kann klimafreundliche Mobilität gelingen? Welche Ansätze dazu gibt es bereits? Welche Hebel bringen uns auf dem Weg zu Netto-Null in der Mobilität auf Zielkurs?
Am Kurzworkshop Logistik wurde in Bezug auf die letzten Meilen der Paketlogistik das folgende Zukunftsbild skizziert:
- Fahrzeugflotten elektrifizieren: Dank des schweizerischen Strommixes führt die bereits lancierte Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen wie Lieferwagen oder Lastwagen zur Dekarbonisierung des Lieferverkehrs.
- Fahrzeuge optimal auslasten: Die vorhandenen Transportgefässe sind möglichst gut auszulasten, um die Anzahl Fahrten so gering wie möglich zu halten. Wo das sinnvoll ist, können Güter und Personen auch gemeinsam transportiert werden.
- Bedürfnisgerechte Privilegien auf der Strasse: Um den Transport von Gütern zu beschleunigen bzw. seine Abwicklung kalkulierbarer zu machen, sind Fahrspuren in bedürfnisgerechten Zeitfenstern dem Warentransport und anderem systemrelevantem Verkehr vorzubehalten.
- Umschlagflächen optimal nutzen: Flächen für den Warenumschlag in Quartieren sind von allen Logistikunternehmen zu nutzen. Damit lässt sich Suchverkehr vermeiden. Nicht ausgelastete Umschlagflächen einzelner Anbieter sind auch anderen Anbietern zur Verfügung zu stellen.
- Verschiedene Zustelloptionen: Es ist eine Balance zu finden zwischen den individuellen Bedürfnissen der Kundschaft und einer effizienten Logistik. Die Postgesetzgebung, welche der Post die Hauszustellung von Paketen vorschreibt, ist zu überprüfen.
- Konsolidierte Datenprozesse: Um eine dynamische Planung von Gütertransporten und Güterumschlag zu ermöglichen, sind konsolidierte Datenprozesse vorzusehen.
Moderation:
Dr. Anne Greinus, Verkehrsökonomin, Geschäftsleiterin und Partnerin INFRAS
Zusammenfassung
Mit der fortschreitenden Dekarbonisierung des Verkehrs sinken sukzessive die Mineralölsteuereinnahmen und damit wichtige Einlagen in den Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF) sowie in den Bahninfrastrukturfonds. Mit den heutigen verkehrsbezogenen Abgaben stehen für Substanzerhalt und Ausbau künftig weniger Mittel zur Verfügung.
Sollen auch Elektrofahrzeuge künftig eine Abgabe äquivalent zur Mineralölsteuer zahlen? Die Diskussionen in der Session zeigten: Ja, denn auch Elektrofahrzeuge verursachen Infrastruktur- und externe Kosten aufgrund von Umwelt- und Gesundheitsbelastungen, Flächenverbrauch, vorgelagerten Produktionsprozessen oder Unfällen. Verursachergerechtigkeit und Kostenwahrheit im Verkehr seien wichtig, auch vor dem Hintergrund der immer grösser werdenden Fahrzeuge.
Aber: Abgaben sollten nicht zu früh eingeführt werden, um den Hochlauf der Elektromobilität nicht zu bremsen. E-Fahrzeuge sollen sich im Vergleich zu fossilen Fahrzeugen preislich lohnen. Bei der Einführung von Abgaben oder der Aufhebung von Befreiungen für Elektrofahrzeuge (bspw. bei der kantonalen Motorfahrzeugsteuer) seien daher die Kostenparitäten im Blick zu halten.
Entscheide in der Mobilität und damit der Hochlauf der E-Mobilität würden aber nicht allein vom Preis abhängen. Auch die Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur sei wichtig.
Die Diskussionen zeigten auch, dass die fehlende Besteuerung des Kerosins im Luftverkehr Fehlanreize setzt. Die Klimaschutzziele müssten daher vor allem mit dem Emissionshandelssystems (EHS) und der Bepreisung der Treibhausgasemissionen erreicht werden.
Referierende und Moderation:
- Stéphanie Penher, Geschäftsführerin VCS Verkehrs-Club der Schweiz
- Dr. Jürg Wittwer, Generaldirektor Touring Club Schweiz TCS
- Markus Maibach, Mobilitätsexperte
Zusammenfassung
Mit neuen Mobilitätsangeboten (elektrisch, automatisiert, flottengesteuert, verschiedene Gefässgrössen) steigt die Raumkonkurrenz im Stassenraum. Gleichzeitig ergeben sich Potenziale für die Neuorganisation (höhere Fahrzeugeffizienz dank Sharing, Umgang mit Vorrangspuren, dynamische Nutzung von Abstellflächen). Die Unterschiede zwischen öffentlichem und Individualverkehr schwinden. Es ist allerdings umstritten, inwieweit neue Kollektivangebote den herkömmlichen ÖV in der Agglomeration entlasten können.
Gleichzeitig sind die Potenziale des Velo- und Fussverkehrs (vor allem im städtischen Raum) bei weitem nicht ausgeschöpft. Dazu braucht es weiterhin eine konsequente Umgestaltung des Verkehrsraums.
Das gemeindeübergreifende Zusammenspiel zwischen Raumplanung (5’ Stadt) und Verkehrsplanung birgt ein zusätzliches Potenzial für die Aufwertung des Strassenraums (Plätze, Quartiere). Effizienzsteigerungen bergen aber auch Rebound-Risiken. Priorität muss deshalb zwingend auf dem Umbau des Strassenraums liegen. Ausbauten sollen vor allem einer (sicherheitsbasierten) Verkehrsentflechtung dienen (z.B. Velobahnen).
Inwieweit Automatisierung und KI auch die übergeordnete Infrastruktur (Stichwort ›Verkehr 45’) entlasten können, muss vertieft werden: Intelligente Verkehrssteuerung, neue Staukultur dank Reiseplanern und Alternativbeschäftigungen dank Automatisierung.
Neue Denkansätze und hohe Priorität braucht es für eine klimagerechte Strasse und Schiene (Beschattung, hitzeresistente Materialien, Reduktion der CO2-Emissionen beim Infrastrukturbau). Gleichzeitig ist das Potenzial von PV (Fahrbahn, Lärmschutzwände, Ruderalflächen) auszuschöpfen.
Als Strassenbesitzer kann der Kanton Zürich hier z.B. im Rahmen von Pilotprojekten einen aktiven Beitrag leisten und via Normen und Ausschreibungskriterien die Neuorientierung gestalten.
Referierende und Moderation:
- Dr. Simone Rangosch, Direktorin, Tiefbauamt Stadt Zürich
- Stephan Fischer, Leiter Abteilung Mobilität, Amt für Stadtplanung und Umwelt, Stadt Konstanz
- Fabienne Perret, Leiterin Geschäftsbereich Verkehr, Mitglied der Geschäftsleitung / Partnerin EBP Schweiz AG
Zusammenfassung
Rund 30 Fachleute aus Städten, Gemeinden und Planungsbüros haben unter der Leitung von Verkehrsplanerin Fabienne Perret über Mobilität im urbanen Raum debattiert.
Spannenden Diskussionsstoff haben zwei kurze Inputs aus den Städten Zürich und Konstanz geliefert: Wem gehört welche Verkehrsfläche? Gibt es eine statistische Evidenz zur Wirkung der umgesetzten Stadtzürcher Velovorzugsrouten? Wie schnell soll man in Städten unterwegs sein? Wie gross ist das Verständnis der heimischen Bevölkerung für den von Gästen verursachten Verkehr? Welche Lösungen funktionieren, um den Wirtschaftsverkehr möglichst konfliktfrei zu integrieren? Welchen Beitrag kann die Stadt an die Klimaziele leisten?
Klar wurde, dass eine einzelne Massnahme oder die Optimierung eines einzelnen Bereiches nicht ausreicht, um die städtische Mobilität nachhaltiger zu gestalten. So muss neben dem Mobilitätsverhalten auch die Projektabwicklung optimiert werden, beispielsweise indem Baumaterialien recycelt werden. Und es braucht immer ein Gesamtpaket von «Push & Pull»-Massnahmen, um Verhaltensänderungen herbeizuführen.
Zudem braucht es Unterstützung vom Kanton: in Form von gemeinsamer Projektentwicklung und (finanzieller) Förderung, aber auch Verbindlichkeit und als wichtiger Player in der regionalen Zusammenarbeit.
- Download Projekt "Nachhaltige urbane Mobilität Konstanz" PDF | 1 Seiten | Deutsch | 1 MB
- Download Forschungsprojekt "Be- und Entladen von Lieferfahrzeugen im öffentlichen Raum" (EBP) PDF | 1 Seiten | Deutsch | 2 MB
- Download Forschungsprojekt "Be- und Entladen von Lieferfahrzeugen im öffentlichen Raum" (EBP) PDF | 1 Seiten | Deutsch | 2 MB
Refereriende und Moderation:
- Julia Kammer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Innovation, Transformation und Nachhaltigkeit FHNW Hochschule für Angewandte Psychologie
- Matthias Hudecek, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für Innovation, Transformation und Nachhaltigkeit FHNW Hochschule für Angewandte Psychologie
- Sarah Hug, Projektleiterin Gesamtmobilitätsplanung, Amt für Mobilität Kanton Zürich
Zusammenfassung
Rund 50 Prozent der ÖV-Reisezeit entfallen auf den ersten bzw. letzten Reiseabschnitt (z.B. Fussweg zum nächsten Bahnhof). Diese Wege werden «erste und letzte Meile» genannt. Gerade im ländlichen Raum führt dies aufgrund der langen Wege dazu, dass der Gebrauch des ÖV häufig unattraktiver ist als das Auto. Das führt insbesondere an den Zielorten, welche sich meist in dichteren und urbaneren Räumen befinden, zu Problemen. Die Frage ist, wie die Attraktivitätssteigerung des ÖV im ländlichen Raum gelingen kann.
Um sich der Frage anzunähern, stellten Matthias Hudecek und Julia Kammer von der Fachhochschule Nordwestschweiz erste Erkenntnisse zu ihrem aktuellen Forschungsprojekt über Nachhaltige Mobilitätsangebote im nicht-städtischen Raum vor. Die vier Impulse, welche sie dabei identifizieren konnten, wurden anschliessend von Caroline Jäger vom Energieinstitut Vorarlberg mit einem Erfahrungsbericht der Plan B Gemeinden veranschaulicht.
Angelehnt an das Referat von Corinne Moser vom Vormittag wurden anschliessend drei der Impulse in Gruppen vertiefter diskutiert, um einen Plan zu entwickeln, wie die institutionelle Ebene ins «Tun» kommt, damit den Menschen das «Können» ermöglicht wird:
- Angebote: Welche Angebote für eine Nachhaltige Mobilität tragen zu einer Attraktivitätssteigerung des ÖV im ländlichen Raum bei? Wo lohnt es sich zu investieren? Eine Idee: «Mitfahrbänkli» oder «Dating-Stammtische für Fahrgemeinschaften» aufbauen.
- Finanzierung: Wie gelingt die Finanzierung der Angebote? Ein Ansatz: Finanzierbar wird’s dann, wenn mit Partnerschaften (Firmen, Institutionen, Nachbarsgemeinden) Skalierungseffekte generiert werden können.
- Nutzen: Wie gelingt es, dass sich neue Angebote im Alltag etablieren und von den Menschen genutzt werden, damit sie überhaupt eine Wirkung erzielen? Eine Antwort: Die Angebote müssen einfach zu nutzen sein. Beispielsweise bestellen rund 30% MyBuxi nach wie vor per Telefon.
Referierende und Moderation:
- Martina Zoller, Projektleiterin Mobilität, EnergieSchweiz, Bundesamt für Energie
- David Madlener, Bereichsleiter Mobilität, Energieinstitut Vorarlberg
- Jonas von Rotz, Planval, Co-Lead sumo-Netzwerk, Fachstelle Nachhaltige Mobilität in Unternehmen
Zusammenfassung
Die Breakoutsession zeigte: Das Potenzial einer engeren Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Gemeinden, Regionen und Kantonen im betrieblichen Mobilitätsmanagement ist gross. In der Praxis bestehen jedoch noch zahlreiche Hürden. Ein Austausch findet selten statt und wenn, dann oft nur projektbezogen oder zu spät. Unklare Zuständigkeiten, fehlende Ansprechpersonen, unterschiedliche Zeithorizonte sowie gegenseitig mangelnde Informationen erschweren eine Zusammenarbeit.
Die Teilnehmenden waren sich einig, dass Mobilität stärker als gemeinsame Aufgabe verstanden werden muss. Dafür braucht es ein gemeinsames Zielbild, klar definierte Rollen und Ansprechpersonen sowie eine transparente Kommunikation zu Rahmenbedingungen, Daten und Handlungsmöglichkeiten. Ebenso wichtig sind ausreichende Ressourcen, Planungssicherheit und verbindliche Prozesse.
Vielversprechend sind aus Sicht der Teilnehmenden projektorientierte Kooperationen, die von Regionen, Gemeinden oder Kantonen initiiert und gemeinsam mit engagierten, grösseren Unternehmen umgesetzt werden. Ebenso genannt wurden regionale Netzwerke aus Unternehmen, öffentlicher Verwaltung und weiteren relevanten Akteuren mit klarem Commitment. Best-Practice-Beispiele wie das Netzwerk Wirtschaft MOBIL in Vorarlberg oder die gezielte Zusammenarbeit mit der Wirtschaft im Kanton St. Gallen können dabei wertvolle Impulse liefern.
Weiterführende Informationen
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Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft – Sektion Klima und Mobilität